Karlheinz Barth: Lernschwächen früh erkennen im Vorschul- und Grundschulalter. München, Basel: Ernst Reinhardt Verlag, 6. Auflage 2012, 241 Seiten, EUR 19,90 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Eine beträchtliche Anzahl von Kindern entwickelt nach der Einschulung - oftmals trotz guter Intelligenz - besondere Schwierigkeiten im Erwerb des Lesens, Rechtschreibens und/oder Rechnens. Kann man diese Kinder mit ihren Lernproblemen frühzeitig erkennen? Unter Umständen sogar bereits in ihrer Kindergartenzeit? Und woran kann man diese "Risikokinder" erkennen? Lernstörungen ziehen weitreichende emotionale und soziale Folgestörungen nach sich. Frühzeitiges Erkennen von Lern- und Entwicklungsauffälligkeiten ist daher von fundamentaler Bedeutung, will man die negativen Auswirkungen von Leistungsversagen auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern verhindern oder mildern. Das Buch gibt einen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand, zeigt anschaulich und praxisbezogen konkrete Möglichkeiten der Früherkennung auf und will besonders Lehrern, Erziehern und Eltern helfen, die Lernstörungen ihrer Kinder besser zu verstehen.

Inhalt

Vorwort

Kapitel 1: Vom Kindergarten zur Grundschule. Ein (un-)gelöstes Problem?

1.1 Ist die Schule reif für unsere Kinder?
1.2 Die Kooperation Kindergarten - Grundschule: Wunsch oder Wirklichkeit?
1.3 Ausleseintensive Einschulungspraxis
1.4 Überalterung der Schulanfänger
1.5 Integration statt Aussonderung
1.6 Schützt eine Zurückstellung vor dem Sitzenbleiben?
1.7 Bessere Lernvoraussetzungen durch vorschulische Einrichtungen?
1.8 Veränderte Kindheit, veränderte Familien- und Gesellschaftsstrukturen
1.9 Schulreife - Schulfähigkeit: Vom Wandel eines Begriffs
1.10 Lösungsansätze: Konzepte zur Neugestaltung der Schuleingangsphase
1.11 Integrativer Unterricht
1.12 Flexible Schulbesuchszeit
1.13 Einbindung sozialpädagogischer Fachkräfte in die Grundschule
1.14 Veränderung des Unterrichts
1.15 Die Entwicklung neuer Kooperationsstrukturen

Kapitel 2: Früherkennung schulischer Lernstörungen. Geht das und hilft das den Kindern?

2.1 Ein neuer Lebensabschnitt beginnt
2.2 Lernprobleme schon in der Schultüte?
2.3 Begriffsbestimmung: Lern- bzw. Entwicklungsstörungen
2.4 Die langfristige Entwicklung von Kindern mit Lernstörungen
2.5 Früherkennung im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Stigmatisierung
2.6 Alltagsbeobachtungen interpretieren lernen
2.7 Ein interdisziplinäres Kooperationsmodell

Kapitel 3: Entwicklungsauffälligkeiten und schulische Lernstörungen

3.1 Lernstörungen - eine neuropsychologische Betrachtungsweise
3.2 Der Aufbau unseres Wahrnehmungssystems
3.3 Geschlechts- und schichtspezifische Unterschiede
3.4 Grenzen neuropsychologischer Konzepte
3.5 Das Konzept der dynamischen Lokalisation
3.6 Funktionsbereiche des Gehirns
3.7 Die Aufgaben der verschiedenen Wahrnehmungsbereiche und ihre Funktionsstörungen
3.7.1 Die taktile Wahrnehmung (Tast- und Berührungswahrnehmung) und ihre Funktionsstörungen
3.7.2 Die kinästhetische Wahrnehmung (Lage- und Bewegungswahrnehmung) und ihre Funktionsstörungen
3.7.3 Die vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewichtswahrnehmung) und ihre Funktionsstörungen
3.7.4 Die Entwicklung des Körperschemas
3.7.5 Körperorientierungsstörungen bzw. Körperschemastörungen
3.7.6 Bewegungsplanungsstörungen (Dyspraxien)
3.7.7 Störungen in der Raumwahrnehmung
3.7.8 Die visuelle Wahrnehmung und ihre Funktionsstörungen
3.7.9 Die auditive Wahrnehmung und ihre Funktionsstörungen
3.8 Die Spezialisierung der Hirnhälften
3.9 Lateralität
3.10 Literaturempfehlungen zu Fördermöglichkeiten wahrnehmungsgestörter Kinder

