Ideenbörse "Mathematische Bildung"


Zahlenstraße
Aus Karton werden 10 Quadrate in der Größe 20 x 20 cm geschnitten. Auf jedes Quadrat wird eine Zahl von 1 bis 10 gemalt. Gemeinsam mit Kindern werden die Quadrate in der richtigen Reihenfolge auf den Boden gelegt und dort mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Die Kinder können nun die Zahlenstraße beschreiten. Dabei werden ihnen Aufgaben gestellt: Gehe zwei Felder vor! Gehe drei Felder zurück!
Martin R. Textor

Muster legen
Wir legen mit kleinen Bauklötzchen den Anfang eines Wegs, z.B. zuerst ein Quader, dann eine Walze, dann ein Würfel, dann wieder ein Quader und eine Walze. Können die Kinder den Weg nach demselben Muster fortsetzen? Mit der Zeit können die Muster immer schwieriger werden...
Martin R. Textor

Immer 10
Für diese Spiel benötigen Sie so genannte Wendeplättchen. Wendeplättchen sind kreisrunde kleine Scheiben, deren eine Seite z.B. rot und die andere z.B. grün ist. Natürlich gehen auch anderen Farben - wichtig ist nur, dass sich die beiden Seiten farblich unterscheiden. Wendplättchen lassen sich leicht selbst herstellen, indem man z.B. 1-Cent Münzen beidseitig farbig überklebt oder indem man einen Korken in Scheiben zerschneidet und jede Seite andersfarbig anmalt. Aus dickerem Karton lassen sich diese natürlich auch sehr leicht herstellen.
Die Kinder werfen nun z.B. 10 Plättchen (jede andere Zahl geht natürlich ebenso) auf den Tisch und entdecken so ganz anschaulich die verschiedenen Zehnerzerlegungen, z.B. 4 rote und 6 grüne Plättchen.
Gerhard Friedrich,
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Greif hinein!
In einem kleinen Säckchen befinden sich kleine Kiesel- oder Muggelsteine. Ein Kind greift hinein und holt mit geschlossener Hand ein Anzahl an Steinen heraus. Nun muss es erraten bzw. erfühlen, wie viele es in der Hand hat. Natürlich dürfen weitere Kinder dabei mitraten. Das Spiel lässt sich auch variieren, indem z.B. eine Zahl vorgeben wird, die mit einem Griff als Anzahl der Steine herausgeholt werden muss.
Gerhard Friedrich,
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Alles oder nichts
Zwei Gruppen oder zwei Kinder spielen gegeneinander. Zuerst werden eine bestimmte Menge an Gegenständen (z.B. 20 Murmeln oder Kastanien) zwischen den Gegnern aufgeteilt. Durch einen Abzählreim wird bestimmt, wer als Erstes würfeln darf. Die Augenzahl, die gewürfelt wird, darf dem Gegner weggenommen werden. Dann ist dieser an der Reihe und wieder umgekehrt. Dies wird so lange gespielt, bis eine Gruppe keine Gegenstände mehr hat.
Als besondere Erschwernis kann man mit echten Geldwerten spielen. Jedes Kind erhält eine 5-Cent-Münze, zwei 2-Cent-Münzen und eine 1-Cent-Münze (oder Spielgeld mit diesen Werten). Je nachdem, welche Zahl gewürfelt wird, muss man den entsprechenden Geldbetrag dem Gegner geben. Dabei entstehen Spielzüge, bei denen "herausgegeben" werden muss.
Gerhard Friedrich/ Barbara Schindelhauer,
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Nimm und Gewinn
Auf einem Tisch liegt eine bestimmte Anzahl von Gegenständen (Murmel, Nüsse, Centstücke usw.). Jedes Kind würfelt mit einem normalen Würfel und darf so viele Gegenstände wegnehmen, wie es Augen gewürfelt hat. Nachdem der letzte Gegenstand weggenommen wurde, werden die gewonnenen Gegenstände verglichen. Wer am meisten besitzt, hat gewonnen.
Natürlich lässt sich dieses Spiel auch in umgekehrter Logik spielen. Jedes Kind erhält einen gewissen Vorrat an Gegenständen (zum Beispiel 10, 12 oder 14). Entsprechend der gewürfelten Augenzahl darf er Gegenstände weglegen. Gewonnen hat derjenige, der als erstes alle Gegenstände losgeworden ist. Eine besondere Schiewigkeit kann man dadurch aufbauen, dass der letzte Wurf genau stimmen muss.
Gerhard Friedrich/ Barbara Schindelhauer,
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Geheimnisvolles Würfeln
Alle Kinder sitzen in einem Stuhlkreis, und jedes Kind darf der Reihe nach würfeln. Das Kind sagt daraufhin, welche Augenzahl es gewürfelt hat. Diese Augenzahl ist natürlich die sichtbare "oben", und den Kindern fällt die Antwort in aller Regel leicht. Wer weiß aber, welche Augenzahl unsichtbar unten liegt?
Sicher können die Kinder diese Frage nicht beim ersten Spielen beantworten. Umso mehr geraten sie ins Staunen, wenn ein Erwachsener die Antwort immer weiß (Tipp: Die Summe aus gegenüberliegenden Augenzahlen ergibt stets 7). Sind die Kinder einmal hinter das "Geheimnis" gekommen, so haben sie große Freude daran, das Ergebnis selbst auszurechnen und dann zu überprüfen.
Gerhard Friedrich/ Barbara Schindelhauer,
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Spannende Geoformen
Aus dem Baumarkt besorgen wir uns Rundholzstäbe mit 8 mm Durchmesser, dazu einen Schlauch mit 8 mm Innendurchmesser. Den schneiden wir in ca. 10 cm lange Stücke und können jetzt beliebig viele Rundhölzer miteinander verbinden. Die Kinder bauen so Dreiecke, Vierecke usw. in beeindruckender Größe. Sogar räumliche Körper lassen sich herstellen. Die räumlichen Konstruktionsarbeiten lassen sich dadurch vereinfachen, dass wir jeweils zwei 10 cm lange Schlauchstücke in der Mitte zusammenschnüren.
Tipp: Wenn man das Fünfeck geschickt auf den Boden "faltet", ergibt sich ein Pentagramm, ein fünfzackiger Stern mit einem Fünfeck in der Mitte und fünf Dreiecken außen herum.
Übrigens: Alleine dadurch, dass die Kinder die Stäbe ineinander stecken, erleben sie, wie viel mal länger sechs Stäbe als zwei Stäbe sind. Sechs Stäbe sind also dreimal so lang wie zwei Stäbe!
Gerhard Friedrich/ Barbara Schindelhauer: "Zahlenspiel und Zahlenspaß", Freiburg: Herder 2006,
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Zahlen und Zählen
Morgens lassen wir die Kinder die Zahl der anwesenden Kinder ermitteln. Beim Tischdecken lassen wir die Zahl der Teller abzählen. Bei Spaziergängen halten die Kinder Ausschau nach Zahlen (auf Autokennzeichen, Hausnummern usw.). Wir stellen möglichst oft "Wie viele?"-Fragen (z.B. "Wie viele sind noch übrig?").
Martin R. Textor

