Aus: Ingeborg Becker-Textor: Mit Kinderaugen sehen. Wahrnehmungserziehung im Kindergarten. Freiburg, Basel, Wien: Herder 1992, S. 45-72 (leicht bearbeitete Fassung)

Mit Kindern Kunst und Kultur entdecken

Ingeborg-Becker-Textor


Ein Blick auf Wochen-, Monats- oder Rahmenpläne im Kindergarten zeigt noch immer eine gewisse Monotonie, stetige Wiederholungen, teilweise sogar Phantasielosigkeit.

Eine Kindergartenleiterin lehnt es ab, Kinder ein viertes Jahr im Kindergarten zu haben, verweist die Eltern an andere Einrichtungen, denn ihr "Drei-Jahres-Programm" müßte sich sonst verändern. Das Leben spielt sich auf dem Gelände des Kindergartens weil... - die Leiterin kann es selbst nicht erklären. Besuche von umliegenden Sehenswürdigkeiten, Museen usw. werden abgelehnt, weil die Kinder dafür ja noch viel zu klein seien und ihnen außerdem das rechte Verständnis fehlen würde. Die Auswahl der Materialien und Bücher wird anhand eines Katalogs getroffen; was neu und damit aktuell ist, wird gekauft. Alles wird für Kinder ausgewählt, die Vorbildwirkung der Erwachsenen wird vergessen oder ignoriert.

Die Erwachsenen bestimmen! Wie unterschiedlich dabei auch Erwachsene handeln, zeigte sich beim Personalwechsel in einer Einrichtung. Kataloge von Ausstellungen - die mit den Kindern gemeinsam besucht wurden -, Kunstbilderbücher, Bücher mit Bildern alter Meister, wie z. B. Pieter Breughel, Spitzweg, Anton Pieck, gehörten zu den Lieblingsbüchern der Kinder. Mit besonderer Vorsicht gingen sie damit um, versenkten sich in ihre Geschichten, in das Leben in früheren Zeiten. Ein Personalwechsel führte dazu, daß die Bücher auf dem Flohmarkt verkauft wurden, weil sie als nicht geeignet für Kinder erachtet wurden, nicht kindgemäß, nicht altersentsprechend, nicht zu den Themen des Kindergartens passend. Schade?!

Wenn wir mit Kindern Kunst und Kultur entdecken wollen, dann ist es wichtig, daß wir als Erzieher nicht künstliche Situationen schaffen, sondern Kinder durch unsere eigene Begeisterung motivieren. Greifen Kinder dann die Themen auf, so können wir sie vertiefen und ihren Interessen gemäß mit ihnen erarbeiten. Wenn es uns als Erwachsenen gelingt zu sehen, was Kinder sehen und sie interessiert, dann wird es in der Kindergartenarbeit nie langweilig werden, dann werden die Themen nie ausgehen (vgl. hierzu auch "Bauernhochzeit" in Becker-Textor, "Kreativität im Kindergarten").

In unserer Stadt

Die Begegnung mit Kunst, Kultur und Architektur in unserer Stadt beginnt im eigentlichen Sinne vor der Tür des Kindergartens. Verschiedene Architekturformen begegnen uns, verschiedene Stilrichtungen zeugen von vergangenen Zeiten. Ziel ist es, mit Kindern die nächste Umgebung des Kindergartens bewußt zu beobachten, Kleinigkeiten wie große Dinge neu zu entdecken. Durch das bewußte Sehen verlangt das Kind nach mehr Information, der Austausch über Beobachtungen wird zwischen Kindern und Erziehern angeregt, Lernprozesse werden in Gang gesetzt.

Durch diesen Austausch werden aber auch Wertungen des Erwachsenen in Frage gestellt, da er gezwungen ist, seine Werthaltungen zu hinterfragen und zu reflektieren: "Das Kind freut sich über Gesehenes oder an Objekten auf einer anderen Ebene als der Erwachsene. Es kann von der Form, der Farbe, dem Material oder der inhaltlichen Darstellung begeistert sein, ohne Rücksicht auf den Rang des Künstlers oder den materiellen Wert des Objektes. Es sieht und freut sich über das Gesehene und vermittelt dem für die Aussagen des Kindes offenen Erzieher neue Perspektiven." (Petra Krüger, unveröffentlichte Arbeit "Mit Kindern in Museum", Würzburg 1979).

Wie kann man den Blick der Kinder auf die Architektur lenken, ohne sie zu überfordern, ohne ihnen etwas überzustülpen?

Beispiel: Wer wohnt wo?

Sie haben sich in der Mittagspause oder während Ihrer Vorbereitungszeit mit dem Photoapparat auf den Weg gemacht und die Häuser und Haustüren fotografiert, wo Ihre Kinder wohnen. Wenige Tage später laden Sie die Kinder zu einem Bilderrätsel "Unsere Stadt" ein. Alle schauen gespannt auf die Leinwand. Das erste Dia zeigt eine Tür. Peter: "Die sieht fast ein bißchen so aus wie unsere Haustüre. Nur so genau weiß ich's nicht. Morgen kann ich's euch sagen, ich schau' sie heut abend an." Das nächste Bild zeigt das ganze Haus. Peter: "Es war unsere Türe, weil das unser Haus ist, das kenne ich. Bei uns sind nämlich Steinschnörkel bei den Fenstern. Und das ist das Fenster von meinem Zimmer, und das Schild neben der Tür ist das von Dr. X."

