Kindertagesbetreuung - Ungleichbehandlung von Kindern, Ungerechtigkeiten und schlechte Qualität bekämpfen!

Martin R. Textor

 

Am 01.03.2016 wurden 3.413.553 Kinder in Tageseinrichtungen betreut (Statistisches Bundesamt 2016a, Tabelle T1). Von ihnen befanden sich

  • 171 in Tageseinrichtungen mit Kindern im Alter von null bis unter drei Jahren,
  • 851.946 in Tageseinrichtungen mit Kindern im Alter von zwei bis unter acht Jahren (ohne Schulkinder),
  • 122 in Tageseinrichtungen mit Kindern im Alter von fünf bis unter 14 Jahren (nur Schulkinder) sowie
  • 225.314 in Tageseinrichtungen mit Kindern aller Altersgruppen

Ferner wurden 152.990 Kinder in Tagespflege betreut (Statistisches Bundesamt 2016a, Tabelle T30). Davon waren 106.764 unter drei Jahre alt und 33.011 zwischen drei und unter acht Jahren. Bei 3.408 Kindern waren die Tagespflegepersonen Großeltern oder andere Verwandte.

Besuchsquoten

Im Jahr 2016 befanden sich 32,7% der unter Dreijährigen und 93,6% der Drei- bis unter Sechsjährigen in Tageseinrichtungen oder Tagespflege (Statistisches Bundesamt 2016b) - im Jahr 2006 waren es erst 13,6 bzw. 87,6% (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2010, Tabelle C2-1A). In Ostdeutschland lagen die Betreuungsquoten mit 51,8 und 95,2% über denen in Westdeutschland mit 28,1 und 93,2%.

Tabelle 1: Betreuungsquoten von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege1 am 01.03.2016 nach Bundesländern

Land

Betreute
Kinder unter
3 Jahren

Betreuungsquote2

Insgesamt

im Alter von … bis unter … Jahren

0 - 1

1 - 2

2 - 3

in %

Baden-Württemberg

82.534

27,7

2,6

28,7

52,8

Bayern

95.243

27,2

2,3

30,2

50,1

Berlin

50.589

45,9

2,8

55,9

81,7

Brandenburg

34.549

57,2

4,7

75,0

89,8

Bremen

5.033

27,0

1,8

29,4

52,3

Hamburg

23.977

42,9

3,1

53,9

75,1

Hessen

50.034

29,7

2,9

33,3

54,3

Mecklenburg-Vorpommern

22.367

56,0

4,5

75,9

88,5

Niedersachsen

58.176

28,4

1,8

31,3

52,4

Nordrhein-Westfalen

122.774

25,7

1,6

22,8

54,0

Rheinland-Pfalz

31.268

29,9

1,6

20,7

69,0

Saarland

6.389

28,6

3,2

33,9

49,8

Sachsen

55.657

50,6

3,1

64,6

84,6

Sachsen-Anhalt

30.368

57,0

7,6

76,3

87,2

Schleswig-Holstein

21.887

30,9

2,4

35,0

55,9

Thüringen

28.713

52,2

3,0

63,6

89,9

Deutschland

719.558

32,7

2,5

36,1

60,6

Westdeutschland

497.315

28,1

2,2

28,8

54,4

Ostdeutschland (einschließlich Berlin)

222.243

51,8

3,9

66,2

86,0

1Die Ergebnisse zur Tagespflege beinhalten nur die Kinder, die nicht zusätzlich eine Kindertageseinrichtung besuchen (das heißt ohne Doppelzählung).
2Anteil der betreuten Kinder an allen Kindern in dieser Altersgruppe. Die bei der Quotenberechnung verwendeten Bevölkerungszahlen beruhen auf Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011 zum 31.12.2015.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 345 des Statistischen Bundesamtes vom 28.09.2016

In Tabelle 1 werden die Besuchsquoten von unter Dreijährigen nach Bundesländern unterschieden. Die höchsten Betreuungsquoten erreichten Brandenburg mit 57,2%, Sachsen-Anhalt mit 57,0% und Mecklenburg-Vorpommern mit 56,0%; die niedrigsten Prozentsätze betrugen 25,7% in Nordrhein-Westfalen, 27,0% in Bremen und 27,2% in Bayern. Die Betreuungsquote bei unter Einjährigen lag im Bundesdurchschnitt mit 2,5% weit unter den Quoten für Ein- bis unter Zweijährige mit 36,1% und für Zwei- bis unter Dreijährige mit 60,6%. Hier sind ebenfalls große Unterschiede zwischen den Bundesländern festzustellen - bei den unter Einjährigen waren die Extreme 7,6% (Sachsen-Anhalt) und 1,6% (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz), bei den Ein- bis unter Zweijährigen 76,3% (Sachsen-Anhalt) und 20,7% (Rheinland-Pfalz) sowie bei den Zwei- bis unter Dreijährigen 89,9% (Thüringen) und 49,8% (Saarland).

Die Besuchsquoten variierten nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern auch innerhalb des jeweiligen Bundeslandes zwischen den Stadt- und Landkreisen. Dies betraf vor allem die unter Dreijährigen: "Die höchsten Betreuungsquoten gab es zum Stichtag 1. März 2015 im sachsen-anhalter Bördekreis mit 63,1%, gefolgt vom Kreis Jerichower Land mit 62,9% und dem Landkreis Elbe-Elster mit 62,3%. ... Die niedrigste Betreuungsquote wies der Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern mit 13,0% auf. Während dort nur 13 von 100 Kindern unter 3 Jahren in einer Kindertagesbetreuung betreut wurden, traf dies in fast allen ostdeutschen Kreisen auf jedes zweite Kind dieser Altersklasse zu. Obwohl sich die Betreuungsquoten in den westdeutschen Kreisen auf einem deutlich geringeren Niveau bewegen als in den ostdeutschen Bundesländern, lassen sich - wie bereits in den Vorjahren - positive Veränderungen erkennen. So gibt es nur noch 40 Kreise, die eine Betreuungsquote von weniger als 20% aufwiesen. Die Zahl der Kreise mit einer Betreuungsquote zwischen 20% bis unter 30% lag im März 2015 bei 179 und die der Kreise mit einer Betreuungsquote zwischen 30% bis unter 40% bei 98. Sechs kreisfreie Städte und zwei Landkreise wiesen Betreuungsquoten von 40% und mehr auf. In Ostdeutschland zeigt sich nach wie vor eine komplett andere Betreuungssituation. Kein Stadt- und kein Landkreis wies eine Betreuungsquote von weniger als 40% bei den unter 3-jährigen Kindern auf. Nur noch in neun der insgesamt 77 Kreise lag die Betreuungsquote zwischen 44% bis unter 50% und in 68 Kreisen bei 50% und mehr" (Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2016, S. 9 f.).