Geometrie
Wir machen immer wieder die Kinder auf verschiedene Formen in ihrem Umfeld aufmerksam und benennen sie ("Dreieck", "Viereck", "Rolle", "Quader"). Wir motivieren Kinder, mit verschiedenen Formen zu spielen, sie miteinander zu vergleichen, sie zu malen, sie mit ihren Körpern zu legen usw. Die Kinder stellen Modelle von ihnen bekannten Objekten mit Hilfe von Papiermaché, Bauklötzchen usw. her. Beim Falten eines Blatts Papier entstehen verschiedene geometrische Formen.
Martin R. Textor

Messen
Wir machen Vergleiche auf der Grundlage von Größe, Länge, Gewicht usw. ("Das fühlt sich schwerer an als...", "Michael ist größer als Maria"). Wir motiviert zum Messen und führen verschiedene Maßzahlen ein (Meter, Kilogramm, Liter, Stunden...). Die Kinder werden gefragt, ob der Inhalt eines Gefäßes wohl in ein anders geformtes Gefäß passen wird (Experimentieren!).
Martin R. Textor

Algebra
Wir halten die Kinder an, Muster von Farben und Formen in ihrer Umgebung zu entdecken. Bestimmte Muster werden hergestellt (z.B. Aufreihen von Perlen in einer vorgegebenen Farbfolge). Die Kinder bilden taktile oder akustische Reihen.
Martin R.Textor

Datenanalyse
Bei naturwissenschaftlichen Projekten sammeln wir (Beobachtungs-) Daten, die von den Kindern ausgewertet werden. Die Ergebnisse können dann tabellarisch oder grafisch dargestellt werden. Blätter, Steine, Schneckenhäuser usw. werden einmal nach Größe, einmal nach Farbe, einmal nach Form sortiert. Gleiche Gegenstände werden abgestuft nach ihrer Größe, dem Farbton, der Länge, dem Gewicht usw. aufgereiht.
Martin R. Textor

Mengenvergleich
Wir lassen die Kinder Mengen (Wasser, Sand usw.) in unterschiedlich geformten Gefäßen vergleichen. Ist in dem großen runden Gefäß mehr oder weniger Wasser als in dem langen schmalen? Wie können wir den Inhalt messen? Zwei Mädchen nahmen hierfür einen Becher. Für jeden Becher legten sie einen Chip beiseite - bei dem einen Gefäß einen blauen, beim anderen einen roten. Als die Gefäße geleert waren, verglichen sie die Anzahl der Chips. Auf diese Weise erkannten sie das Konzept der Einheit.
Martin R. Textor