Kindergartenpädagogik
- Online-Handbuch -

Herausgeber: Martin R. Textor

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Toni Hansel: Frühe Bildungsprozesse und schulische Anschlussfähigkeit. Herbolzheim: Centaurus 2005, 287 Seiten, EUR 24,90 - direkt bestellen durch anklicken

 

Mit der Rezeption der für die deutsche Stichprobe desolaten PISA-Ergebnisse ist ein in der Schulpädagogik seit mehreren Jahrhunderten zwar bekannter, aber offenbar weithin vergessener Satz wieder in den Focus auch öffentlicher Aufmerksamkeit geraten: "Überall bereitet das Vorhergehende den Boden und legt den Grund für das Folgende. Daher ist klar: Wenn die Grundmauern nicht gut gelegt sind, kann das darauf errichtete Gebäude nicht sicher und fest stehen" (J.A. Comenius).

Dieses Wissen um die Bedeutung frühkindlicher Bildung und Erziehung ist - nach einer kurzen Revitalisierung in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und einer zumeist unter Finanzierungsgesichtspunkten folgenden Stagnation von mehr als drei Jahrzehnten - nun erneut Impulsgeber für pädagogische Reformen beim Übergang vom frühpädagogischen in den grundschulischen Bereich. Zwar ist die frühkindliche Förderung durch Bildung bereits im Kinder- und Jugendhilfegesetz 1990 (KJHG) neben anderen sozialpolitischen Aufgaben festgeschrieben, es bedurfte allerdings erst des PISA-Schocks, um dieser recht vagen Forderung in den Ländern die Profilierung und die Implementierung in den Alltag der Kindertageseinrichtungen folgen zu lassen.

Die Vielfalt, die die Umsetzung des Bildungsauftrages in Kindertageseinrichtungen als Folge der föderalen Vielfalt in jüngster Zeit hervorbrachte, war für den Lehrstuhl Schulpädagogik I an der Universität Rostock Anlass genug, ein Symposium zum Thema "Frühe Bildungsprozesse und schulische Anschlussfähigkeit - Reform des frühpädagogischen Bereichs in der Debatte nach PISA" durchzuführen. Dieser daraus hervorgegangene Tagungsband wird ergänzt durch Beiträge ausgewiesener Experten aus Erziehungswissenschaft, Bildungs- und Sozialpolitik und der pädagogischen Praxis. So ist eine differenzierte Gesamtschau der derzeitigen Reformbemühungen im frühpädagogischen Bereich entstanden, die durchaus auch Einblicke in künftige Entwicklungen zulässt.

Besonderes Augenmerk legt der Herausgeber auf Lesbarkeit, um die Texte nicht nur Fachleuten an die Hand zu geben, sondern gleichermaßen auch Studierenden, Referendaren, Praktikern, interessierten Laien usw., um ihnen ein Forum für Argumente und Gegenargumente zu erschließen.