Marianne und Lasse Berger: Der Baum der Erkenntnis für Kinder und Jugendliche im Alter von 1-16 Jahren. Bremen: Eigenverlag, 5. Aufl. 2008, 48 Seiten, EUR 7,00 plus Versandkosten (Bestelladresse: Marianne und Lasse Berger, Rotdornallee 89, 28717 Bremen, Email: berger_LM@web.de)

 

Der Baum der Erkenntnis ist ein gemeinsamer Bildungsplan für Vorschule und Schule, entwickelt in der Gemeinde Halmstad in Schweden. Gleichzeitig ist er

  • ein Werkzeug für Pädagogen, um die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu dokumentieren und zu reflektieren,
  • eine Grundlage für Entwicklungsgespräche mit Eltern, Schülern und dem Arbeitsteam,
  • eine Hilfe für Kinder und Jugendliche, um die eigenen Kompetenzen und das eigene Lernen zu reflektieren,
  • ein Beitrag für die Zusammenarbeit von Kindergarten, Schule und Hort.

"Der Baum der Erkenntnis" verdeutlicht in hervorragender Weise die ganzheitliche Sicht auf das Kind, die das schwedische Bildungswesen kennzeichnet. Hier werden die gesamtschwedischen Lehrpläne für Vorschule und obligatorische Schule zusammengefügt, so dass man in ihm die Entwicklung und das Lernen des Kindes vom ersten bis zum 16. Lebensjahr verfolgen kann.

Dieser Lehrplan hat die Form eines Baumes: KUNSKAPENS TRÄD - BAUM DER ERKENNTNIS. Die Wurzeln des Baumes beschreiben die Entwicklung des Kindes aus fünf verschiedenen Perspektiven: sozial, gefühlsmäßig, intellektuell, motorisch und sprachlich. In der Krone findet man sämtliche Ziele der schwedischen Grundschule. Sie umfasst die Klassen 1 - 9 und ist obligatorisch für alle Schüler. Bis zur 8. Klasse gibt es keine Zensuren, stattdessen regelmäßige Entwicklungsgespräche mit Eltern und Kindern.

Die Entwicklung persönlicher Kompetenzen, das Kennenlernen von kulturellen und gesellschaftlichen Werten und die Aneignung von fachlichem Wissen werden in diesem Modell als Einheit gesehen. Vorschule, Schule und Hort nehmen dabei spezifische, dem Alter und der Entwicklung des Kindes entsprechende Aufgaben wahr.

Das vorliegende Buch ist einerseits für die Pädagog/innen bestimmt. Das pädagogische Team kann sich um dieses Buch sammeln, um Stoff und Methodenwahl zu diskutieren, damit die angegebenen Ziele erreicht werden. Andererseits eignet es sich als Dokumentationsmaterial, als ein Buch für jedes Kind, in dem angezeichnet wird, wie weit das Kind/ der Jugendliche mit seinem Lernen gekommen ist und welche Ziele es schon erreicht hat. Dabei werden die Stärken , nicht die Mängel dokumentiert. Denn: "Jedes Kind soll in seinem eigenen Tempo klettern dürfen und in dem Takt lernen, wie sich Interesse und Reife einfinden."

Diese Dokumentation ist ein wichtiges Werkzeug des Pädagogen, um die Entwicklung des Kindes und die eigene Arbeit zu reflektieren. Da sie dem Kind vom Eintritt in die Vorschule bis zum Ende der obligatorischen Schule folgen soll, erleichtert sie Übergänge, z.B. den Übergang von der Vorschule in die Schule. Darüber hinaus kann das Kind mit Hilfe einer solchen Dokumentation seiner eigenen Entwicklung und seinem eigenen Lernen folgen und darüber reflektieren.

Und schließlich: Als Unterlage für Entwicklungsgespräche mit Eltern ist dieses liebevoll gestaltete Buch wohl unübertroffen, denn es zeigt nicht nur, was das eigene Kind schon kann, sondern es veranschaulicht selbst für bildungsfernere Eltern den Zusammenhang zwischen Grundkompetenzen - den Wurzeln - und dem schulischen Lernen - der Baumkrone.