Kindergartenpädagogik
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Herausgeber: Martin R. Textor

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OECD-Veröffentlichung "Bildung auf einen Blick": Wesentliche Aussagen in der Ausgabe 2004

Bundesministerium für Bildung und Forschung/ Kultusministerkonferenz

 

Mit der Ausgabe des Jahres 2004 von Education at a Glance/ Bildung auf einen Blick legt die OECD erneut ein aktualisiertes und die wesentlichen Bereiche des Bildungssystems umfassendes statistisches Werk vor. Bildung auf einen Blick liefert die wichtigsten Bildungsdaten aller OECD-Staaten (und zahlreicher weiterer Staaten), vergleicht sie und lenkt so den Blick auf einzelne nationale Erfolge und Mängel. Dadurch wird die Chance eröffnet, von erfolgreichen Strategien anderer Nationen zu lernen oder weniger erfolgreiche zu vermeiden.

Zugang und Erwerb von Bildung sind von zentraler Bedeutung für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Investitionen in Bildung sind wesentliche Voraussetzungen für individuellen und gesellschaftlichen Fortschritt und Wohlstand. Sie müssen auch zukünftig unerlässlicher Bestandteil bildungspolitischen Handelns von Bund und Ländern bleiben. Ohne umfassende Kenntnis der aktuellen Entwicklung der Strukturen, der Kosten und des Personals des Bildungswesens sowie der Qualität der Lehrenden und Lernenden kann diese Aufgabe nicht erfolgreich umgesetzt werden.

Bund und Länder bauen zurzeit eine nationale Bildungsberichterstattung auf, die vielfältige internationale Bezüge aufweist. In der Dokumentation, die stärker auf nationale Handlungsfelder ausgerichtet ist, sollen die Entwicklungen in Deutschland durch aussagefähige Kennzahlen dargestellt, vorrangige Handlungsfelder ermittelt und Wirkungen von eingeleiteten Reformen beobachtet werden. Die Berichterstattung ist angelaufen und wird bis Ende 2005 in einen ersten umfassenden Bericht über alle Bildungsbereiche einmünden.

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Bildungsausgaben leicht unter OECD-Durchschnitt

Ausgaben für Bildung sind Investitionen in die Zukunft eines Landes. Sie sind in hohem Maße geeignet, das Wirtschaftswachstum zu stärken, die Produktivität zu steigern, die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung zu fördern und soziale Ungleichheiten zu verringern. Sie sollten daher zukünftig auch in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Investitionen betrachtet werden. Ein solches Vorgehen wird zurzeit bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung in internationalen Gremien beraten, eine Umsetzung erscheint in den nächsten Jahren möglich.

Ohne angemessene materielle Ausstattung kann das Bildungssystem den vielfältigen Anforderungen nicht gerecht werden. Dies gilt insbesondere angesichts der derzeit herrschenden Finanzknappheit der öffentlichen Hände.

Die OECD-Mitgliedsstaaten wendeten im Jahr 2001 durchschnittlich 5,6% ihres Bruttoinlandproduktes (BIP) für ihre Bildungssysteme auf. Deutschland liegt mit 5,3% unterhalb des OECD-Mittels. Die höchsten Ausgaben für Bildungseinrichtungen verzeichnen Korea (8,2%) und die Vereinigten Staaten (7,3%). Es folgen Dänemark (7,1%), Norwegen und Belgien (beide 6,4%) sowie Frankreich (6%). Neun OECD-Staaten geben jedoch weniger als 5,3% ihres BIP aus, darunter die Niederlande mit 4,9%.

Anteil öffentlicher Bildungsausgaben an den öffentlichen Gesamtausgaben in Deutschland unvermindert seit 1995

Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben an den öffentlichen Gesamtausgaben ist ein weiterer Maßstab, um den Stellenwert der Bildung im Vergleich zu anderen öffentlichen Aufgaben wie Gesundheitswesen, soziale Sicherung, Verteidigung und innere Sicherheit zu messen. In Deutschland beträgt der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben an den öffentlichen Ausgaben seit 1995 unverändert 9,7%. Im OECD-Durchschnitt sind es 2001 12,7%, 1995 waren es noch 11,8%. Deutlich höhere Anteile an den öffentlichen Gesamtausgaben werden von Australien (14,4%), der Schweiz (15,2%), Dänemark (15,4%), Korea (17,7%) und Mexiko (24,3%) erbracht.

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Ungünstiges Betreuungsverhältnis in Kindergärten

Ein weiterer wichtiger Indikator für die für Bildungszwecke bereitgestellten Ressourcen ist das zahlenmäßige Schüler/Lehrkräfte-Verhältnis. Eine niedrige Schüler/Lehrkräfte-Relation wird als günstig für den Lernerfolg angesehen. In Deutschland ist die Schüler/Lehrer-Relation höher als im internationalen Vergleich.

Besonders hoch ist sie im Elementarbereich, in dem rund 24 Kinder auf eine Betreuungsperson kommen, die - nach dem Vereinigten Königreich - ungünstigste Relation innerhalb der OECD. Das Mittel liegt bei rund 15 Kindern pro Betreuungsperson, die günstigsten Werte erreichen Island, Dänemark und Neuseeland mit einer Quote von 5 bis 7. Im Primarbereich kommen in Deutschland rund 19 Kinder auf eine Betreuungsperson (OECD-Mittel rund 17), am besten schneiden Dänemark, Ungarn und Italien mit weniger als 11 Kindern je Betreuungsperson ab. Im Sekundarbereich I sind es 15,7 (OECD-Mittel 14,4) und im Sekundarbereich II wird mit 13,6 Jugendlichen pro Betreuungsperson das Mittel von 13,1 fast erreicht.

Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die Betreuungsrelation vor allem im Elementarbereich aber auch im Primarbereich der Verbesserung bedarf. Für Bund und Länder bilden die frühkindlichen Bildungsprozesse als Teil einer kontinuierlichen Bildungsbiographie einen besonderen Schwerpunkt. So haben die Kultus- und die Jugendministerkonferenz eine übergreifende und koordinierte Zusammenarbeit mit dem Ziel vereinbart, eine möglichst frühe Förderung und eine Optimierung der Übergänge vom Elementarbereich zum schulischen Bereich zu erreichen.

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Quelle: http://www.bmbf.de/pub/bildung_auf_einen_blick_wesentliche_aussagen.pdf (Auszüge)