Die pädagogische Beziehung - eine Antwort auf veränderte Kinder in einer veränderten Gesellschaft

Henriette Kleinert

 

Zitate

"Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit" (§ 1 Abs. 1 Kinder- und Jugendhilfegesetz).

"Früher hieß Schule sechs Stunden still sitzen und sich nachmittags austoben. Heute sitzen Kinder nachmittags am Computer oder Fernseher und brauchen die Schule für Dinge, die ihnen die Welt immer weniger bietet: Bewegung, Begegnung, soziale Gemeinschaft und sinnliche Erfahrung. So gesehen könnte die Schule der Zukunft aussehen, wie wir sie uns schon immer gewünscht haben: lustig, lehrreich und nie langweilig" (Mauruschat).

"Jetzt male ich nur noch Regenbogen, wegen Regenbogen machen die keine Konferenzen" (Filmzitat aus "The sixth sense" USA 1999).

"Der Kindergarten kann nicht über Jahrzehnte gleich bleiben, wenn sich Gesellschaft und das gesamte Umfeld für Kinder und Familien verändert hat, wenn Kindheit wesentliche Einschnitte erfährt" (Becker-Textor, S. 72).

"Kindertageseinrichtungen stehen inmitten unserer sich ständig verändernden Gesellschaft. Neben gesetzlichen und finanziellen Grundlagen verändern sich auch die Erfordernisse von Kindern und Eltern..." (Qualität durch Beratung).

"Die Beziehungsfrage ist Kernstück des beruflichen Selbstverständnisses, weil alles, was pädagogisch veranstaltet wird, über diese Beziehung transportiert werden muss" (Giesecke, S. 5).

"Er hat die Gabe, Kindern das zu geben, was sie zu einem eigenständigen Leben brauchen" (Filmzitat aus "The sixth sense" USA 1999).

Wie bin ich auf das Thema gekommen?

Praxiserlebnisse

Kinder, die sich beim Essen "nervig" verhalten, dürfen bei anderen Tätigkeiten nicht mehr mitmachen. A. durfte z.B. eine Party nicht mitgestalten, da er "erst mal das Essen auf die Reihe bekommen soll". A. war darüber sehr traurig, da er beim Essen nur mit seinem Kumpel rumgealbert hat und etwas Spaß haben wollte.

B. lachte über einen Versprecher, den ein anderes Kind machte, als es übte, ein Weihnachtsgedicht aufzusagen. Zur Strafe "durfte" er bei der Kaffeemahlzeit allen Kindern eine Weihnachtsgeschichte vorlesen.

Bei der Planungsgruppe für die Disco wird überlegt, wer der DJ sein soll. Ich wähle M. Die Kolleginnen verdrehen die Augen, weil M. ein sehr auffälliges Kind ist. Die Disco läuft am Abend brillant, alle Kinder haben ihren Spaß. M. ist ganz in seinem Element. Bei der späteren Fotoschau bemerkt eine Kollegin: "Da sieht M. aber stolz aus. Man sollte ihm doch immer mal eine Chance geben".

O. ist neu, spricht kaum zu jemanden und lacht nie. Er gilt als eingebildet, weil er, wenn er mit Erzieher/innen redet, davon erzählt, was sie alles zu Hause haben und wie teuer das alles ist. "Kein Wunder, dass die Kinder nichts von ihm wissen wollen, wenn er immer so angibt." - Und damit wurde er links liegen gelassen. Mir erzählt O. von seinen vielen Angelgeräten. Ich erwidere, dass wir nur eine Angel haben. Er lacht, und wir unterhalten uns über Angeln, Fische und andere Dinge. Später kommt O. immer wieder zu mir, und ich helfe ihm, sich in den Hort einzugliedern. Ich scheine eine lange Zeit die einzige zu sein, die bemerkt, dass O. begonnen hat "aufzutauen".

M. hat es nicht geschafft, seinen Teller leer zu essen. Er wurde nach mehreren Ermahnungen in den Werkraum geschickt, damit er dort im Stehen seinen Teller leer isst. M. hat den gesamten Nachmittag dort verbracht.

Lesen üben ist bei uns im Hort bisher Aufgabe der Eltern. Viele Eltern schaffen dies jedoch nicht mehr. Ich habe vorgeschlagen, dass wir dieses im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung übernehmen sollten, damit die Kinder nicht den Anschluss in der Schule verlieren. Dieses wurde mit dem Argument abgelehnt: "Das schaffen wir doch gar nicht. Was sollen wir denn noch alles tun?"

Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig für die Kinder, meinen die Erzieher/innen. Viele Kinder bringen als Schulbrot aber nur "Labberbrot" mit. Es wird jedoch entschieden, den Eltern keine Verbesserungsvorschläge mehr zu machen, mit den Argumenten: "Das müssen die Eltern selbst entscheiden, da mischen wir uns nicht mehr ein. Was sollen wir denn noch alles tun?"

Häufig gehörte Sätze: "Was, du beschäftigst dich schon wieder mit dem? - Ich arbeite lieber mit den Ruhigen." oder "Wie hältst du das Generve bloß aus?"