Neugierde und Spannung in den Gesichtern der Kinder. Eine weitere Türe, ein weiteres Haus usw. Dazwischen z. B. noch Bilder von der Kirche, vom Altersheim. Die Kinder stellen fest, daß eigentlich alle Häuser anders sind. Die vierjährige Susi erklärt dies damit, daß es halt alte und neue gäbe. Die Kinder bekommen den Auftrag, doch zu Hause zu fragen, wann das Haus, in dem sie wohnen, gebaut wurde. Große Diskussion am nächsten Tag: Wer wohnt im ältesten Haus?

Aus Papierabzügen von den Dias wurde ein Hausbilderbuch im Kindergarten gestaltet. Jedes Kind diktierte wichtige Informationen über "sein Haus". Zum Beispiel: "In diesem Haus wohnt Klaus. Es ist riesig groß und hat sechs Stockwerke. Es ist grün angestrichen. Die Fenster sind weiß. Die Haustüre ist braun mit einem goldenen Griff..." Bei Spaziergängen wird immer das Hausbuch mitgenommen. Die Kinder versuchen, die Häuser nach den Bildern zu finden, die Texte müssen vorgelesen werden und werden überprüft. Viele Häuserfassaden werden dabei betrachtet. Oft bleiben die Kinder stehen, auch wenn niemand dort wohnt, den sie kennen.

Beispiel: Was es sonst noch an Häusern gibt?

Die Kinder entdecken das "Glashaus", das ein Flachdach und fast nur Fenster hat. Sie entdecken aber auch das Haus mit den Erkern und dem Zwiebeltürmchen. Alexander: "Das Haus sieht fast so aus wie eine Kirche. Nee, das ist nur ein Zwiebelturm. Das ist ein Hausturm. Und die Holzfensterrahmen sind noch geschmückt mit Steinfensterrahmen, außen herum. Ob das ein Schloß ist?" Karin zerstört seinen Traum: "Nee, ein ganz gewöhnliches Haus. Bloß alt. Die Treppen quietschen. Meine Oma wohnt da drin!"

Auf der anderen Straßenseite wird das Altersheim sichtbar. Karla: "Das Haus hat ein Treppendach (Treppengiebel). Und noch sogar Steinkugeln zur Verzierung." Andreas: "Und zwei Reihen Fenster im Dach. Sogar runde." Christiane: "Und geschmückt ist es mit lauter Steinverzierungen. Warum sind da aber bloß Gitter bei den Fenstern?" Karla: "Vielleicht weil's ein Gefängnis ist?" Karin: "Niemals. Gefängnisse sind häßlich, nie so schön. Bloß wegen der Fenster, nee. Die sind wegen der Diebe, die Gitter, weil die Fenster so weit unten sind!"

Zweihundert Meter weiter bleiben die Kinder wieder stehen. Boris sagt: "Ich seh lauter Drachen." Die Gruppe lacht, doch dann richten sich alle Blicke auf die Gitter an den Balkons. Andreas: "Das sind ja lauter Viecher aus Eisen, Eisenfledermäuse und Eisendrachen. Wenn man da wohnt, das ist gruselig!" Christiane: "Da sind noch viel mehr Tiere, gleiche und verschiedene. Da sind nicht bloß nur Drachen, das ist auch noch ein Löwenhaus!" Karla: "Da, da ist ein weißer Engel. Vielleicht beschützt er die Leute vor den wilden Tieren?"

Der Spaziergang für diesen Tag endet hier. Im Kindergarten zurück, malen die Kinder all die Häuser, die sie gesehen haben.

Am nächsten Tag schleppt Karla ein dickes Buch in den Kindergarten. Ihr Vater ist Architekt. "Der Papa hat gesagt, wir können das mal anschauen. Da sind lauter tolle alte Häuser mit Verzierungen drin. Auch angemalte. Bloß sind sie nicht hier bei uns, sondern in vielen Städten, in München, in Hamburg, in Miltenberg und halt sonst noch wo!"

Eine kleine Gruppe von Kindern beschäftigt sich noch einige Tage mit diesem Buch, andere wenden sich wieder neuen Interessenschwerpunkten zu.

Anregung für Sie: Was gibt es alles in der Nähe Ihres Kindergartens?

