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- Online-Handbuch - Herausgeber: Martin R. Textor |
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Rezension Antje Bostelmann, Michael Fink: Pädagogische Prozesse im Kindergarten - Planung, Umsetzung, Evaluation. Berlin: Bananenblau 2011, 269 Seiten, EUR 14,80
Antje Bostelmann, Erzieherin, richtete zunächst in Berlin eine Malschule ein, die offensichtlich so viel Zuspruch erfuhr, dass sie heute Geschäftsführerin einer GmbH mit 20 Kindergärten und einer Grundschule ist. Auch dieses Buch stellt Qualitätsmanagement in das Zentrum der pädagogischen Bemühungen. "Schluss mit der pädagogischen Beliebigkeit" und Festlegung der Freiräume werden propagiert. Das Konzept ist ganzheitlich. Selbstlernprozesse zu ermöglichen, soziale und emotionale Kompetenz zu fördern, mit allen Sinnen lernen zu dürfen und problemlösendes Denken zu aktivieren sind die Zielvorgaben. Die Kinder werden in altershomogenen Gruppen geführt und haben "ihre" Gruppenleiterin. Aber gruppenoffene Arbeit überwiegt. Hier treffen sich Kinder verschiedener Altersstufen. Kinder mit Förderbedarf werden gezielt an bestimmte Angebote herangeführt. Kinder von 0-2 haben eine eigene Gruppe. Der Tagesrhythmus ist vorgegeben. Jeder Tag beginnt zu einer festgelegten Zeit mit dem Morgenkreis. Zeiten für geschlossenen Angebote werden vorab eingeplant. Mahlzeiten, Entspannungs- und Ruhephasen sind als offene Angebote gestaltet. Erziehungsziele und empfohlene Methoden unterscheiden sich nicht von dem, was beispielsweise das Konzept des Situationsansatzes enthält. Neu ist der zentrale Stellenwert der Evaluation, also der ständigen Überprüfung des eigenen Handelns und der vorgegebenen Rahmenbedingungen. Nicht nur die Kinder werden regelmäßig in ihrer Entwicklung beschrieben, sondern auch die Monatspläne, die Interaktion, die Gruppenarbeit, das offene System usw. müssen sich der kritischen Überprüfung durch die Handelnden stellen ("Überprüfungsfragen" folgen jeder Zielbeschreibung). In einem Punkt möchte ich allerdings den Autoren widersprechen: "Lassen sich die Pädagoginnen und Pädagogen zwar in die Spielsituation von Kindern einbinden, tun dies aber nie unaufgefordert?" (S. 99) Damit wird eine der besten Möglichkeiten, sich einzelnen Kindern im Spiel zuzuwenden und sie gezielt zu fördern, vertan: Durch Mitspielen kann das Spiel belebt und eine neue Dimension eröffnet werden, können Kindern neue Erfahrungen vermittelt werden und sie in Dialoge eingebunden werden - und das alles mit spielerischer Leichtigkeit! Rose Götte |