Weitere Beobachtungen

Bei mir verhalten sich verhaltensauffällige Kinder anders als bei Kolleg/innen. In meinem ersten Praktikum wurde im Reflexionsgespräch von meiner Anleiterin die Verhaltensänderung eines schwierigen Kindes auf meine Art, mit ihm umzugehen, zurückgeführt.

Ich habe beobachtet, dass Kolleg/innen das Verhalten der Kinder oft als "nerven" beschreiben. Sie haben den Eindruck, dass die Kinder sie persönlich mit diesem Verhalten ärgern wollen. Die Sichtweise bzw. Haltung der Erzieher/innen und deren Verhalten beeinflusst das Verhalten der Kinder. Möglicherweise wird die Verhaltensauffälligkeit eines Kindes durch die Erzieher/innen noch verstärkt.

Wenn man einfühlsam mit den Kindern umgeht, können sie negativ bewertete Verhaltensweisen ablegen, die ihnen zugeschrieben werden. Man muss den Kindern auf der Beziehungsebene verständlich machen, dass sie so angenommen werden, wie sie sind.

Durch "Klatsch und Tratsch", z.B. in Aufnahmegesprächen, innerhalb von Teams oder gar einrichtungsübergreifend, bekommen viele Kinder keine richtige neue Chance, ihr Verhalten zu ändern. Denn: "Der war dort so und so, na mal schau'n, was das für ein Bürschchen ist." Auch hier wird Verhaltensauffälligkeit von den Erzieher/innen mit produziert. Ich habe mich schon oft gefragt, wie viel ich eigentlich in Aufnahmegesprächen erfahren möchte. Machen wir uns unsere verhaltensauffälligen Kinder nicht selbst, weil wir anscheinend alles über sie wissen und ihnen keine Chance mehr lassen (können), sich anders zu verhalten? Stichworte: Stigmatisierung und self-fullfilling-prophecy.

In vielen Einrichtungen hat sich eine demokratische Umgehensweise mit den Kindern entwickelt. Die Wichtigkeit dieses demokratischen Umgangs wird auch in der Literatur immer wieder betont (1). Meinen Beobachtungen zufolge wird das demokratische Prinzip in der Praxis nicht durchgehalten, bzw. es gilt nur für die "braven Kinder". Denn wenn Kinder nicht in der Lage sind, sich nach demokratischen Regeln zu richten, wird sehr häufig von den Erzieher/innen anders, nämlich autoritär re(a)giert. Ich bin der Meinung, dass man gerade mit den verhaltensauffälligen Kindern demokratische Regeln üben und praktizieren sollte.

Die Arbeit, die Erzieher/innen in den Einrichtungen verrichten, hat sich meinen Beobachtungen zufolge in den letzten Jahren nur wenig verändert. Obwohl sich die Kinder, das Umfeld und die gesamtgesellschaftliche Situation in den letzten Jahrzehnten sehr verändert hat, wird immer noch sehr häufig hauptsächlich gebastelt, beschäftigt, auf die Einhaltung von mehr oder weniger sinnvollen Regeln geachtet. Dieses "Bebasteln" geht aber oft an den Bedürfnissen der Kinder nach Zuwendung, Auseinandersetzung und Ernstnehmen ihrer Lebenssituation vorbei.

Um den heutigen Kindern gerecht zu werden, muss sich auch die Erzieherausbildung auf die neuen Anforderungen einstellen. Ich frage mich, ob Beziehungsarbeit, d.h. der Aufbau einer stabilen Beziehung zu den Kindern nicht wichtiger ist, als basteln, beschäftigen, Hausaufgaben machen. Wobei ich betonen möchte, dass ich Bastel- und Beschäftigungsangebote als Kontaktbrücke (d.h. als Methode, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen und sie kennen zu lernen), zur Förderung von z.B. motorischen Fähigkeiten, zur ästhetischen Erziehung oder einfach nur aus Spaß durchaus für sehr sinnvoll und wichtig halte.

Die große Chance der Erzieher/innen ist, dass sie Tag für Tag in der Einrichtung sind und so verlässlich für die Kinder da sein können. Sie können so den Kindern familienergänzend das geben, was sie Zuhause oftmals nicht bekommen. Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen, denn dadurch können Verhaltensauffälligkeiten von Kindern erkannt und verändert werden. Durch die veränderten Realitäten in Familie und Gesellschaft ist es äußerst wichtig, dass die Kinder dort, wo sie sich die meiste Zeit des Tages aufhalten, nämlich in den Einrichtungen, ein stabiles Beziehungsangebot bekommen und Wertschätzung erhalten.

Kinder, die auf Ganztagesplätzen oder in Horten untergebracht sind, besuchen diese nicht "umsonst". Oftmals ist der alleinerziehende Elternteil oder sind beide Eltern gezwungen, ganztägig zu arbeiten. Daher bringen die meisten dieser Kinder zumindest schon mal eine Problemlage in die Einrichtung mit: die lange Trennung von zu Hause. Erzieher/innen, die mit diesen Kindern arbeiten, stehen vor anderen Aufgaben als solche, die in Einrichtungen arbeiten, wo Eltern ihre Kinder hinbringen, damit sie schön lernen, mit anderen Kindern zu spielen, weil die Kinder z.B. Einzelkinder sind.