1. Zwischenfazit: Es hängt vom Wohnort einer Familie ab, wie hoch ihre Chancen sind, einen Betreuungsplatz für ein unter dreijähriges Kind zu finden. Die Extreme in den Stadt- und Landkreisen lagen 2015 bei den Besuchsquoten unter Dreijähriger zwischen 13,0 und 63,1%. Es ist ungerecht, wenn die Chancen, einen Betreuungsplatz zu bekommen, so stark in Abhängigkeit vom Wohnort differieren. Dies beinhaltet eine Ungleichbehandlung von Familien.

Betreuungsdauer

Laut Tabelle 2 wurden im Jahr 2015 bundesweit 18,1% der Kinder im Alter von null bis unter drei Jahren und 43,9% der Kinder im Alter von drei bis unter sechs Jahren täglich mehr als sieben Stunden in Kindertageseinrichtungen und -tagespflege betreut. Die Ganztagsbetreuungsquoten variierten bei den unter Dreijährigen zwischen 10,1% in Bayern und 47,7% in Thüringen sowie bei den Drei- bis unter Sechsjährigen zwischen 21,5% in Baden-Württemberg und 91,5% in Thüringen. Die ostdeutschen Bundesländer erreichten mit Ganztagsquoten von 39,6 bzw. 74,2% bei weitem höhere Werte als die westdeutschen Länder mit 12,8 bzw. 36,5%.

Tabelle 2: Ganztagsquoten von Kindern in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege1 am 01.03.2015 nach Bundesländern

Land

Betreute Kinder im Alter von 0 bis unter 3 Jahre (Ganztagsquoten in %)

Betreute Kinder im Alter von 3 bis unter 6 Jahre (Ganztagsquoten in %)

Baden-Württemberg

10,4

21,5

Bayern

10,1

34,1

Berlin

30,1

61,9

Brandenburg

37,8

63,6

Bremen

16,3

36,0

Hamburg

22,7

46,1

Hessen

18,1

48,2

Mecklenburg-Vorpommern

41,1

67,6

Niedersachsen

11,0

26,9

Nordrhein-Westfalen

12,6

44,4

Rheinland-Pfalz

15,6

49,7

Saarland

22,1

46,3

Sachsen

42,0

81,2

Sachsen-Anhalt

46,6

83,1

Schleswig-Holstein

13,8

30,0

Thüringen

47,7

91,5

Deutschland

18,1

43,9

Westdeutschland

12,8

36,5

Ostdeutschland (einschließlich Berlin)

39,6

74,2

1Kinder in öffentlich geförderter Kindertagespflege, die nicht zusätzlich eine Kindertageseinrichtung besuchen, sowie Kinder in Kindertageseinrichtungen

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2016

Noch größere Unterschiede zeigt ein Vergleich der 402 Stadt- und Landkreise in Deutschland. Beispielsweise hinsichtlich der Ganztagsbetreuungsquoten bei unter Dreijährigen stellten die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (2016) für das Jahr 2015 fest: "Nur 68 der westdeutschen Kreise wiesen eine Ganztagsbetreuungsquote von 15% oder mehr auf. ... Die hessische Stadt Frankfurt am Main (30,4%) und die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart (30,2%) wiesen die höchsten Ganztagsbetreuungsquoten bei den unter 3-Jährigen in Westdeutschland auf. Während im Landkreis Börde (55,5%), im Saale-Holzland-Kreis (55,0%), im Landkreis Weimarer Land (54,5%), in der Stadt Jena (53,5%) sowie in sieben weiteren ostdeutschen Kreisen mehr als jedes zweite Kind unter 3 Jahren ganztags betreut wurde, wurden im bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau (1,2%) nur vereinzelt Kinder durchgehend mehr als sieben Stunden täglich betreut" (S. 14 f.).

2. Zwischenfazit: Es hängt vom Wohnort ab, wie groß die Chancen einer Familie sind, eine ganztägige Betreuung für ein unter sechsjähriges Kind zu finden. Die Extreme bei den Ganztagsquoten unter Dreijähriger lagen 2015 je nach Bundesland zwischen 10,1 und 47,7% sowie bei den Drei- bis unter Sechsjährigen zwischen 21,5 und 91,5%. Das ist ungerecht.

Während bisher nur das reine Angebot an (Ganztags-) Betreuungsplätzen untersucht wurde, soll nun deren Qualität analysiert werden. Hier geht es um die Frage, ob sich die Bundesländer auch diesbezüglich unterscheiden. Allerdings muss der Vergleich auf einige (ausgewählte) Faktoren der Strukturqualität beschränkt werden, über die genügend Daten vorliegen.

Gruppengröße

Eine qualitativ gute pädagogische Arbeit setzt voraus, dass sich die pädagogischen Fachkräfte dem einzelnen Kind intensiv widmen können. Das ist nur möglich, wenn die Gruppen relativ klein sind. Tabelle 3 verdeutlicht, dass im Jahr 2015 die Größe

  • von Gruppen mit Kindern unter drei Jahren zwischen 8 (Mecklenburg-Vorpommern) und 13 (Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt),
  • von Gruppen mit Kindern von zwei Jahren bis Schuleintritt (inkl. 1-2 Kinder unter drei Jahren) zwischen 17 (Berlin) und 24 (Bayern),
  • von Gruppen mit Kindern von zwei Jahren bis Schuleintritt (inkl. 3 oder mehr Kinder unter drei Jahren) zwischen 17 (Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein) und 23 (Bayern),
  • von altersgemischten Gruppen mit Kindern unter vier Jahren zwischen 9 (Bremen) und 14 (Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt) sowie
  • von altersgruppenübergreifenden Gruppen mit und ohne Schulkinder zwischen 14 (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen) und 19 (Bayern)

Kindern variierte. Dabei muss man berücksichtigen, dass es sich hier um Durchschnittswerte handelte: Viele Kleinkinder wurden also in noch größeren Gruppen betreut.