Kapitel 4: Möglichkeiten zur Früherkennung von Lese-/Rechtschreibschwierigkeiten

4.1 Wie Kinder die Schrift entdecken
4.2 Kinder sind eigenaktive Lerner
4.3 Entwicklungsstufen der Rechtschreibung
4.4 Was ist überhaupt eine Lese-/Rechtschreibschwäche?
4.5 Das Zusammenwirken verschiedener Wahrnehmungsbereiche beim Schriftspracherwerb
4.6 Das funktionelle System des Leselernprozesses
4.7 Gibt es wirklich "isolierte" Lese-/Rechtschreibschwierigkeiten?
4.8 Folgen von Lernstörungen
4.9 Früherkennungshinweise
4.10 Neue Ansätze zu Möglichkeiten der Früherkennung
4.11 Fördermöglichkeiten
4.12 Risikokind: Junge
4.13 Möglichkeiten der testpsychologischen Diagnostik bei Lese-/Rechtschreibproblemen
4.14 Diagnostik von Lese-/Rechtschreibproblemen in der Grundschule

Kapitel 5: Möglichkeiten der Früherkennung mathematischer Lernschwierigkeiten

5.1 Was versteht man unter Rechenstörungen?
5.2 Risikokind: Mädchen
5.3 Grundlegende Bausteine mathematischen Denkens (Vorstufenprozesse)
5.4 Gedächtnisprozesse
5.5 Beeinträchtigungen von Gedächtnisfunktionen
5.6 Vorläuferfunktionen für den Erwerb des Zahlenverständnisses
5.7 Die häufigsten Rechenschwierigkeiten aus der Sicht von Lehrern
5.8 Auswirkungen von Rechenstörungen auf Selbstbild, Persönlichkeit und emotionale Entwicklung
5.9 Früherkennungshinweise im vorschulischen Bereich und Anfangsunterricht
5.10 Früherkennungshinweise im ersten Schuljahr
5.11 Früherkennungshinweise im zweiten Schuljahr
5.12 Relevante Tests zur Erfassung von mathematischen Lernschwierigkeiten
5.13 Literaturempfehlungen zu Fördermöglichkeiten bei mathematischen Lernschwierigkeiten

Kapitel 6: Die diagnostischen Einschätzskalen (DES) zur Beurteilung des Entwicklungsstandes und der Schulfähigkeit

Handanweisung
Aufgabenteil
Auswertungs- und Einschätzbogen
Literatur

Der Autor

Dipl.-Psych. Karlheinz Barth, Psychologiestudium an der Universität Heidelberg. Tätigkeit an der Kinder- und Jugendpsychiatrie Weinsberg, Familientherapeutische Zusatzausbildung am Institut für Familientherapie Weinheim, seit 18 Jahren tätig in der Beratung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Fortbildungen für ErzieherInnen, GrundschullehrerInnen, SonderpädagogInnen.

Pressestimmen

"Es gibt Bücher, die möchte man selber gerne geschrieben haben, zum Beispiel dieses ... Eines kann dem Autor gewiss sein: Das Buch wird von Praktikern und Praktikerinnen mit großem Interesse aufgenommen werden. Für die Erfassung des Entwicklungsstandes und der Lernausgangslage von Kindern im Altersbereich 3-7/8 Jahren sind die DES eine willkommene Ergänzung zu bestehenden formellen wie informellen Instrumenten." (Dr. A. Burgener Woeffray, VHN 67 (1998) 2, 201-209).



In: Martin R. Textor (Hrsg.): Das Kita-Handbuch.

http://www.kindergartenpaedagogik.de/128.html