"Auffällig" - ein Definitionsversuch

Mit dem Begriff "auffällig" meine ich Kinder, die Verhaltensprobleme und/oder Schwierigkeiten haben, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren. Zumindest findet die Integration nicht so statt, wie Eltern und Erzieher sie sich wünschen.

Mit der sog. Verhaltensauffälligkeit haben in erster Linie nicht die Kinder das Problem, sondern das Umfeld, da manche Verhaltensmuster in unserer Gesellschaft eben unerwünscht sind. So schreibt Ehnle: "Was normal ist, bestimmen die anderen. Verhalten ist ein Begriff ohne Wertung. Erst durch die Werte und Normen der Menschen erhält ein Verhalten eine Wertung. Das durchschnittliche Verhalten einer Gruppe liefert die Maßstäbe für die Definition 'richtiges' Verhalten. Verhaltensauffälligkeit ist das Verhalten, was vom normalen, richtigen Verhalten abweicht" (2). Unter den Begriffen "auffällig" und "Verhaltensprobleme" verstehe ich "das ganze Arsenal kindlicher Verhaltensweisen, das Eltern (und andere) mitunter buchstäblich ratlos werden lässt" (3).

Einzelne Anzeichen von solchen Verhaltenauffälligkeiten sind: motorische Unruhe, Konzentrationsschwäche, Impulsivität, Reizbarkeit, geringe Frustrationstoleranz, Aggressivität...

Jedoch wird ein Kind "nicht aus sich selbst heraus schwierig; es gibt dafür immer Ursachen, z.B. in der Familie oder in der Schule. Wenn ein Kind schwierig wird, spielen so viele Faktoren zusammen, dass nie ein 'Schuldiger' oder eine ähnlich simple Erklärung gefunden werden kann. Das soziale Umfeld spielt bei der Wahrnehmung und 'Definition' von psychosozialen Auffälligkeiten eine große Rolle" (4). Oftmals entstehen Verhaltensauffälligkeiten, weil Menschen gezwungen sind, in Umständen zu leben, die für sie unerträglich sind. So verstanden kann man Verhaltensauffälligkeiten von Kindern als Notsignale verstehen. Die Kinder sind nicht ohne Grund böse oder aggressiv, sondern sie wollen Aufmerksamkeit erregen (5).

Hieraus wird für mich deutlich, dass Erzieher/innen eine große Verantwortung haben. Meiner Meinung nach muss man sich immer wieder klar machen, dass die Kinder "nichts dafür können", dass sie sich so verhalten, wie sie es tun. Die Aufgabe der Erzieher/innen besteht darin, den Kindern zu helfen und sie dazu befähigen, sich anders zu verhalten.

Was macht viele Kinder heute so schwierig?

Lebenssituation von Kindern heute

In diesem Kapitel möchte ich darstellen, wie die Lebenssituation von Kindern heute aussieht: "Heute scheinen die Kinder alles zu haben - so heißt es wenigstens - aber es fehlt ihnen viel" (6). Immer weniger Eltern sind heute aus unterschiedlichsten Gründen in der Lage, ihren Kindern all das mit auf den Weg zu geben, was sie für ihre Entwicklung und ihr Leben brauchen:

  • 60% der 3- bis 15jährigen Kinder einer Kindertagesstätte außerhalb Hamburgs müssen ihren Tag ohne Frühstück beginnen. Freitags und montags muss 1/3 mehr gekocht werden, weil die Kinder auf Vorrat essen oder ausgehungert aus dem Wochenende kommen.
  • Drittklässler beginnen vor Sehnsucht zu weinen, wenn ihre Lehrerin ihnen liebevoll über den Kopf streicht.
  • Bewegung reduziert sich bei vielen Kindern auf das Zappeln: in der Schule, zu Hause, vor dem Fernseher.
  • Grenzziehung wird nicht mehr als Schutz vor der beängstigenden Welt, sondern als antidemokratisch gesehen.
  • Berufstätige Mütter haben 11 Minuten pro Werktag Zeit für die Interaktion mit ihren Kindern; nicht berufstätige Mütter bringen es auf 30 Minuten.
  • Der "Vaterhunger" steigt.
  • In der dritten Klasse einer Großstadtgrundschule ist ein Drittel aller Kinder in Therapie: bei der Krankengymnastik, beim Logopäden, in der Mal- und Bewegungstherapie, beim Training für verhaltensauffällige, leistungsschwache oder essgestörte Kinder.
  • Schon Kinder erleben Stress durch Diäten und Schlankheitswahn.
  • Zum ersten Mal in der Geschichte wachsen heute Kinder auf, deren sexuelle Prägung nicht durch lebendige Vorbilder, sondern durch eine künstliche Papier und Zelluloidwelt hergestellt wird (7).