Tabelle 3: Durchschnittliche Anzahl an Kindern pro Gruppenform in Kindertageseinrichtungen am 01.03.2015

Bundesland

Gruppe mit Kindern unter 3 Jahren

Gruppe mit Kindern von 2 Jahren bis Schuleintritt (inkl. 1-2 Kinder unter 3 Jahren)

Gruppe mit Kindern von 2 Jahren bis Schuleintritt (inkl. 3 oder mehr Kinder unter 3 Jahren)

altersge-
mischte Gruppe mit Kindern unter 4 Jahren

altersgrup-
penüber-
greifende Gruppe mit und ohne Schulkinder

Baden-Württemberg

9

20

19

10

15

Bayern

12

24

23

12

19

Berlin

11

17

19

12

15

Brandenburg

10

20

20

13

14

Bremen

9

1

1

9

15

Hamburg

13

22

21

14

18

Hessen

10

22

20

10

17

Mecklenburg-Vorpommern

8

18

17

12

14

Niedersachsen

13

23

20

14

17

Nordrhein-Westfalen

10

21

21

11

17

Rheinland-Pfalz

9

22

22

12

15

Saarland

10

1

1

11

17

Sachsen

12

18

18

13

14

Sachsen-Anhalt

13

20

21

14

15

Schleswig-Holstein

10

20

17

10

15

Thüringen

10

18

18

13

15

Deutschland

10

21

20

12

15

1Wegen zu geringer Fallzahlen kann die durchschnittliche Anzahl an Kindern pro Gruppenform für diese beiden Gruppentypen nicht ausgewiesen werden.

Quelle: http://www.fruehe-chancen.de/ausbau/daten-und-fakten/betreuungszahlen-in-den-bundeslaendern-2015/deutschland/ (09.08.2016)

3. Zwischenfazit: In Deutschland hängt es vom Wohnort eines Kindes ab, ob es in einer kleinen oder in einer großen Gruppe betreut wird. Allerdings ist zu beachten, dass in kleineren Gruppen oft nur eine Fachkraft präsent ist, während in größeren Gruppen die meiste Zeit zwei Fachkräfte anwesend sind. Deshalb ist der Personalschlüssel ein verlässlicheres Kriterium für den Anteil an Zuwendung, der - rein statistisch gesehen - auf ein Kind kommt.

Personalschlüssel

Die Fachkraft-Kind-Relation gilt als ein wichtiges Qualitätskriterium. Wie Tabelle 4 verdeutlicht, variierte im Jahr 2015 der Personalschlüssel in Krippengruppen zwischen den Extremen 2,9 (Baden-Württemberg) und 6,0 (Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt), in für Zweijährige geöffneten Kindergartengruppen zwischen 7,0 (Baden-Württemberg) und 12,4 (Mecklenburg-Vorpommern), in Gruppen mit Kindern unter vier Jahren zwischen 3,1 (Baden-Württemberg, Bremen) und 7,3 (Sachsen, Sachsen-Anhalt), in altersübergreifenden Gruppen zwischen 4,8 (Bremen) und 10,8 (Mecklenburg-Vorpommern) sowie in Kindergartengruppen zwischen 7,0 (Baden-Württemberg) und 13,2 (Mecklenburg-Vorpommern). Im Durchschnitt war die Fachkraft-Kind-Relation in den westdeutschen Bundesländern besser als in den ostdeutschen.

Tabelle 4: Personalressourceneinsatzschlüssel1 (Median) nach Gruppentypen in den Bundesländern am 01.03.2015

Bundesland

Krippen-
gruppe

Kindergar-
tengruppe, für Zweijährige geöffnet

Gruppe mit Kindern unter 4 Jahren

Altersüber-
greifende Gruppe

Kindergar-
tengruppe

Baden-Württemberg

2,9

7,0

3,1

4,9

7,0

Bayern

3,6

8,2

3,8

5,9

8,4

Berlin

5,5

8,4

6,0

7,4

8,1

Brandenburg

6,0

10,3

7,1

9,2

10,8

Bremen

3,1

7,5

3,1

4,8

7,1

Hamburg

4,6

7,8

4,9

6,3

7,8

Hessen

3,6

8,5

3,8

6,3

9,0

Mecklenburg-Vorpommern

5,7

12,4

6,8

10,8

13,2

Niedersachsen

3,7

7,5

3,9

5,2

7,7

Nordrhein-Westfalen

3,4

7,2

3,7

5,6

8,3

Rheinland-Pfalz

3,4

7,6

4,2

5,8

8,2

Saarland

3,4

9,1

3,8

5,6

8,8

Sachsen

6,0

11,3

7,3

10,0

12,2

Sachsen-Anhalt

6,0

10,3

7,3

9,1

11,2

Schleswig-Holstein

3,5

7,7

3,6

5,3

7,9

Thüringen

5,0

9,6

7,1

8,8

10,5

Deutschland

4,1

7,7

4,2

6,1

8,6

Westdeutsch-
land

3,4

7,5

3,7

5,5

8,0

Ostdeutschland (einschließlich Berlin)

5,8

10,4

7,0

8,8

11,4

1Der Wert gibt Auskunft darüber, wie viele ganztags betreute Kinder (Ganztagsbetreuungsäquivalente) von einer Vollzeit arbeitenden Fachkraft (Vollzeitäquivalent) betreut werden.

Quelle: http://www.laendermonitor.de/fileadmin/contents/indikatoren/datenblaetter_2016/tab43a1_lm16.jpg (22.07.2016)

4. Zwischenfazit: Es ist ungerecht, wenn z.B. ein unter Dreijähriges in dem einen Bundesland die Pflege-, Erziehungs- und Betreuungszeit einer Krippen-Fachkraft mit nur zwei Kleinstkindern, in anderen Bundesländern aber mit fünf Kleinstkindern teilen muss. Noch ungerechter ist es, dass unter Dreijährige in für Zweijährige geöffneten Kindergartengruppen und in altersübergreifenden Gruppen auf Personalschlüssel von bis zu 1 zu 12,4 trafen - hier dürfte die seitens der Fachkraft erfahrene Zuwendung, statistisch gesehen, nur halb so groß sein wie in einer Krippengruppe mit einem (bundesweit) durchschnittlichen Personalschlüssel von 1 zu 4,1. Dies beinhaltet eine große Ungleichbehandlung von unter Dreijährigen.

Qualifikation des Personals

Ein weiterer wichtiger Faktor der Strukturqualität von Kindertageseinrichtungen ist die Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte. Tabelle 5 zeigt, dass in Westdeutschland mit 16,2% mehr Fachkräfte einen Berufsfachschulabschluss (z.B. als Kinderpfleger/in oder Sozialassistent/in) hatten als in Ostdeutschland mit 1,4%, wobei die Anteile zwischen 36,6% (Bayern) und 0,5% (Brandenburg) schwankten. Dementsprechend verfügten in Westdeutschland nur 66,1% der Mitarbeiter/innen über einen Fachschulabschluss (z.B. als Erzieher/in oder Heilpädagog/in), während es in Ostdeutschland 85,6% waren (wobei die Anteile zwischen 50,1% in Bayern und 92,5% in Mecklenburg-Vorpommern variierten). Bedenkt man, dass in Ostdeutschland mit 5,8 gegenüber 5,2% auch mehr Fachkräfte einen Hochschulabschluss hatten (mit einer Bandbreite von 2,6% im Saarland und 9,6% in Hessen), kann man verallgemeinernd sagen, dass dort das pädagogische Personal besser qualifiziert ist.