  • Da ist die romanische Kirche mit den beiden Löwen davor, die man anfassen kann. "Steinschnitzerei", bemerkt vielleicht ein Kind. Im Innern der Taufstein aus Sandstein mit Darstellungen aus dem Leben Johannes des Täufers. Viel Gesprächsstoff kann sich daran entzünden. Der Kreuzgang mit vielen Inschriften und alten Grabplatten. Mit Papier und Holzkohle oder Bleistift können Sie die Schrift abpausen und dann mit in den Kindergarten nehmen.
  • Da ist das Denkmal eines berühmten Bürgers. Warum es wohl da steht? Wie der Mann wohl wirklich aussah? Ob es auch noch ein Photo von ihm gibt?
  • Da ist das alte Tor. Nur Fußgänger dürfen durch. Für Autos ist es zu eng. Nebenan hat man ein Stück der Stadtmauer abgebrochen und leitet den Verkehr um.
  • Da ist eine Steintafel mit einem Kopf an einem Haus. Wer war der Mann? Er hat Verse geschrieben. Vielleicht für Kinder?
  • Da ist das Haus mit den gebogenen Scheiben. Die glänzen in der Sonne, und man spiegelt sich ganz komisch darin. Was war und ist der Zweck dieses Hauses?
  • Da ist die alte Eiche mit dem großen Schild davor. Sie ist riesig und schon uralt.
  • Da sind das Schloß, die Burg, die Kapelle, . .. und noch vieles, vieles mehr.

Beispiel: Würzburger Residenz

Hier soll ein Gespräch wiedergegeben werden, da es am ehesten Aufschluß darüber gibt, wo die Interessen und Fragestellungen der Kinder liegen.

Christiane: "Die Residenz ist ein großes Schloß."
Erzieherin: "Was ist ein Schloß?"
Andy: "Es ist ein altes Schloß, wo Ritter drin wohnen, da hat auch der Prinz drin gelebt."
Axel: "Ein Palast."
Stefan: "Ein Schloß ist ein König, ein Thron vom König."
Christoph: "Ein Schloß ist nicht gerade, es ist eckig, und es geht eine Treppe rauf. Da wohnen feine Leute. Da gibt's viele Sachen."
Nicki: "Da kämpfen sie. Wenn Feinde kommen, schütten sie Teer runter mit heißem Wasser."
Karina: "Ein Schloß hat viele Türme und es stehen goldene Sachen drin. Die Leute sind viel feiner angezogen."
Sibylle: "Einen großen Strich und noch einen Strich und oben ein Zickzack. So sieht ein Schloß aus."
Ines: "Da wohnen Ritter drin. Obendrauf ist eine Spitze. Das Schloß hat viele Zacken."
Boris: "Da kann man drin wohnen. Man kann ein Fest machen. Die haben dort so lange Tische. Die Ritter waschen sich nur, wenn ein Fest ist. Da gibt es auch Hundezwinger. Ein Schloß hat zwei Türme. Da stehen noch alte Schränke. Haben keine Fenster, sondern Löcher in den Türen."
Stephan: "Schwanstein und [Käppele] und Festung sind ein Schloß. Ich kenne es, weil es schön ist und Geheimgänge und Türme hat."
Katharina: "Früher war eine Ritterburg. Die hatten Kanonen."
Thomas: "Ein Haus. Es gibt Wächter, Türme und Schornsteine."
Peter: "Ein Haus, das ist ganz wertvoll, es ist größer. Da waren die Leute drin, die früher gelebt haben."

(Aus: Petra Krüger, unveröffentlichte Arbeit: "Mit Kindern im Museum", Würzburg 1979).

Wenn Kinder den Weg vom Kindergarten zu einem bedeutenden Bauwerk zurückgelegt haben, dann sind sie bereits für architektonische Sichtweisen sensibilisiert. Für die Besuche von Bauwerken (auch Museen) gilt, daß Sie die besuchsarme Zeit auswählen sollten. Dann haben die Kinder Ruhe und Muße, sich dort in das Sehen von Räumen und Objekten einzulassen, ohne daß sie von Besuchergruppen abgelenkt werden.

Bei dem ersten Besuch in der Residenz faszinierten die Eingangshalle, der Gartensaal mit seinen Fresken, das riesige Treppenhaus mit den Malereien Tiepolos zu den vier Kontinenten, der weiße Saal, aber auch der Kaisersaal. Nach diesem ersten Rundgang entschieden sich die Kinder für die nähere Betrachtung der Deckengemälde im Treppenhaus. Schon nach wenigen Minuten waren sie versunken in die dort dargestellten Szenen, und eine Reihe von Aussagen reihte sich aneinander: "Da kracht ein Pferd herunter" "Da oben fliegen Pferde. Die Vorhänge sehen aus, als wären sie aus Stoff." "Der Hund ist an die Mauer gemacht." "Eine Frau malt an die Kugel." "Da ist Afrika, mit Elefanten und Kamelen und braunen Leuten." "Da sitzt ein Mann mit einem Hund. Das ist bestimmt der Balthasar Neumann, der hat die Residenz gebaut." "Das ist die ganze Welt. Da sind Amerika und lauter Indianer. Die haben alles gemalt, weil sie noch keinen Photoapparat hatten." "Woher wußte der Maler, wie's in anderen Ländern aussieht?" "Er war schon dort." "Nein, man hat es ihm erzählt" ... usw.