Während die Kinder noch vor 30/40 Jahren in einem recht sicheren Lebensumfeld aufwachsen konnten, stellt sich für die Kinder heute die Welt eher als ungeordnet und chaotisch dar. Früher ging der Vater zur Arbeit, die Mutter blieb zu Hause. Als Kind konnte man noch relativ gefahrlos die Umwelt erkunden und mit den Nachbarn spielen. Man ging zur Schule, erhielt einen Abschluss, erlernte einen Beruf und gründete irgendwann selbst eine Familie. Überall gab es Regeln, Werte und Normen, die das Zusammenleben regelten.

Heute gibt es für kein Kind mehr die Gewissheit, in einer "heilen" Familie aufzuwachsen. Immer mehr Scheidungskinder müssen sich mit immer mehr wechselnden Bezugspersonen auseinandersetzen. Die Umwelt ist nicht mehr im Spiel zu erobern, da sie durch den Autoverkehr vielen Kindern von klein auf als Lebensbedrohung erklärt wird. Die Lebensbereiche verinseln. Von einer Insel zur nächsten werden die Kinder mit dem "Taxi Mama" gebracht. In den überall zugänglichen verschiedenen neuen Medien erfahren Kinder heute Wahrheiten, die sie kaum verarbeiten können. Auch die Umweltverschmutzung hat seelische und körperliche Leiden bei vielen Kindern zur Folge.

In Deutschland entwickelt sich die Gesellschaft dahin, dass immer weniger Menschen an dem gepriesenen Wohlstand teilhaben können. Das Phänomen der "working poor", der Menschen, die einen oder mehrere schlecht bezahlte Jobs haben, die kaum ausreichen, sich und der Familie eine gesicherte materielle Grundlage zu bieten, schwappt aus den USA nach Europa und Deutschland. "Jetzt schon drohen wir - zum ersten Mal nach dem zweiten Weltkrieg - in eine Standesgesellschaft abzugleiten. Die Gegensätze werden größer werden. ... Zu welchen Konsequenzen das letztendlich führen wird, lässt sich nicht ganz voraussehen. Doch aufmunternd ist diese Voraussicht nicht" (8).

All diese Belastungen verursachen Kindern Stress, der sich in Krankheitssymptomen niederschlägt. Stressreaktionen wie Nervosität, Unruhe und Reizbarkeit werden zum Dauerzustand. Auch Kinder reagieren unterschiedlich auf solchen Dauerstress: Manche werden krank, andere ziehen sich in sich selbst zurück, wieder andere werden aggressiv oder sie bilden andere Verhaltensauffälligkeiten aus. Wenn "das Gleichgewicht zwischen Entwicklungs- und Umweltanforderungen einerseits und den Fähigkeiten und Kräften des Kindes andererseits nicht mehr gegeben ist und dieser Spannungszustand von Dauer ist, zeigt sich anhand von Symptomen, d.h. Krankheitsanzeichen oder Verhaltensauffälligkeiten, dass das Kind seine Situation nicht bewältigen kann, seine Kräfte verbraucht sind. Auf Dauer können sich hieraus auch dauerhafte Schäden entwickeln" (9).

Persönliche Anmerkungen

Für viele Eltern (und auch viele Erzieher/innen) ist es nicht leicht, sich mit diesen Wahrheiten auseinanderzusetzen und angemessen darauf zu reagieren. Denn auch als Erwachsener ist man heute immer eher davon bedroht, selbst aus dem Wohlstandsboot herauszufallen, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, Beziehungskrisen zu erleben usw. Wenn man selbst wenig Halt im Leben hat, wie soll man dann den Kindern Halt und Geborgenheit bieten können?

Neben den o.g. gesamtgesellschaftlichen Faktoren können meiner Meinung nach Kinder auch noch verhaltensauffällig werden, weil

  • in den Einrichtungen der öffentlichen Erziehung nicht genügend auf die veränderten Lebensbedingungen und Familiensituationen eingegangen wird,
  • bei vielen Erzieher/innen der Wille fehlt oder die Möglichkeiten fehlen, sich mit den Kindern auseinanderzusetzen; es ist zu anstrengend, nervig...,
  • weil die Kinder und ihre Lebenswirklichkeit nicht akzeptiert werden. Man hat Schwierigkeiten, sich mit dem Kulturkreis ausländischer Kinder auseinanderzusetzen. Gewohnheiten der Kinder wie Fernsehen oder Computerspiel werden kategorisch in einer Art und Weise abgelehnt, in der sich auch die Kinder abgelehnt fühlen,
  • die Kinder mit einem Kindbild von früher verglichen werden, als die Kinder noch ruhig und nicht so wild waren,
  • "wir früher ja ganz anders waren".

Die Kinder erleben sich einer Ansammlung von Vorwürfen und Vorurteilen ausgesetzt, statt dass sie sich angenommen fühlen und Erzieher/innen haben, die sich mit ihnen über ihr Leben und ihre Hobbys ernsthaft unterhalten. Die gemeinsam mit ihnen während der Jahre, die sie in der Einrichtung leben, ein Stück ihres Lebensweges gehen.