Tabelle 5: Bundesländer nach Qualifikationsniveaus1 des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen am 01.03.2015 (Anteil in %)

Bundesland

Hoch-
schulab-
schluss

Fach-
schulab-
schluss

Berufsfach-
schulab-
schluss

sonstige Ausbil-
dungen

in Aus-
bildung

ohne Abschluss

Baden-Württemberg

4,6

68,3

9,5

7,0

7,9

2,7

Bayern

4,3

50,1

36,6

2,5

4,8

1,6

Berlin

5,9

78,6

1,4

4,6

7,5

2,0

Brandenburg

2,8

90,2

0,5

2,6

2,9

1,0

Bremen

8,9

66,0

11,2

4,8

5,1

3,9

Hamburg

8,9

57,7

19,7

5,9

2,6

5,1

Hessen

9,6

68,0

4,8

6,4

7,7

3,6

Mecklenburg-Vorpommern

3,2

92,5

1,3

1,2

0,3

1,4

Niedersachsen

4,5

71,4

15,8

4,0

1,0

3,3

Nordrhein-Westfalen

4,7

73,6

10,1

4,5

5,0

2,2

Rheinland-Pfalz

4,0

73,2

10,0

4,0

5,7

3,0

Saarland

2,6

68,3

18,5

3,1

5,5

2,0

Sachsen

8,8

84,6

0,6

2,7

2,0

1,3

Sachsen-Anhalt

4,5

87,3

3,0

2,2

2,1

1,0

Schleswig-Holstein

5,6

61,9

24,0

4,4

0,9

3,2

Thüringen

7,0

87,5

2,6

2,0

0,0

0,9

Deutschland

5,4

70,2

13,0

4,3

4,7

2,4

Westdeutsch-
land

5,2

66,1

16,2

4,7

5,2

2,6

Ostdeutsch-
land mit Berlin

5,8

85,6

1,4

2,8

3,0

1,3

1Berücksichtigt werden fachlich einschlägige Hochschul-, Fachschul- und Berufsfachschulabschlüsse.

Quelle: http://www.laendermonitor.de/fileadmin/contents/indikatoren/datenblaetter_2016/tab27_lm16.jpg (21.07.2016)

5. Zwischenfazit: Neben Gruppengröße und Personalschlüssel gilt auch die Ausbildung der Fachkräfte als wichtiges Kriterium für die Qualität von Kindertagesbetreuung. Es ist ungerecht, wenn Kleinkinder je nach Bundesland von unterschiedlich gut qualifiziertem Personal betreut werden.

Zeitliche Leitungsressourcen

Kita-Leiter/innen können ihre Leitungsfunktionen nur erfolgreich ausüben, wenn ihnen dafür genügend Zeit zur Verfügung steht. Der Tabelle 6 kann entnommen werden, dass 2015 in 13,4% aller Kindertageseinrichtungen überhaupt keine zeitlichen Leitungsressourcen ausgewiesen wurden, wobei der Anteil zwischen 1,8% in Sachsen-Anhalt und 32,0% in Bremen schwankte. In Westdeutschland war der Anteil mit 14,6% höher als in Ostdeutschland mit 8,7%.

Tabelle 6: Zeitliche Leitungsressourcen in Kindertageseinrichtungen am 01.03.2015 (Anteil in %)

Bundesland

Kitas ohne vertrag-
lich ver-
einbarte zeitl. Leitungs-
ressourcen

bei Kitas mit zeitlichen Leitungsressourcen

wöchentliche Leitungs-
stunden pro tätiger Person (Median)2

verfügt eine Person über anteilige zeitl. Leitungs-
ressourcen

verfügt eine Person über vollständige zeitl. Leitungs-
ressourcen

gibt es ein Leitungs-
team1

Baden-Württemberg

20,0

71,8

23,5

4,7

1,5

Bayern

8,4

79,0

16,8

4,2

1,3

Berlin

22,9

42,1

37,5

20,4

2,1

Brandenburg

10,5

63,9

31,2

5,0

1,7

Bremen

32,0

20,6

52,4

27,0

2,5

Hamburg

14,5

15,7

49,9

34,4

3,3

Hessen

20,7

39,5

46,6

14,0

2,3

Mecklenburg-Vorpommern

3,5

65,2

20,6

14,2

2,0

Niedersachsen

17,7

43,6

40,6

15,7

2,2

Nordrhein-Westfalen

11,6

36,0

59,0

5,0

2,6

Rheinland-Pfalz

10,1

44,8

51,9

3,3

2,0

Saarland

9,8

37,0

59,8

3,2

2,2

Sachsen

4,9

41,6

43,9

14,5

2,9

Sachsen-Anhalt

1,8

81,3

14,4

4,3

1,4

Schleswig-Holstein

16,0

37,5

50,2

12,3

2,4

Thüringen

2,8

65,3

26,9

7,8

2,5

Deutschland

13,4

54,5

36,9

8,6

2,0

Westdeutsch-
land

14,6

53,7

38,5

7,9

2,0

Ostdeutsch-
land mit Berlin

8,7

57,3

31,3

11,4

2,1

1In diesen Kitas arbeiten mindestens zwei Personen, die über anteilige und/oder vollständige Leitungsressourcen verfügen.
2Bei der Anzahl der Tätigen werden mit Ausnahme von Tätigen in hauswirtschaftlichen und technischen Arbeitsbereichen alle Tätigen berücksichtigt, d.h. auch die Leitungskräfte selbst.

Quellen: http://www.laendermonitor.de/fileadmin/contents/indikatoren/datenblaetter_2016/tab65b_lm16.jpg, http://www.laendermonitor.de/fileadmin/contents/indikatoren/datenblaetter_2016/tab65_lm16.jpg, http://www.laendermonitor.de/fileadmin/contents/indikatoren/datenblaetter_2016/tab66_lm16.jpg (22.07.2016)

In 54,5% der Kindertageseinrichtungen mit zeitlichen Leitungsressourcen waren die Leiter/innen ebenfalls als pädagogische Fachkräfte tätig, während sie in 36,9% der Kitas für die Leitungstätigkeit freigestellt waren. In 8,6% der Tagesstätten gab es ein Leitungsteam mit anteiligen und/oder vollständigen zeitlichen Leitungsressourcen. Laut Tabelle 6 befanden sich in Westdeutschland mit 38,5% mehr freigestellte Leiter/innen als in Ostdeutschland mit 31,3%, wobei der Anteil zwischen 14,4% in Sachsen-Anhalt und 59,8% im Saarland variierte. Hingegen waren in Ostdeutschland mit 11,4% mehr Leitungsteams zu finden als in Westdeutschland mit 7,9% - bei einer Bandbreite von 3,2% (Saarland) bis 34,4% (Hamburg). Der Prozentsatz der Leiter/innen mit anteiligen zeitlichen Leitungsressourcen betrug 53,7% in Westdeutschland und 57,3% in Ostdeutschland; er schwankte zwischen 15,7% in Hamburg und 81,3% in Sachsen-Anhalt. Kita-Leiter/innen mit zeitlichen Leitungsressourcen standen im Median 2,0 Leitungsstunden pro Woche je pädagogischer Fachkraft zur Verfügung. Dabei bewegten sich die Werte zwischen 1,3 Stunden in Bayern und 3,3 Stunden in Hamburg.