Die Reihe der Kinderaussagen ließe sich fortsetzen. Auffallend ist, daß die Kinder schon beim ersten genaueren Betrachten der Deckengemälde mit großer Faszination die plastische Malerei entdeckten. "Der Hund sieht aus, als würde er gleich herunterspringen. Die Beine baumeln aus dem Bild heraus. Der Maler, der war ein richtiger Künstler." Die Kinder setzten sich auf ein Kissen auf die Treppe und holten ihre Malblocks aus der Tüte. Es entstanden interessante Zeichnungen, die einzelne Szenen wiedergaben. Die Auswahl der Kinder war dabei ganz unterschiedlich. Die Eingangshalle, wo die Kutschen gewendet haben, wurde gezeichnet, der Treppenaufgang mit den Kerzen, Szenen aus dem Deckengemälde, Spiegel, Möbelstücke, Prinzen und Prinzessinnen.

Das Thema Residenz beschäftigte den Kindergarten über viele Wochen. Dazu noch ein weiterer Auszug aus der Arbeit von Petra Krüger (ein Kinderbericht): "Der Montag fing mit einer Turnstunde an, in der wir uns verzaubert haben und in einem Schloßgarten waren. Dort sind wir über Hecken gehüpft. Sie waren in verschiedene Formen geschnitten und sahen ganz anders aus als Hecken und Sträucher im Wald und auf der Wiese. Auch sahen wir herrliche Blumenbeete, die rund und eckig angelegt waren. Diese Beete durften wir nicht betreten, sondern wir sind auf Sandwegen, die um die Beete herumführten, gelaufen. Wir schauten uns die schönen Blumen an und rochen daran. Außerdem gab es in dem Schloßgarten tolle Springbrunnen, in denen Enten und Fische schwammen. Zum Schluß waren wir noch in einem Irrgarten. Das war sehr lustig, denn es gab viele Wege und Hecken mit Torbögen, und an irgendeiner Stelle hörte der Weg auf, und wir mußten den Weg zurückgehen und einen anderen Weg ausprobieren, bis wir einen Ausgang fanden.

Am Nachmittag hatte eine Erzieherin verschiedene Gegenstände und Instrumente mitgebracht, und wir überlegten gemeinsam, was man damit für Geräusche machen könnte. Wir fanden so einen Sandweg, einen Ritter im Bett, knarrende Türen usw. Aus diesen Geräuschen hat dann die Erzieherin die Geschichte 'Auf dem Schloß' gemacht. Und wir haben dann die Geschichte zusammen mit Erzählen und Geräuschen gespielt.

Am nächsten Tag hatten wir einen alten Schloßdiener (Marionette) zu Besuch. Eine Erzieherin hatte den Diener Ferdinand mitgebracht, der schon sehr alt war. Ferdinand hatte ein großes Problem. Er hatte schon auf vielen Schlössern gearbeitet und gelebt: Dort half er den Königen und Königinnen beim Anziehen, er kündigte ihnen an, wer zu Besuch kam, er besprach mit ihnen, was bei Festen und Feiern gegessen und getrunken wurde, wen man einladen sollte und viele Dinge mehr. Ferdinand hat uns davon erzählt, dann zeigte er uns Bilder von Schlössern, in denen er schon gewohnt hatte. Wir schauten uns auf den Bildern Türme, Schloßgärten, Springbrunnen und Höfe an.

Doch Ferdinands Problem war nun, daß er sich gerne ein Schloß bauen wollte, aber nicht wußte, wie das geben könnte. Es machte den alten Schloßdiener sehr traurig, doch uns fiel gleich eine Überraschung für ihn ein. Wir sagten Ferdinand, daß er sich doch ein bißchen den Kindergarten anschauen sollte, und schickten ihn nach draußen. Wir malten dann auf große weiße Blätter viele verschiedene Schlösser, so daß sich Ferdinand eines aussuchen konnte. Ferdinand freute sich riesig, doch ganz fröhlich war er eigentlich noch nicht, denn bei so vielen schönen Schlössern konnte er sich einfach nicht entscheiden. So sind wir auf die Idee gekommen, einfach ein Schloß für den Schloßdiener zu 'bauen'.

An einem weiteren Tag unterhielten wir uns noch einmal ganz ausführlich über Schloßgärten, warum sie so schön waren, usw. usw. Anschließend haben wir aus Kleister, Sand und Farbe einen Brei gemacht, einen großen Pappkarton aus der Bastelkammer geholt und einen Garten für den alten Schloßdiener gemalt, mit runden Blumenbeeten, Sandwegen, einen großen Springbrunnen in der Mitte. Anschließend haben wir noch Spaziergänger, Hunde, Bäume und Blumen gebastelt und den Schloßgarten damit belebt. Zum Schluß mußten wir noch ein Versteck suchen, damit Ferdinand unseren Schloßgarten nicht gleich finden konnte. Denn dann kam noch unsere große Aufgabe, das Schloß mußte gebaut werden. Es entstand aus Styroporstücken und wurde mit blauer und gelber Farbe bemalt. Die Schloßbewohner blickten aus dem Fenster direkt hinunter in den Schloßhof. Jetzt konnten wir Ferdinand einladen und ihm sein neues Schloß schenken, über das er sich sehr freute.