Als Erzieher/in sollte man sich immer wieder vor Augen halten, dass es unsere Aufgabe als Erwachsene ist, den Kindern dabei zu helfen, sich zu gesunden und fröhlichen Persönlichkeiten zu entwickeln, indem wir ihnen vorbeugende Hilfen geben, damit die Belastungen gar nicht erst zu groß werden, oder durch Unterstützung und Rat, wenn die Kinder zeigen, dass sie überfordert und in Not geraten sind (10).

Aufgrund meiner Beobachtungen halte ich die pädagogische Beziehung für sehr wichtig. Denn ich habe erlebt, wie Kinder aufleben, wenn man ihnen eine qualitativ gute Beziehung anbietet. Meiner Meinung nach sind die professionelle Gestaltung und die Qualität der pädagogischen Beziehung zu den Kindern und zu ihren Eltern heute sehr viel wichtiger, als die Aneinanderreihung von Beschäftigungs- und Bastelangeboten im Alltag einer Einrichtung.

Im nächsten Kapitel soll gezeigt werden, welche Fertigkeiten und Fähigkeiten Erzieher/innen brauchen, um den Kindern von heute gerecht zu werden.

Die pädagogische Beziehung

Als wichtigste Grundlage der Arbeit mit Kindern sehe ich die Gestaltung der pädagogischen Beziehung. Dies mag sich banal und selbstverständlich anhören. Jedoch habe ich festgestellt, dass im beruflichen Alltag und in der schulischen Ausbildung die Grundhaltung, die meiner Meinung nach eine gute pädagogische Beziehung ausmacht, verloren geht, ihr nicht genug Beachtung geschenkt wird oder sie nicht genügend ausgebildet wird. Hierzu stellt auch Janssen fest: "Fernseher und PC mögen vielleicht einen Teil der Aufgaben von Eltern (und Lehrkräften) übernehmen, was aber desto mehr ins Gewicht fallen wird, ist die Qualität der persönlichen Beziehung. Diese ist durch kein Gerät, wie fortschrittlich auch immer, zu ersetzen. ...Wir werden die Kinder lehren müssen zu leben. Und mit anderen zusammenzuleben" (11).

Merkmale der pädagogischen Beziehung

Eine gute pädagogische Beziehung zeichnet sich für mich durch die nachstehenden Punkte aus. Hierbei ist zu beachten, dass dies Fähigkeiten und Qualitäten sind, die die Erzieher/innen in der pädagogischen Praxis leben müssen und nicht nur kurzfristig als Technik einsetzen können. In Anlehnung an Rogers und Axline werden die folgenden vier Merkmale als wesentliche Bestandteile bzw. Grundvoraussetzungen für eine pädagogische Beziehung genannt (12):

Echtheit (Kongruenz): Die Erzieher/innen brauchen sich nicht verstellen. Sie sollen den Kindern so gegenüber treten, wie sie im Augenblick sind, jedoch sollen private Probleme den Berufsalltag nicht übermäßig bestimmen. Fassaden werden von den Kindern leicht durchschaut, und wenn die Fassade abbröckelt, wird man leichter verletzbar. Man darf und soll seine Gefühle zeigen, spontan auf etwas reagieren und auch Fehler zugeben. All diese Fähigkeiten sollen die Kinder in den Einrichtungen ja schließlich auch lernen. Trotz wechselnder aktueller Befindlichkeiten sollten Erzieher/innen sich aber immer wieder hinterfragen, ob sie (noch) eine grundsätzlich positive Einstellung zu den Kindern haben.

Einfühlung (Empathie): Die Erzieher/innen sollen geistig und seelisch wirklich voll und ganz beim Kind sein. Sie sollten in der Lage sein, dessen persönliche Wahrnehmungswelt betreten zu können. Beispiel: Wenn ein Kind begeistert Szenen aus einem Fernsehfilm oder Comic nachspielt, verbaut man sich sofort den Zugang in die Erlebniswelt des Kindes, wenn gleich eine Wertung des Ganzen nach dem Motto "Fernsehen ist blöd" abgeben wird. Das Kind liebt seine Helden und wird sie gegen die "feindliche" Erzieherin verteidigen.

Einfühlung bedeutet auch, in jedem Augenblick empfindsam gegenüber den wechselnden Gefühlsregungen zu sein, die in einem Kind vor sich gehen. Jedoch darf die Erzieherin nicht mit der Gefühlswelt des Kindes verschmelzen, da sie ihm dann nicht mehr kompetent als Erwachsene weiterhilft. Zur Einfühlung gehört also auch immer ein Stück Distanz wahren. Beispiel: Wenn ein Kind erzählt, dass es zu Hause verprügelt wird und die Erzieherin ganz mit der Gefühlswelt des Kindes verschmilzt, erlebt sie auch nur Trauer, Wut und Angst. Ohne Distanz kann sie sich aber keine Lösungsstrategien ausdenken, die dem Kind und der Familie helfen.