6. Zwischenfazit: Es ist ungerecht, wenn Leiter/innen von Kindertageseinrichtungen ganz unterschiedliche Leitungsressourcen haben. Hinzu kommen negative Konsequenzen für Kinder: Beispielsweise dürften die Kinder in denjenigen Gruppen benachteiligt sein, in denen die Kita-Leiter/innen zugleich Gruppenleiter/innen sind - bedingt durch die Leitungsaufgaben werden sich diese Fachkräfte häufiger in ihr Büro zurückziehen müssen und somit weniger Zeit für die pädagogische Arbeit haben als "normale" Gruppenleiter/innen.

Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertagesbetreuung

Im Jahr 2016 befanden sich 904.950 Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil aus dem Ausland stammte, in Kindertageseinrichtungen; bei 605.366 Kindern wurde in der Familie nicht vorrangig Deutsch gesprochen (Statistisches Bundesamt 2016, Tabelle T20.1). Für die Kindertagespflege lauteten die entsprechenden Werte 24.220 und 12.156 (a.a.O., Tabelle T30).

Laut dem Statistischen Bundesamt (2016c) war im Jahr 2015 die Betreuungsquote von unter dreijährigen Kindern mit Migrationshintergrund mit 22% niedriger als diejenige deutscher Kinder mit 38%; dasselbe galt für die Drei- bis Sechsjährigen (90 versus 97%).

Der Anteil der Kinder mit ausländischem Herkunftsland mindestens eines Elternteils variierte im Jahr 2015 laut den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder (2016) bei unter Dreijährigen zwischen 4,2% (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt) und 31,6% (Hamburg) sowie bei Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt zwischen 5,8% (Mecklenburg-Vorpommern) und 47,0% (Bremen).

Laut Tabelle 7 besuchten 2015 in Westdeutschland 34,1% aller Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache eine Tageseinrichtung, in der mehr als die Hälfte der Kinder aus Familien kam, in denen nicht vorrangig Deutsch gesprochen wurde (in Ostdeutschland waren es nur 2,9%). Dieser Prozentsatz lag besonders hoch in Berlin (53,4%), Bremen (49,7%) und Hamburg (44,3%).

Tabelle 7: Kinder mit nicht deutscher Familiensprache in Tageseinrichtungen 2015 nach dem Anteil der Kinder mit nicht deutscher Familiensprache in der jeweiligen Einrichtung und Ländern 1)

Bundesland

Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache

davon in Tageseinrichtungen, in denen ... % bis unter ...% der Kinder nicht Deutsch als Familiensprache haben

0 - 25

25 - 50

50 - 75

75 - 100

Anzahl

in %

in %

in %

in %

Baden-Württemberg

84.009

30,3

37,1

23,3

9,2

Bayern

68.142

35,6

32,6

22,8

9,0

Berlin

41.266

19,4

27,2

29,6

23,8

Brandenburg

3.115

90,1

8,1

1,8

0,0

Bremen

6.468

16,2

34,0

41,9

7,8

Hamburg

18.054

20,6

35,1

27,7

16,6

Hessen

60.971

20,5

37,6

29,1

12,7

Mecklenburg-Vorpommern

1.918

89,9

9,4

0,7

0,0

Niedersachsen

32.673

47,3

33,7

14,8

4,2

Nordrhein-Westfalen

137.933

25,2

36,8

26,8

11,1

Rheinland-Pfalz

27.193

36,8

38,9

17,8

6,4

Saarland

4.692

45,3

36,5

16,0

2,2

Sachsen

6.935

79,5

14,3

4,7

1,5

Sachsen-Anhalt

2.559

85,3

14,7

0,0

0,0

Schleswig-Holstein

11.143

52,2

30,6

14,2

3,0

Thüringen

2.783

91,3

8,7

0,0

0,0

Deutschland

509.854

31,0

34,4

24,0

10,6

Westdeutschland (ohne Berlin)

451.278

30,0

36,0

24,3

9,8

Ostdeutschland (ohne Berlin)

17.310

85,3

11,8

2,3

0,6

1Für die ostdeutschen Flächenländer sind teilweise aufgrund zu geringer Stichprobengrößen keine oder nur eingeschränkte Aussagen möglich, weshalb diese nicht ausgewiesen werden.

Quelle: Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2016, Tab. H3-4web

7. Zwischenfazit: Es ist ungerecht, dass ein geringerer Prozentsatz der unter sechsjährigen Kinder mit Migrationshintergrund eine Tageseinrichtung besucht, als dies bei deutschen Kindern der Fall ist. Migrantenkinder werden im Schulsystem nur dann gleiche Bildungschancen haben, wenn sie in der frühen Kindheit die deutsche Sprache lernen - und dabei sind sie in hohem Maße auf Kindertageseinrichtungen angewiesen, da zwei Drittel in ihren Familien vorrangig eine andere Sprache als Deutsch sprechen. Es ist doppelt ungerecht, wenn sich mehr als ein Drittel der Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache - und sogar die Hälfte in Berlin und Bremen - in Kindertageseinrichtungen ballt, in denen mehr als 50% der Kinder zu Hause eine andere Sprache sprechen. Wie sollen sie hier Deutsch lernen?