In diesen Tagen haben wir auch die Residenz besucht und vielfach dort gemalt. Wir Kinder sind nämlich richtige kleine Künstler. In den nächsten Tagen unterhielten wir uns noch über alle Räume im Schloß. Wir bastelten selbst einen Rittersaal mit Papprollen, Silberfolie, Schachteln und Kartons. Das Gestalten einer Ahnengalerie machte großen Spaß. Das Beste war aber die Schloßküche, in die wir richtig große Ofen, Pfannen, Teller und Töpfe stellten.

Wir lernten einen kleinen Küchenjungen kennen, der sehr viel zu tun hatte, weil im Schloß ein großes Schloßessen gegeben wurde. Er hat uns erzählt, daß er bei so einem Fest für so viele Leute sehr viel vorbereiten müßte, Hühner rupfen, Braten herrichten, Kartoffeln schälen, Suppe kochen, Salate anmachen, Wein aus dem Keller holen usw. usw. Der kleine Küchenjunge hatte noch viele andere Küchenjungen um sich herum, die seine Helfer waren. Was sie zu tun hatten, bekamen sie von dem dicken Koch mit der großen weißen Mütze auf dem Kopf gesagt. Als das Essen fertig war, kamen viele Diener, die das Essen abholten und in die Rittersäle trugen, wo die Gäste schon warteten.

Auch lernten wir noch ein richtiges Schloßgespenst kennen, das nachts um 12 herumspukte und die Schloßbewohner erschreckte. Wir lernten auch ein lustiges Gespensterlied und spielten es dann sogar mit Klatschen, Gehen und Flüstern. Auch einen Spiegelsaal haben wir noch gebastelt. Der war fast so schön wie der in der Residenz. Er hatte Stofftapete, viele Spiegel aus Silberfolie, Prinzen und Prinzessinnen, die in dem Spiegelsaal tanzten. Es waren Marionetten an Fäden. Auch haben wir Möbelstücke, Schränke, Truhen, Sessel, Teppiche aus Schachteln gebastelt und angemalt und mit Silberfolie verziert. Sie sahen fast so aus, als entstammten sie der Residenz. Am meisten gefielen uns die Tapeten, welche nicht nur wie unsere aus Papier, sondern aus Stoff sind. Sie sind mit Mustern und Figuren geschmückt... Zum Schluß dieser ganzen Vorbereitungen haben wir dann auch im ganzen Kindergarten ein richtiges Schloßfest gefeiert" (vgl. hierzu Becker-Textor: 'Kreativität im Kindergarten').

Die Kinder erfüllten all das Gesehene sofort mit Leben. Sie brachten ihre Gefühle, Erfahrungen, Phantasien, Träume, Neugier, Kreativität, Freude, Stimmungen usw. ein und erlebten so die Residenz.

Die Erzieher, die das Projekt begleiteten, haben ein bekanntes Bauwerk ganz neu gesehen und dabei selbst viele Entdeckungen gemacht!"

Wir müssen Kindern danken, wenn sie uns Lehrer sind, und wir wieder lernen, mir ihren Augen zu sehen.

Im Museum

Ein Besuch im Museum gehört zu den Aktivitäten mancher Kindergärten, in deren Nähe sich ein solches befindet. Ob ein Besuch stattfindet, hängt davon ab, ob die Ausstellung oder Sammlung aus der Sicht der Erzieher für Kinder interessant ist. Meist wird ein Museumsbesuch aber nur als Ziel für einen Ausflug gewählt, bleibt ein einmaliges Ereignis im Kindergartenjahr.

Bevor wir zu Praxisbeispielen kommen, möchte ich mit Ihnen an dieser Stelle einen kurzen Blick in die Geschichte der Pädagogik werfen. Der Begriff der Museumspädagogik taucht dort nämlich kaum auf. Eine Ausnahme - leider im deutschsprachigen Raum kaum bekannt und beachtet - bildet die Pädagogik der Schwestern Rosa und Carolina Agazzi. Ihre pädagogischen Grundsätze hat Rosa Agazzi zwar in einer Vielzahl von Schriften dargestellt, doch entbehren sie eines fundierten theoretischen Konzeptes. So hat sie damit außerhalb ihrer Region keinen Durchbruch erreicht. Obwohl die Methoden von Agazzi und Montessori zu den bemerkenswertesten Entdeckungen der italienischen Pädagogik des 20. Jahrhunderts wurden, bleiben erstere außerhalb Italiens unbeachtet.