Es geht um den Versuch, die Kinder wirklich zu verstehen. Dann wird es möglich, deren Gründe für ein bestimmtes Verhalten heraus zu bekommen. Beispiel: Bei einem langen Vortrag wird ein Kind unruhig und schnieft laufend. Eine Erzieherin fordert es auf, sich die Nase zu putzen. Das Kind weigert sich und schaut unglücklich auf die Dozentin. Die Erzieherin beginnt, Druck auf das Kind auszuüben (böse Blicke, Ermahnungen). Ich sage dem Kind, dass es rausgehen, sich dort die Nase putzen und dann wieder hereinkommen soll. Das Kind geht hinaus und kommt ohne Schnupfnase wieder.

Das Kind steckte in einer Zwickmühle. Es weiß, dass man sich die Nase putzen muss, hat aber Angst, dass es stört, wenn es dies während des Vortrages tut. Durch meine Intervention wurde das Kind aus seiner "Notlage" befreit, und die Situation eskalierte nicht. Wenn man wirklich versucht, die Kinder zu verstehen, fühlen sie sich ernst genommen. Das ist bestimmt oft "anstrengender" für die Erzieher/innen, weil nicht auf alles mit Standardaussagen und -regeln reagiert werden kann. Ich habe aber schon oft die Erleichterung bei Kindern gespürt, wenn sie verstanden worden sind, wenn ihnen "ein Stein vom Herzen gefallen ist"

Mitgefühl: "Trotz allen Abstandes und Distanz ist für eine erfolgreiche Hilfe der Erzieher/in wichtig, dem Kind wahres Mitgefühl entgegenzubringen und sich wirklich Sorgen um es zu machen. Gefordert ist das richtige Maß an Mitgefühl und Distanz" (13).

Annahme/ Wertschätzung: "Die Erzieherin sollte dem Kind unvoreingenommen gegenübertreten und es mit all seinen positiven und negativen Seiten akzeptieren. Das Kind muss als eigenständiges Individuum geschätzt werden, nicht als jemand, der von den Erzieher/innen geformt wird. Auf diese Weise erfährt das Kind, dass es jemanden gibt, der es versteht und weiß, wer es ist und wie es sich fühlt. Ihm wird damit eine Art von Mögen und Gernhaben entgegengebracht, die keine Forderungen stellt. Eine Erzieher/in sollte sich zum Ziel setzen, eine warme, freundliche Beziehung zum Kind aufzubauen und es zu akzeptieren, wie es ist. Jedes Kind, auch das schwierigste und störendste hat viele gute Verhaltensweisen, die anerkennenswert sind" (14).

In der Praxis heißt das: Es ist wichtig, die Kinder zu loben, sie nicht zu vergessen oder zu übersehen - also den Kindern Anerkennung zu zeigen und Achtung entgegenzubringen, auch "normales" und gewünschtes Verhalten zu loben und die Kinder in diesem Verhalten zu bestärken. Kinder, die nicht genug Anerkennung bekommen, versuchen oft, diese Anerkennung über negativ bewertetes Verhalten zu bekommen.

Als Erzieher/in muss man sich immer wieder klar machen, dass jedes Kind einzigartig ist und seine eigenen Strategien entwickelt hat, mit Erlebnissen und (belastenden) Erfahrungen fertig zu werden. Für uns Erwachsene ist es oft schwierig, den Sinn kindlicher Verhaltensmuster zu verstehen. Dennoch gilt es, sich damit auseinanderzusetzen, um die Verhaltensweisen nicht nur negativ zu bewerten, sondern die Motivation dafür zu erkennen. Dann kann man versuchen, die Kinder darin zu unterstützen, ihre Schwierigkeiten zu meistern und neue Fähigkeiten und Strategien zu erlernen (15).

Zu den weiteren Fähigkeiten von Erzieher/innen, die zum Aufbau einer guten pädagogischen Beziehung nötig sind, gehören:

  • Aktives Zuhören: Aktives Zuhören ist eine Methode, die Kinder die Erfahrung machen lässt, dass man sie wirklich ernst nimmt. Beim Aktiven Zuhören konzentriert man sich auf das Kind. Es wird versucht, zwischen den Zeilen zu hören und die Mimik und Gestik des Kindes wahrzunehmen. Mit eigenen Worten werden die Inhalte des Gehörten wiederholt, um zu kontrollieren, dass man es richtig verstanden hat, oder um dem Kind Inhalte oder Gefühle zu spiegeln. Das Kind spürt beim Aktiven Zuhören, dass es voll und ganz angenommen ist, dass es geliebt wird. Es erhält einen intensiveren Zugriff auf seine Gedanken und Gefühle.
    Leider ist es im hektischen Berufsalltag oft so, dass nicht richtig zugehört wird. Auf die Frage, na wie war es in der Schule, wird oftmals keine richtige Antwort erwartet.
    Wer die Fähigkeit des Aktiven Zuhörens beherrscht, praktiziert automatisch Verständnis, Einfühlungsvermögen und Empathie (16).
  • Fähigkeitenorientierung: Dies ist das Gegenteil von Problemorientierung. In sozialen Berufen wird meiner Meinung nach viel zu viel auf die sog. Defizite der Menschen geschaut. Wenn in Einrichtungen Erzieher/innen über Kinder reden, sind oft schwierige Kinder und Probleme mit Kindern das Thema. Mit Fähigkeitenorientierung ist gemeint, dass man auf die Fähigkeiten der Kinder schaut. Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der nichts kann. Je nachdem durch welche Brille man schaut, wird man bei einem Kind viele Defizite, Mängel und Problemlagen sehen oder man kann handwerkliches Geschick, tolle Mimik, Humor, Komik, Kraft, Energie entdecken. Durch die "Fähigkeitenbrille" geschaut, erlebt jedes Kind eine ganz andere Wertschätzung. Hat man als Erzieher/in erst einmal die vielen Fähigkeiten eines Kindes erkannt, können diese bewusst im Gruppenprozess eingesetzt werden, und nach und nach kann ein Kind seine Fähigkeiten vielleicht auch auf die Bereiche ausdehnen, die einem auffallen, wenn man durch die Problembrille schaut. "Bei der Fähigkeitenorientierung wird der Genuss der Suppe betont... Bei der problemorientierten Wahrnehmungsweise wird das Haar in der Suppe gesucht, gefunden und negativ bewertet" (17).
  • Die Fähigkeit vom Umdeuten: Beim Umdeuten kommt es darauf an, die Dinge in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Wenn ein Problem in einem anderen Licht betrachtet wird, ist es oft gar kein Problem mehr. Beispiel: Marianne, ein stilles Kind, wurde "'so zornig, dass sie dem anderen Mädchen so stark in den Arm biss, dass sich unter dem dicken Pullover die Zähne abgebildet haben... Ich (die Mutter) mache mir wirklich große Sorgen. Was meinen Sie?' Die Kindergärtnerin erwidert: 'Ja. Sie machen sich wirklich sehr große Sorgen um Ihr Kind. Manchmal kann es hart sein, wenn sich die Dinge ändern. Jetzt hat Marianne einen wichtigen Schritt gemacht. Sie hat gelernt, sich zu wehren'" (18).

Die Merkmale der pädagogischen Beziehung lassen sich in dem Minimalkonsens des "sokratischen Eids für Pädagogen" zusammen fassen. Dieser kann ein Leitbild für Erzieher/innen sein:

"Als Lehrer und Erzieher verpflichte ich mich,
die Eigenart eines jeden Kindes zu achten;
seine Gefühle und seine Erfahrungen zu respektieren;
seine Stärken zu unterstützen und ihm zu helfen, seine Schwächen zu akzeptieren oder zu überwinden;
seine Anlagen herauszufordern und zu fördern;
es zur Erfüllung seiner Pflichten anzuhalten und zu versuchen, es von deren Notwendigkeit zu überzeugen;
ihm zu helfen, sich durch lernen weiter zu entwickeln und seine Probleme lösen zu können;
meinen Erfahrungsvorsprung nicht zu missbrauchen z.B. zu Agitation und Indoktrination;
meine beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten ständig zu verbessern" (19).

Folgerungen für die Praxis

Durch die Betonung der Wichtigkeit einer guten pädagogischen Erziehung wird automatisch immer das Kind im Zentrum aller Bemühungen stehen, was sich als Aussage im Leitbild vieler pädagogischer Einrichtungen findet. Den Erzieher/innen wird bewusst sein, dass sie für die Kinder und deren Eltern da sind (und nicht umgekehrt). Sie werden mit den Kindern lachen, weinen, streiten, sie loben usw. Sie werden den Kindern als Menschen begegnen und nicht nur eine Funktion als Aufsichts- oder Animationspersonal haben.

"Die Verbesserung der Qualität der Erziehung erreichen wir aber nicht allein durch Verbesserung der Raumsituation, Erhöhung des Personalschlüssels oder Verdoppelung der Förderangebote. ...Ausschlaggebend ist die Sichtweise, wie die Bedürfnisse des Kindes wahrgenommen und wie damit umgegangen wird. Der gute Geist, der die Arbeit einer Einrichtung prägt, ist unverzichtbar für die Qualitätssicherung. Das Kind fordert uns auf, dass wir zu ihm heruntersteigen, uns auf eine Ebene mit ihm begeben und dann versuchen, aus der Kinderperspektive das Leben zu beobachten, daran teilzuhaben und Kinderleben 'zu planen'. Wir Erwachsene sind nicht größer, nicht klüger, nicht besser als Kinder. Wir stehen lediglich auf einer anderen Lebensaltersstufe" (20).

Wenn Erzieher/innen versuchen, ihre Arbeit nach den Punkten aus dem vorigen Kapitel zu orientieren, werden sich für die tägliche Praxis daraus einige Veränderungen ergeben.