Behinderte Kinder

Im Jahr 2015 wurden 89.679 Kleinkinder mit einrichtungsgebundener Eingliederungshilfe bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf in Tageseinrichtungen betreut (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2016, Tabelle C3-12web). Interessant ist hier der Vergleich zwischen integrativen Kindertagesstätten, in denen weniger als 50% der Kinder einer Eingliederungshilfe bedürfen, und Sondereinrichtungen mit mehr als 90% solcher Kinder (inkl. Förderschulkindergärten und schulvorbereitenden Einrichtungen). Laut Tabelle 8 besuchten bundesweit 69,9% der Kinder mit einrichtungsgebundener Eingliederungshilfe bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf integrative Kitas - in Ostdeutschland waren es sogar 90,9% (Westdeutschland: 64,4%). Sondereinrichtungen spielten in den meisten Bundesländern keine große Rolle mehr - mit einigen Ausnahmen: In Bayern befanden sich 57,1% der Kinder mit Eingliederungshilfe in solchen Einrichtungen; in Niedersachsen waren es 51,1%, in Baden-Württemberg 50,3%, in Rheinland-Pfalz 34,2%, in Nordrhein-Westfalen 20,9%, in Sachsen 15,3%, im Saarland 11,3% und in Schleswig-Holstein 10,5%. In allen anderen Bundesländern waren weniger als 10% aller Kinder mit einrichtungsgebundener Eingliederungshilfe bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf in Sondereinrichtungen.

Tabelle 8: Kinder mit einrichtungsgebundener Eingliederungshilfe bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf vor der Einschulung 2015 nach Betreuungsform und Ländern

Bundesland

Gruppen mit bis zu 20% Kindern mit Ein-
gliede-
rungs-
hilfen in Tages-
einrich-
tungen mit Kindern mit und ohne Einglie-
derungs-
hilfen

Gruppen mit mehr als 20% und bis zu 50% Kindern mit Einglie-
derungs-
hilfen in Tages-
einrich-
tungen mit Kindern mit und ohne Einglie-
derungs-
hilfen

Gruppen mit mehr als 50% und bis zu 90% Kindern mit Einglie-
derungs-
hilfen in Tages-
einrich-
tungen mit Kindern mit und ohne Einglie-
derungs-
hilfen

Gruppen mit mehr als 90% Kindern mit Einglie-
derungs-
hilfen in Tages-
einrich-
tungen mit Kindern mit und ohne Einglie-
derungs-
hilfen

Gruppen in Tages-
einrich-
tungen mit mehr als 90% Kindern mit Einglie-
derungs-
hilfen

Gruppen in Förder-
schul-
kinder-gärten1

Gruppen in schul-
vorbe-
reitenden Einrich-
tungen

Baden-Württem-
berg

44,7

4,7

0,2

0,0

0,3

50,0

̶̶

Bayern

25,0

17,8

0,1

0,4

0,0

̶̶

56,7

Berlin

69,6

27,4

1,3

0,3

1,3

̶̶

̶̶

Branden-
burg

41,0

56,5

0,9

1,7

0,0

̶̶

̶̶

Bremen

65,8

32,5

0,0

0,0

1,6

̶̶

̶̶

Hamburg

50,6

36,3

4,1

8,5

0,5

̶̶

̶̶

Hessen

73,3

17,0

0,0

0,0

0,0

9,6

̶̶

Mecklenburg-Vorpommern

22,9

69,0

0,4

0,4

7,3

̶̶

̶̶

Nieder-
sachsen

17,4

30,7

0,7

4,5

46,2

0,4

̶̶

Nordrhein-Westfalen

45,2

33,0

1,0

6,3

6,0

8,6

̶̶

Rheinland-Pfalz

27,3

38,0

0,6

24,2

10,0

̶̶

̶̶

Saarland

64,8

19,3

4,8

5,0

2,3

4,0

̶̶

Sachsen

62,0

22,2

0,4

8,7

6,6

̶̶

̶̶

Sachsen-Anhalt

38,1

47,8

8,1

6,0

0,0

̶̶

̶̶

Schleswig-Holstein

50,7

38,4

0,4

5,4

5,1

̶̶

̶̶

Thüringen

38,0

52,6

1,5

3,3

0,0

̶̶

4,6

Deutschland

41,7

28,2

0,9

4,1

7,8

8,0

9,3

Westdeutsch-
land

39,4

25,0

0,7

4,1

9,2

10,1

11,6

Ostdeutsch-
land

50,6

40,3

1,7

3,7

2,9

̶̶

0,7

1Kooperationen und Durchmischungen von Gruppen in schulnahen Angeboten und Kindertageseinrichtungen können statistisch nicht dargestellt werden. In Baden-Württemberg werden beispielsweise Kinder in Förderschulkindergärten im Rahmen von (Intensiv-) Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen teilweise gemeinsam in Gruppen mit Kindern ohne Eingliederungshilfen bzw. sonderpädagogischen Förderbedarf betreut.

Quelle: Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2016, Tab. C3-12web

8. Zwischenfazit: Es ist ungerecht, dass es in Deutschland in hohem Maße vom Wohnort abhängt, ob ein behindertes oder von Behinderung bedrohtes Kleinkind in einer Regeleinrichtung integriert wird. Es impliziert eine Ungleichbehandlung - und widerspricht dem Inklusionsgedanken -, wenn in einigen Bundesländern noch die meisten Kinder mit einrichtungsgebundener Eingliederungshilfe bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf eine Sondereinrichtung besuchen.

Fazit: Das System der Kindertagesbetreuung - ungerecht zu Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften

Dieser Artikel verdeutlichte, dass deutschlandweit Menschen ungleich behandelt werden:

  1. Unter dreijährige Kinder haben laut § 24 Abs. 2 SGB VIII einen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung. Die Betreuungsquoten fallen in den einzelnen Bundesländern jedoch höchst unterschiedlich aus. Es ist ungerecht, dass Kleinstkinder im Ländervergleich ungleiche Chancen auf Kindertagesbetreuung haben.
  2. Laut § 24 Abs. 1 Satz 3 SGB VIII soll sich der Umfang der täglichen Förderung nach dem individuellen Bedarf richten. Jedoch variiert die Ganztagsquote je nach Bundesland stark. Es ist ungerecht, dass Kleinkinder im Ländervergleich ungleiche Chancen auf Ganztagsbetreuung haben.
  3. Aus den Punkten 1 und 2 ergeben sich Konsequenzen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Es ist ungerecht, dass Eltern je nach Wohnort unterschiedliche Chancen auf einen Betreuungsplatz für ein unter dreijähriges Kind bzw. auf einen Ganztagsplatz für Kleinkinder jeden Alters haben.
  4. Die vorgestellten Statistiken zur Strukturqualität verdeutlichen, dass Kleinkinder in Deutschland ungleich behandelt werden. Es ist ungerecht, dass sie je nach Bundesland in unterschiedlich großen Gruppen betreut werden, laut den Personalschlüsseln mehr oder weniger Zugang zu den Fachkräften haben und von mehr oder weniger gut ausgebildeten Personen betreut werden. Dies dürfte Auswirkungen auf ihre Entwicklung und Bildungschancen haben.
  5. Der vorletzte Satz betrifft natürlich auch das Kita-Personal: Es ist ungerecht, dass pädagogische Fachkräfte je nach Bundesland für mehr oder weniger Kinder zuständig sein bzw. in kleineren oder größeren Gruppen arbeiten müssen.
  6. Es ist ungerecht, wenn Kita-Leiter/innen je nach Bundesland ungleiche Chancen auf eine teilweise oder gänzliche Freistellung vom Gruppendienst haben und dass ihnen unterschiedlich hohe Zeitkontingente für die Ausübung ihrer Leitungsfunktionen zugesprochen werden.
  7. Es ist ungerecht, dass sich viele Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen ballen, in denen mehr als 50% der Kinder zu Hause eine andere Sprache als Deutsch sprechen. Hier sind sie hinsichtlich der Sprachförderung gegenüber anderen Kindern benachteiligt. Und es ist ungerecht, dass die deutschen Kinder in diesen Gruppen wahrscheinlich weniger Zuwendung (als Kinder in Gruppen mit wenigen Migrantenkindern) seitens der Fachkräfte erfahren, da diese viel Zeit für die oft schwierige Interaktion mit Kindern und Eltern, die kaum Deutsch sprechen, sowie für die alltagsorientierte und spezielle Sprachförderung benötigen.
  8. Es ist ungerecht, dass Kinder mit einrichtungsgebundener Eingliederungshilfe bzw. sonderpädagogischem Förderbedarf je nach Bundesland mehr oder weniger Integration bzw. Inklusion erfahren.