Daß ich dennoch hier im Praxisteil auf die Schwestern Agazzi zurückkomme, liegt an ihren Aussagen über das "Lehrmuseum für die Erziehung der kleinen und der größeren Kinder". In ihrer Schrift "Come intendo il museo didattico" berichten sie ausführlich über Aufbau, Notwendigkeit und Auswirkungen dieses Lehrmuseums. Meines Erachtens können wir diesen Überlegungen wichtige Aspekte für unser heutiges museumspädagogisches Handeln im weitesten Sinne ableiten.

So favorisierten die Schwestern Agazzi viele "Sammlungen" von Gegenständen, auch von sehr gewöhnlichen und bescheidenen, für die sich das Kind aus eigenem Antrieb interessiert: nämlich von Nägeln, Knöpfen, Bällen, Schächtelchen, Steinchen, Federchen, bunten Papieren usw. An diesen Dingen, die das Kind oft selbst findet und genau betrachtet, werden verschiedene Übungen des Vergleichs, der Abstufung, des Herausfindens einer bestimmten Eigenschaft ausgeführt. So überrascht es auch nicht, wenn Agazzi sagt: "Kein Ding ist unnütz, wenn man weiß, daraus einen nützlichen Vorteil zu ziehen."

Die Schwestern Agazzi nannten diese Sammlungen analog der großen Museum "museo dei poveri" - Museum der Armen - da es sich bei den Gegenständen meist um "wertlose Materialien" handelte. Ihr didaktisches Lehrmuseum war aber bedürfnis- und interessenorientiert, lebendig und ständig dem Wechsel unterzogen, eben ausgerichtet an den Ideen der Kinder und deren Funden. Sie wollten keine starre Festlegung und kein festgefahrenes System, sondern forderten Flexibilität und Kreativität. Diese hohen Anforderungen an Erzieher formulierten sie so: "Aber wer das anwenden kann, hat die Begabung für einen Erzieher, er muß immer den didaktischen Zweck dem Erziehungsziel zuordnen." Viele Anregungen für die praktische Umsetzung finden sich in ihrer Schrift "Guida per le educatrice dell' infanzia".

Wir können also im Kindergarten kleine Museen oder Sammlungen eröffnen, ebenso wie wir Museen besuchen können. Mit einem einmaligen Besuch kann und darf es aber nicht genug sein. Der erste Besuch kann eigentlich immer nur Orientierung geben. Wir Erwachsenen können beobachten, was Kinder anzieht, was sie sehen wollen. Diese ausgewählten Interessenschwerpunkte sind dann das Ziel weiterer Besuche und Objekte der Vertiefung im Kindergartenalltag. Wenn daneben auch im Kindergarten kleine Sammlungen angelegt werden, dann ist das eine Methode, die Kinder dem Museum näherbringt.

Auch eine Galerie mit den Postkarten der Lieblingsgemälde aus der Bildersammlung ließe sich im Kindergarten eröffnen. Postkarten und Poster erhalten kunstvolle Rahmen aus Papier, Holzstückchen, Papierkügelchen usw. Werden diese Rahmen dann noch mit Goldfarbe angemalt, dann kann die Galerie eröffnet werden.

Vielerorts gibt es mittlerweile museumspädagogische Angebote für Kinder. Sie reichen von Malstunden im Museum über Museumsführer und Museumsbücher für Kinder bis hin zu speziellen Kinderführungen für die unterschiedlichen Altersstufen.

Die Hinführung zu Kunst und Kultur muß in frühester Kindheit beginnen und dazu beitragen, daß das vertieft wird, was Kinderaugen ausgewählt haben. Wir Erwachsenen müssen lernen, es "auszuhalten", wenn Kinder nicht unsere Lieblingsobjekte für sich auswählen. Wir können uns aber austauschen mit ihnen; jeder zeigt dem anderen das Objekt, das ihm am besten gefällt.

Wann machen Sie mit Ihren Kindern den ersten oder den nächsten Museumsbesuch? Es bieten sich an:

  • Gemäldesammlung,
  • Antikensammlung,
  • Volkskundeabteilung,
  • Freilichtmuseum,
  • naturhistorisches Museum,
  • aber auch die Schmetterlingssammlung,
  • oder das Puppenmuseum
  • usw.

Legen Sie nicht vorher Ihre Lernziele fest oder was Sie unbedingt mit den Kindern anschauen wollen, sondern reflektieren Sie nach dem Besuch mit den Kindern, was diese alles gesehen und erfahren haben, wieviel Sie alle dazugelernt haben. Sie werden erstaunt sein über die Fragen, Bemerkungen und Feststellungen der Kinder. Kinder sind nicht klein und keine minderwertigen nichtwissenden Menschen, sie sind anders als Erwachsene, sie sehen andere Dinge und haben andere Interessen.

Frage an Sie: Wann eröffnen Sie die erste Abteilung Ihres Kindergartenmuseums? Vielleicht die Sammlung der Herbstblätter, der Samen, der Steine, der Vogelfedern, der Wurzeln?

Im Theater

Peter: "Also, wenn man ins Theater geht, da sind das wichtigste die Augen. Wenn man zu weit hinten sitzt, dann braucht man ein Fernglas, weil sonst sieht man die Gesichter nicht und die Kostüme nicht so genau. Dann braucht man noch die Ohren, damit man hört, was die auf der Bühne reden, und für die Musik. Man kann das schließlich nicht alles erraten!"

