Mit Kindern über den Tod sprechen

Michael Schnabel


Veröffentlichungen als Hilfen zum Thema

Viele Erzieherinnen - und auch die meisten Träger, auch wenn sie Priester sind - sind unsicher, wenn ein Elternabend zum Thema "Kind und Tod" angefragt wird. Wenn Eltern ausdrücklich den Wunsch äußern, darüber etwas hören zu wollen, beginnt eine fieberhafte Suche nach guten Unterlagen und brauchbaren Hilfen. Ich stelle hier ausgewählte Veröffentlichungen vor, die nützliche Anregungen für Gespräche geben:


Brocher, Tobias: Wenn Kinder trauern, Rowohlt-Taschenbuch, Hamburg 1985

Ausgehend von einem konkreten Gespräch eines 9jährigen Kindes zum Thema Tod zeigt der Autor das Verständnis der Kinder über Tod und Sterben auf. Daraus werden Regeln und Verhaltensweisen gefolgert, wie Erwachsene mit Kindern sich verhalten sollen und wie sie sachgerecht den Tod in Gesprächen mit Kindern erörtern können. Das Verschweigen des Sterbens gegenüber Kindern sieht der Autor als schädlich für die seelische Entwicklung der Kinder an.

Die Veröffentlichung enthält viele konkrete Beispiele und gibt gezielte Hilfen, wie bei einem konkreten Todesfall die Trauer mit Kindern durchlebt werden kann.


Kübler-Ross, Elisabeth: Kinder und Tod, Kreuz-Verlag, Zürich 1984

Elisabeth Kübler-Ross - die bekannte Forscherin zum Schwerpunkt Tod und Sterben - legt in diesem Buch ihre Erfahrungen vor im Umgang mit sterbenden Kindern und der Betreuung ihrer Angehörigen. Mit Einfühlung und Verständnis schildert sie die Situation der betroffenen Eltern und Kinder. Sie berichtet, wie sich aus einer derart einschneidenden Krise neue Chancen für eine innere Entwicklung und Bejahung des Lebens herausbilden kann.


Leist, Marielene: Kinder begegnen dem Tod, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1987

Die Autorin gibt aus ihren Erfahrungen heraus in der Begleitung von Kindern und Erwachsenen Informationen und Hilfen, wie mit Kindern diese Situation zu bewältigen sei. Sie beschreibt die Situationen, wenn ein Tier stirbt, wenn Kinder den Tode eines Verwandten, Bekannten oder Familienangehörigen erleben und wenn ein Kind in der Familie stirbt. Neben den einfühlenden Informationen gibt die Autorin viele Hinweise zum Umgang mit Trauer.


Tausch-Flammer, Daniela; Bickel, Lis: Wenn Kinder nach dem Sterben fragen. Ein Begleitbuch für Kinder, Eltern und Erzieher, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 1994

Das Buch will Erwachsenen helfen, mit Kindern über Tod und Sterben sachgerecht zu reden. Dazu werden in einem ersten Teil Anregungen zur Bearbeitung der Erfahrungen von Erwachsenen gegeben. Weiterhin soll Verständnis für das Erleben der Kinder von Tod und Sterben geweckt werden.

Der zweite Teil des Buches stellt Materialien und Anregungen bereit, damit Kinder im Alter von 5 - 11 Jahren sich kreativ mit dem Thema auseinandersetzen können. Gerade diese praktischen Anregungen zeichnen die Veröffentlichung aus.


Spölgen, Johannes; Eichinger, Beate: Wenn Kinder dem Tod begegnen. Erich Wewel Verlag, München 1996

Die Veröffentlichung ist entstanden aus Gesprächen in Familienkreisen und Eltern-Kind-Gruppen zum Thema "Mit Kindern über den Tod sprechen". Sie gibt einen Überblick zu entwicklungspsychologischen Voraussetzungen und religionspädagogischen Prinzipien beim Reden über Tod und Sterben mit Kindern. Im Mittelpunkt stehen Fragen: Wie komme ich mit Kindern auf die transzendente Ebene unseres Lebens zu sprechen? Wie kann ich trauernden Kindern Trost aus der Glaubenserfahrung spenden?


Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen (Hrsg.): Wenn Kinder nach dem Tod fragen. Arbeitshilfe, Hannover 1996 (Bestelladresse: Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen, Archivstraße 3, 30169 Hannover)

Die Arbeitshilfe erschließt das Thema unter dem Gesichtspunkt: Wie können die Vorlagen konkret in Fortbildungsveranstaltungen eingesetzt werden? Das erste Kapitel gibt einen gründlichen Einblick, wie Kinder in ihrer Entwicklung den Tod sehen und erleben. Das zweite Kapitel strukturiert Veranstaltungsformen zum Thema, beispielsweise Seminare, Elternabende. Die weiteren Kapitel enthalten aufbereitetes Material für die konkreten Veranstaltungen. Die Arbeitshilfe ist für die Planung und Durchführung einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Kind und Tod" eine sehr nützliche Hilfe.


Pisarski Angelika; Pisarski, Waldemar: Das Sterben ins Leben holen. Kinder beim Trauern begleiten. Nürnberg 1997 (Bestelladresse: Diakonisches Werk Bayern, Landesverband Evang. Kindertagesstätten in Bayern e.V., Referat Fort- und Weiterbildung, Pirckheimerstr. 6, 90408 Nürnberg; Preis DM 12,--)

"Abschiedlich leben zu lernen, das Sterben ins Leben zu holen", dies ist das Grundanliegen des Arbeitsheftes. Es konzentriert sich auf Kinder, die ein Geschwisterchen oder einen Elternteil verloren haben. Folgende Schwerpunkte zeigen für diese Situationen Hilfen auf: Die Trauer der Kinder verstehen, Kinder trösten und nicht vertrösten, mit trauernden Kindern reden, mit Kindern Trauer gestalten, mit Kindern abschiedlich leben. Ergänzend sind Informationen zu finden über den Wandel der Einstellung zu Leben und Sterben und über Möglichkeiten, mit Eltern das Thema zu beraten und Erfahrungen zu verarbeiten.


Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hrsg.): Leben bis zuletzt. Sterben als Teil des Lebens. Bonn 1996 (Bestelladresse: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Kaiserstraße 163, 53113 Bonn)

In der Broschüre finden sich über 30 Kurzbeiträge zum Schwerpunkt "Tod und Sterben". Es gibt konkrete Vorschläge für Gesprächsabende, Bausteine für Gottesdienste und Hinweise für Hilfsangebote. Auch wenn nur ein Beitrag sich mit der Trauer von Eltern beschäftigt, so ist die Arbeitshilfe sehr empfehlenswert, wenn sich Erzieherinnen auf einen Elternabend oder ein Projekt zum Schwerpunkt "Kind und Tod" vorbereiten.


Schindler Regine (Hrsg.): Tränen, die nach innen fließen. Mit Kindern dem Tod begegnen. Erlebnisberichte betroffener Kinder und Eltern. Verlag Ernst Kaufmann, Lahr 1993

Die Veröffentlichung enthält Erzählungen und Berichte, wie Kinde rund Erwachsene mit dem Tod konfrontiert wurden. Es werden verschiedenartige Situationen beschrieben: der Tod eines Säuglings, der frühe Tod eines Geschwisters oder eines Elternteils, das Sterben alter Menschen oder der Verlust eines Tieres. Fachbeiträge aus therapeutischer, seelsorgerischer und religionspädagogischer Sicht geben Hilfen und Anregungen, wie mit Kindern über Tod und Sterben gesprochen werden kann und wie sie in der Zeit der Trauer begleitet werden sollen.


Keyserlingk, Linde von: Da war es auf einmal so still. Vom Tod und Abschiednehmen. Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1997

Tod, Trauer, Verlust und Abschiednehmen sind Themen, die eher selten im Kindergarten zur Sprache kommen. Auch im Leben eines Kindes können und sollen diese Erfahrungen nicht ausgespart werden. Erwachsene sind meist hilflos, wenn sie die direkten Fragen der Kinder nach Tod und Sterben beantworten sollen. Und wie soll den Kindern durch das vorläufige Ende des Todes hindurch eine Perspektive der Hoffnung und Freude nahegebracht werden? Geschichten und Erzählungen sind eher in der Lage Hoffnung zu wecken als kurzatmige Erklärung. Das Buch von Linde von Keyserlingk erzählt behutsam von Trauer und Abschied.

Die Erzählungen sind nach Themen geordnet: Pflanzen und Tiere, Geschwister, Eltern, Großeltern, gewaltsamer Tod, der eigene Tod und Jenseitsphantasien, Angstbewältigung. Die Zuordnung der einzelnen Geschichten in die genannten Themen ist zuweilen fraglich. Jedoch mindert dies in keiner Weise die Qualität der Geschichten. Es ist allen, die mit Kindern über den Tod sprechen wollen - seien es Eltern oder Pädagog/innen - zu empfehlen, diese Erzählungen einzusetzen.