Das System der Kindertagesbetreuung in Deutschland ist somit durch viele Ungerechtigkeiten bzw. die Ungleichbehandlung von Kleinkindern, Eltern und Fachkräften gekennzeichnet - weitere Beispiele als die genannten ließen sich mit Sicherheit finden. Kleinkinder gehören zu den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft, und so ist es verwunderlich, dass ihre Rechte so wenig vom Staat geschützt werden.

Die Politik ist gefordert!

Bundestag und Bundesregierung sollten den skizzierten Ungerechtigkeiten im Rahmen der Bundesgesetzgebung begegnen. So muss erstens sichergestellt werden, dass bei einem Betreuungswunsch der Eltern in allen Bundesländern ein Platz sowohl für Unterdreijährige als auch für ältere Kleinkinder in einer Tageseinrichtung oder Tagespflegestelle zur Verfügung steht. Zudem müssen die Zahl der Ganztagsplätze und die Betreuungszeiten an den Bedarf (der Eltern) angepasst werden.

Zweitens sollten Rahmenbedingungen und andere Faktoren der Strukturqualität durch ein Qualitätsgesetz bundeseinheitlich geregelt werden, wobei auf hohe Standards zu achten ist. So wird bereits seit mehreren Jahren ein Bundesqualitätsgesetz von (Träger-, Sozial-) Verbänden, Gewerkschaften und Wissenschaftler/innen gefordert (z.B. Arbeiterwohlfahrt - Bundesverband e.V./ Deutscher Caritasverband e.V./ Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Hauptvorstand 2014). Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig griff zu Beginn des Jahrzehnts diese Forderungen auf und plante ein Qualitätsgesetz, legte 2014 dann aber das Vorhaben auf Eis. Erst am 30. Juni 2016 deckte DIE ZEIT den Grund hierfür auf: Am 11. Dezember 2014 hatte eine Besprechung der Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundesregierung stattgefunden, in der sich laut dem nicht öffentlichen Protokoll die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder hinsichtlich der Betreuungsqualität in Kitas "einig" waren, "dass es keiner bundesweiten Standards bedarf". Durch diesen geheimen Beschluss wurde die bei der Sitzung anwesende Bundesfamilienministerin ausgebremst. ZEIT ONLINE (2016a) dokumentierte ihn, "weil sich die Öffentlichkeit damit selbst ein Bild davon machen kann, wie wichtig der Bundesregierung ihr Versprechen ist, die Betreuung in Kindertagesstätten zu verbessern". Und an anderer Stelle hieß es: "Mit dem, was die 16 Ministerpräsidenten an diesem Wintertag im Kanzleramt entsorgen, brechen sie ein Versprechen. Es lautete: Erst bauen wir im großen Stil neue Kindergartenplätze, dann wird deren Qualität verbessert. Aber die Länder sagen den zweiten Schritt ab" (ZEIT ONLINE 2016b). Wie in diesem Artikel aufgezeigt wurde, kann jedoch auf ein Bundesqualitätsgesetz nicht verzichtet werden.

Auch die pädagogische Prozessqualität muss verbessert werden!

ZEIT ONLINE (2016b, c) beließ es aber nicht bei der Dokumentation des Beschlusses von Bundeskanzlerin und Länderchefs, sondern forderte Mitte 2016 ihre Leser/innen auf, Missstände in ihren Kitas zu melden. Etwa 2.000 Eltern und 260 pädagogische Fachkräfte berichteten von zum Teil dramatischen Vorgängen wie Kindesmisshandlungen, Vernachlässigung und Verstößen gegen die Aufsichtspflicht, aber auch von rücksichtslosen Füttermethoden, einem gehässigen Umgangston, ausbleibendem Trost oder dem gezielten Bloßstellen nach dem Einnässen. Offen bleibt aber, ob es sich hier nur um Einzelfälle oder um die "Spitze des Eisbergs" handelte - also um ein Systemproblem, das aus den schlechten Rahmenbedingungen, den schwieriger werdenden Kindern, der Überforderung durch Migranten- bzw. Flüchtlingskindern, dem erhöhten Betreuungsaufwand durch behinderte Kinder oder anderen Belastungsfaktoren resultiert.

In diesem Zusammenhang verwies ZEIT ONLINE (2016 b) auf die vom Bundesfamilienministerium geförderte "Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit - NUBBEK" (Tietze et al. 2013, http://www.nubbek.de). In dieser bundesweiten, repräsentativen Studie ging es vor allem um die pädagogische Prozessqualität der Kindertagesbetreuung. Es wurden 1.242 Zweijährige und 714 Vierjährige untersucht, von denen 446 in Kindergartengruppen, 377 in Krippengruppen, 455 in weit altersgemischten Gruppen, 240 in Kindertagespflege und 438 in Familien betreut wurden. Die Ergebnisse waren erschreckend: "Gute pädagogische Prozessqualität kommt dabei in jedem der Betreuungssettings in weniger als 10 Prozent der Fälle vor; unzureichende Qualität dagegen - mit Ausnahme der Tagespflege - in zum Teil deutlich mehr als 10 Prozent der Fälle (...). In der auf die Bildungsbereiche Literalität, Mathematik, Naturwissenschaft und interkulturelles Lernen bezogenen KES-E kommen über 50 Prozent der untersuchten Kindergarten- und altersgemischten Gruppen in den Bereich unzureichender Qualität zu liegen" (Tietze et al. 2012, S. 8). Nur für die Kindertagesstätten bzw. Tagespflegestellen mit guter Qualität - also bei weniger als 10% der Stichprobe - konnte ein positiver Einfluss auf die kindliche Entwicklung nachgewiesen werden, also z.B. beim Wortschatz, bei der sozial-emotionalen Entwicklung oder bei den Kommunikationsfertigkeiten (Becker-Stoll et al. 2015).