Ein Kapitel über das Theater - es ist nicht möglich, im Rahmen dieses Buches auf alle Formen einzugehen, es wären zu viele: das Puppentheater, das Marionettentheater, das Utensilientheater, das Papiertheater, das Maskenspiel, das Hand- und Fußtheater, die Oper, das Ballett, das Schattentheater, die Pantomime usw. So treffe ich eine ganz persönliche Auswahl. Ich will Impulse für das Schattentheater und die Pantomime geben. Warum gerade diese beiden Formen? Weil ich nie gedacht hätte, daß eine derartige Faszination für Kinder davon ausgehen könnte!

Bevor Sie allerdings weiterlesen, versuchen Sie bitte alles zu vergessen, was Sie in Ihrer Ausbildung darüber gehört haben! Vielleicht geht es Ihnen ähnlich wie mir. Niemals, so beschloß ich, werde ich nochmal Schattentheater für Kinder vorbereiten. Wochenlang hatte ich während der Ausbildung Abend für Abend die Figuren für das Märchen vom fliegenden Pferd aus schwarzem Karton ausgeschnitten. Immer wieder verhedderten sich die Beine des Pferdes. Trotz ruhiger Hand zitterte der Schatten, wenn ich meine Spielversuche machte. Die Lehrprobe wurde mit Note 4 bewertet. Ein solches Schattentheater habe ich bis zum heutigen Tage nicht wiederholt! Viele Jahre nach diesem Ausbildungserlebnis habe ich jedoch meinen Zugang zum Schattentheater gefunden und hatte begeisterte Mitakteure in den Kindern.

Schattenspiel

Beheimatet war das Schattenspiel ursprünglich in Asien. Aus dünngeschabten Häuten der Tiere und eingefärbtem Pergament wurden scherenschnittähnliche Figuren hergestellt. Perforierung in Form von Mustern ließ Licht durchdringen. Kleine Löcher und farbige Bemalung ließen die Flachfiguren zu richtigen Kunstwerken werden. Gespielt wurde vor einer Leinwand aus Seide oder Papier. Während die Männer das Spiel mit der dekorierten und kunstvoll bemalten Seite der Figur sehen konnten, saßen die Frauen hinter der Leinwand und mußten sich mit dem Schatten vergnügen.

Soweit als Information - auch für Kinder. Und jetzt kann es losgehen mit dem Schatten! Kinder wissen sehr wohl, daß es dazu Licht braucht. Dann müssen wir sie allerdings allein lassen. Wir brauchen nichts vorzugeben. Sie müssen alleine experimentieren und sehen, was geschieht. Wir als Erwachsene sind aufgefordert, in erster Linie zuzuschauen. Vielleicht gelingt uns, das zu sehen, was die Kinder sehen, zum Beispiel, wenn die Figur aus der Ferne zur Leinwand schwebt, erst ein gespenstischer Hauch, dann langsam Konturen und Gestalt annimmt. Bei farbigen Figuren (transparent) kommt noch die Veränderung von der "Farblosigkeit" zu den leuchtenden Farben hinzu.

Hoffentlich sind Sie jetzt neugierig geworden. Probieren Sie es aus, für sich alleine, im Team, vor den Kindern - letzteres ohne Kommentar. Lassen Sie Taschenlampen und Leinwand zurück. Die Kinder sehen, daß die Materialien bereitliegen und werden spielen - vielleicht anders, als wir Erwachsenen es erwarten. Natürlich gibt es viele Varianten...

Sehen lernen kann man nur beim Experiment, nur im Prozeß. Das reine Anschauen eines Spielstückes verleitet eher zu passivem Konsum.

Tips für das selbständige Schattenspiel der Kinder: Für jedes Kind einen Schuhkarton, daraus eine große Fläche ausschneiden, mit Butterbrotpapier hinterkleben. Taschenlampe, Stoffrestchen, Transparentpapierstückchen, Farben, Naturmaterial wie Federn, Blätter usw. Eine Feder tanzt am Faden, ein Stückchen Transparentpapier am Faden wird zum Schmetterling... Arbeitsauftrag an die Kinder: Erfindet Schattenspiele. Seht, was Schatten macht.

Die vorgenannten Materialien können immer im Gruppenraum zur Verfügung stehen. Zuschauer? Das sind Sie als Erwachsene. Bitte nur Zuschauer, keine "Bestimmer".

Die Pantomime

Diese Form des Theaters benützt als Hauptmittel die Mimik und die Gestik. Damit ist besonders das Sehen herausgefordert. Leider wird Pantomime oft verkürzt so beschrieben: Weißgeschminktes Gesicht, schwarze Kleider; gespielt wird mit körperlichem Ausdruck, Bewegung, Gestik oder Mimik.