ZEIT ONLINE (2016d) fragte Prof. Fabienne Becker-Stoll, Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München und Mitautorin der NUBBEK-Studie, wie gut die deutschen Krippen und Kindergärten seien. Diese antwortete: "Von hervorragend bis grottenschlecht und kindeswohlgefährdend ist da leider alles dabei. Es gibt Leuchttürme, aber auch Katastrophen-Kitas, die sofort geschlossen werden müssten." Und auf die Frage "Die von unseren Lesern, aber auch von Kita-Mitarbeitern geschilderten Missstände verwundern Sie nicht?" erwiderte Becker-Stoll: "Nein, die Ergebnisse Ihrer Online-Befragung überraschen mich nicht. Das sind mit Sicherheit keine Einzelfälle. Wir müssen davon ausgehen, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist. Die letzte große nationale Studie zur Qualität in Krippen und Kindergärten hat gezeigt, dass über 80 Prozent aller Einrichtungen nur über eine mittelmäßige Qualität verfügen. Unzureichende Qualität, und hier müssen wir schon von einer Kindeswohlgefährdung ausgehen, gibt es in 6,8 Prozent der Krippen und in 17,6 Prozent der altersgemischten Einrichtungen".

Die erschreckenden Forschungsergebnisse der NUBBEK-Studie sollten Anlass genug sein, sich auch für eine Verbesserung der pädagogischen Prozessqualität und des "Outputs" der Kindertagesbetreuung einzusetzen. Dabei ist zu beachten, dass Prozess- und Strukturqualität in einem engen Zusammenhang stehen.

Schlusswort

Wissenschaftliche Untersuchungen und Presseberichte wie z.B. auf ZEIT ONLINE müssen von pädagogischen Fachkräften, Trägerverbänden und Gewerkschaften verstärkt genutzt werden, um eine bessere Qualität der Kindertagesbetreuung einzufordern. Aber auch immer mehr Eltern sind sich der schlechten Betreuungssituation bewusst: "88% der Eltern halten einer Umfrage der forsa zufolge die Qualitätsverbesserung in der Kindertagesbetreuung für ein sehr wichtiges bzw. wichtiges Thema, um das sich die Politik kümmern müsse. 76% der Eltern kritisierten, die Qualität der Kindertagesbetreuung in Deutschland sei sehr unterschiedlich" (Kleindiek 2016, S. 40). Es ist höchste Zeit, dass sich pädagogische Fachkräfte und Eltern verbünden, um gemeinsam für eine bessere Kindertagesbetreuung zu kämpfen!

Anmerkung

Die Ungerechtigkeiten im System der Kindertagesbetreuung zeigen sich auch zwischen den Bundesländern in unterschiedlich hohen Ausgaben pro Kind (siehe http://www.kindergartenpaedagogik.de/2339.pdf).

Literatur

Arbeiterwohlfahrt - Bundesverband e.V./Deutscher Caritasverband e.V./Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Hauptvorstand (2014): Deutschland braucht ein Bundesqualitätsgesetz für die Kindertagesbetreuung. http://www.kindergartenpaedagogik.de/1716.html (02.12.2016)

Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2010): Bildung in Deutschland 2010. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel. http://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2010 (03.12.2016)

Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2016): Bildung in Deutschland 2016. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration. http://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2016 (02.12.2016)

Becker-Stoll, F./Beckh, K./Mayer, D./Berkic, J. (2015): Gegenstand und Ergebnisse der nationalen Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK). Jugendhilfe 53, S. 443-448

Bertelsmann Stiftung (2016): Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme. http://www.laendermonitor.de/ laendermonitor/aktuell/index.html (22.07.2016)

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2016): Frühe Chancen. http://www.fruehe-chancen.de/ausbau/daten-und-fakten/betreuungszahlen-in-den-bundeslaendern-2015/deutschland/ (22.07.2016)

Kleindiek, R. (2016): Frühe Bildung weiterentwickeln - Chancen des Qualitätsprozesses von Bund und Ländern. Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 47 (3), S. 38-43

Tietze, W./Becker-Stoll, F./Bensel, J./Eckhardt, A.G./Haug-Schnabel, G./Kalicki, B./Keller, H./Leyendecker, B. (Hrsg.) (2012): NUBBEK. Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit. Fragestellungen und Ergebnisse im Überblick. http://www.nubbek.de/media/pdf/NUBBEK%20Broschuere.pdf (04.05.2012)

Tietze, W./Becker-Stoll, F./Bensel, J./Eckhardt, A./Haug-Schnabel, G./Kalicki, B./Keller, H./Leyendecker, B. (Hrsg.) (2013): Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK). Kiliansroda: verlag das netz

Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2016): Kindertagesbetreuung regional 2015. Ein Vergleich aller 402 Kreise in Deutschland. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt

Statistisches Bundesamt (2016a): Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe. Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege am 01.03.2016. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt

Statistisches Bundesamt (2016b): Betreuungsquoten der Kinder unter 6 Jahren in Kindertagesbetreuung am 01.03.2016 nach Ländern. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Soziales/Sozialleistungen/Kindertagesbetreuung/Tabellen/Tabellen_Betreuungsquote.html (03.12.2016)

Statistisches Bundesamt (2016c): Betreuungsquote von Kindern unter 6 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Soziales/Sozialleistungen/Kindertagesbetreuung/Tabellen/Tabellen_BetreuungsquoteMigrationshintergrund.html (02.12.2016)

ZEIT ONLINE (2016a): Ministerpräsidenten wollen keine einheitlichen Standards (30.06.2016). http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/kita-qualitaet-merkel-bundeslaender-sitzung-protokoll (30.08.2016)

ZEIT ONLINE (2016b): Was macht ihr da mit unseren Kindern? (30.06.2016). http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2016-06/kita-qualitaet-mitarbeiter-fehlverhalten-umfrage (30.08.2016)

ZEIT ONLINE (2016c): Abgrund unterm Regenbogen (03.05.2016). http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2016-04/kita-qualitaet-erzieherinnen-uebergriffe-gewalt (30.08.2016)

ZEIT ONLINE (2016d): "Sofort abmelden!" (03.07.2016). http://www.zeit.de/2016/28/kita-qualitaet-fabienne-becker-stoll (30.08.2016)