Anfangs kann man sich nur schlecht vorstellen, daß Pantomime Kindergartenkinder begeistern kann. Die Pantomime braucht allerdings eine Einführung und eine Begleitung, die unter dem Motto stehen: Eindruck führt zum Ausdruck. Das heißt ganz konkret, daß Kinder nur das pantomimisch ausdrücken können, was sie vorher in sich aufgenommen haben. Sie müssen Bewegungsabläufe wahrgenommen, beobachtet, absorbiert und verinnerlicht haben. So haben sie beispielsweise im Zirkus einen Gewichtheber beobachtet, wie sein Gesicht Anstrengung wiedergibt bzw. Entspannung, wenn das Gewicht wieder auf der Erde liegt. In einem weiteren Schritt können Kinder Bewegungsabläufe wiedergeben und sich dabei gegenseitig beobachten. Wenn diese Schritte erfolgt sind, versuchen sie selbst, Bewegungsabläufe pantomimisch darzustellen, das Objekt wird weggelassen, die Bewegungen werden nur noch pantomimisch rekonstruiert.

Dies läßt sich an einem Beispiel aus der Kindergartenarbeit verdeutlichen: Ich blase einen Luftballon auf und spiele mit ihm. Einige Kinder schauen zu, wollen mitmachen. Doch ich erlaube es nicht, aus Angst, daß mein Ballon zerplatzen könnte. Die Kinder versprechen mir, daß sie ihn ganz vorsichtig behandeln. Wir klären zusammen, wie man mit dem Luftballon umgeht, und ich lasse die Kinder mitspielen. Wir machen viele Spiele mit dem Ballon, wir geben ihn weiter, spielen ihn uns gegenseitig zu, und jeder beobachtet sich und die anderen bei der Bewegung. Doch dann platzt der Ballon, und ich bin furchtbar traurig. Um mich zu trösten, machen die Kinder den Vorschlag, daß wir ohne Ballon spielen und nur so tun, als hätten wir einen. Wir überlegen uns, wie wir uns vorhin bewegt haben, und versuchen dann, diese Bewegungsabläufe ohne Ballon nachzuvollziehen.

An solch ein Spiel, eine Übung oder einen Zufall kann sich ein Gespräch über Pantomime anschließen. Kinder äußern sich: "Pantomime geht ohne Stimme." "Man sieht an der Bewegung, was der Mensch tut oder will." "Man kann am Gesicht sehen, wenn jemand traurig ist." "Pantomimen haben immer ein weißes Kostüm an, damit keine weißen Flecken von der Schminke draufkommen." "Man muß die Bewegungen gut sehen können, weil er ja nicht spricht." Solche und ähnliche originelle Antworten werden Kinder in einer Vielzahl bringen.

Wir werden kaum Gelegenheit haben, an einer Pantomimenaufführung am Abend teilzunehmen, doch können wir uns behelfen, indem wir vielleicht junge Leute einladen, die Straßenpantomime machen, oder einen Bildband über Pantomime in der Bibliothek ausleihen. Wir können die Bilder betrachten und versuchen, herauszufinden, was der Künstler jeweils gerade macht, vorstellt, nachahmt. Die Bilder können dann dazu reizen, erfundene Geschichten zu ihnen zu erzählen. Oder erzählte Geschichten werden pantomimisch umgesetzt.

Ganz wichtig scheint beim Pantomimenspiel auch zu sein, daß Kinder einmal in die Zuschauerrolle versetzt werden. Hier wäre eine Aktion "Erzieher spielen für Kinder" angesagt. So spielen die Erzieher eine von den Kindern ausgewählte oder erfundene Szene. Die Kinder kritisieren bzw. kommentieren, ob das, was sie sich vorstellen, auch wirklich zum Ausdruck kommt. Sie sind also wieder in ihrer Beobachtung gefordert.

Ein Anreiz wäre auch die bildnerische Gestaltung, das Festhalten verschiedener Gesichter in Zeichnungen oder Collagen. Hier bieten sich beispielsweise Arbeiten mit Gips bzw. Papiermaché oder Schwarzweißzeichnungen an.

Sicher entdecken Sie noch viele Möglichkeiten, wie die Pantomime im Kindergarten eingeführt werden bzw. einen Stellenwert im Alltag mit den Kindern erhalten kann: Pantomimische Ratespiele, Beruferaten, Gefühle raten. usw.

Wie schon erwähnt, werden im gesamten Bereich des darstellenden Spieles alle für die kindliche Entwicklung wichtigen Bereiche angesprochen. Einige dieser Bereiche werden ganz besonders durch Schattenspiel und Pantomime gefördert. Dazu gehören insbesondere Wahrnehmung und Motorik, Sozialerziehung und Persönlichkeitsbildung, Konzentration und Phantasie.

Ein neues Rahmenthema für Ihren Kindergarten: "Der Kindergarten - ein Theater".

Ein Thema für die Elternarbeit: "Eltern spielen Theater". (Die Erwachsenen werden dabei genauso begeistert sein, ebenso vielfältige Erlebnisse und Erfahrungen haben wie unsere Kinder).