Stichwort Kinder

Von entscheidender Bedeutung wird der Aufbau vertrauensvoller Beziehungen im pädagogischen Alltag. Der intensive und zuverlässige Kontakt der einzelnen Erzieherin zum einzelnen Kind (Bezugskind) schafft die Basis für die pädagogische Arbeit. Jedes Kind fühlt sich in der Einrichtung von mindestens einer Erzieherin angenommen und ernst genommen. Das Kind ist sich des Vertrauens der Erzieherin sicher und kann sich im geschützten Rahmen weiterentwickeln. Besonders Kinder, die verhaltensauffällig sind, wird die gesicherte Beziehung zur Erzieherin erlauben, den ihnen vertrauten Rahmen ihrer Verhaltensauffälligkeit zu verlassen und unsicheres Terrain auszuprobieren. Die gesicherte Beziehungsebene schafft den sicheren und angstfreien Raum, den Kinder brauchen, um neue Verhaltensmuster, mit denen sie noch keine Erfahrungen gemacht haben, zu üben.

Stichwort Regeln

Regeln sind immer dort notwendig, wo mehrere Menschen miteinander leben. Da auch jedes Kind ein Individuum mit seinen speziellen Bedürfnissen ist, wird es in der pädagogischen Arbeit so sein, dass die Regeln immer wieder auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden müssen. Denn mit neuen Kindern werden auch neue Regeln nötig. Vereinbarungen, die vor fünf Jahren sinnvoll waren, können heute sinnlos sein. Die Kinder erleben, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden, wenn sie Regeln mitgestalten können. Einsichtige und logische Regeln sind für Kinder (und für Erwachsene) besser zu befolgen, als irgendein abstrakter Regelkatalog, insbesondere, wenn sie gemeinsam erarbeitet werden. Regeln werden als Hilfen verstanden, eine sinnvolle Struktur für das gemeinsame Handeln zu ermöglichen.

Um die Sinnhaftigkeit der Regeln zu unterstreichen, werden die Konsequenzen aus Regelverletzungen immer im inhaltlichen Zusammenhang stehen. Abwaschen oder Fegen als Standardstrafe dienen nur dazu, diese Tätigkeiten als Strafarbeit zu erleben und nicht als sinnvolle Handlungen, einen Haushalt zu organisieren. Gleichzeitig bekommt die Person, die meistens diese Arbeiten macht, das Image eines Dauerbestraften oder Strafgefangenen.

Gerade in der Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern haben Regeln eine wichtige Bedeutung. Sie schaffen Sicherheit und setzen Grenzen. Kinder erkennen, wie sie sich in einem gesetzten Rahmen zu verhalten haben. Dennoch ist es auch möglich, Regeln mal außer Kraft zu setzen. Denn dadurch wird deutlich, dass Regeln verhandelbar sind und nicht ein festgemeißeltes Gesetz, welches immer und ewig gilt. Wenn Erzieher/innen Ausnahmen von der Regel machen, z.B. in einem begründeten Einzelfall etwas erlauben, was sonst verboten ist, erleben Kinder, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. Sie werden die Gründe für die Ausnahme einsehen und akzeptieren. Gleichzeitig werden sie nun nicht nach dem Motto: "dann wollen das ja alle" diese Regel ständig außer Kraft setzen. Sie lernen vielmehr, dass man seine "Sonderwünsche" begründen muss, und sie dürfen hoffen, dass auch bei ihnen in begründeten Fällen einmal Ausnahmen von einer Regel gemacht werden.

Diese Erkenntnisse können aber nur dann so positiv gemacht werden, wenn erlebt wird, dass die Erzieherin gerecht ist. Stimmt die pädagogische Beziehung nicht, wird die Gewährung von Ausnahmen nur als Willkür und undurchschaubare Handlung ungerechter Erwachsener verstanden werden.

Stichwort Gewalt

Vertrauensvolle Beziehung heißt nicht, dass die Erzieherin alles duldet. Im Bezug auf Gewalt wird die Erzieherin deutlich machen, dass sie Gewalt ablehnt. Sie wird jedoch versuchen, die Motivation zur Gewaltanwendung zu erkennen. Das Kind erlebt, dass es nicht vorschnell verurteilt wird, und es erkennt, dass es als Mensch angenommen ist, obwohl manche seiner Handlungen inakzeptabel sind. Die Erzieherin und das Kind werden gemeinsam versuchen, Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Sie werden funktionale Alternativen suchen, die das unerwünschte Verhalten des Kindes abstellen und gleichzeitig das Kind zu seinen Bedürfnissen kommen lassen. Das Kind erfährt, dass es im Konfliktfall nicht immer schlagen soll. Gleichzeitig erarbeitet und übt die Erzieherin mit dem Kind ein Verhalten, dass ihm ermöglicht, Streitigkeiten ohne Gewalt zu führen.

In einer Einrichtung, in der die Erzieher/innen versuchen, so zu arbeiten, wird es auch weniger "Sündenböcke" geben. Denn es wird nicht mehr so sein, dass in Konfliktfällen immer das Kind, das sowieso immer unangenehm auffällt, den Ärger bekommt. Jede Erzieherin wird grob über jedes Kind informiert sein und so auch in Konfliktsituationen nach dem Muster arbeiten können, welches das Kind und seine "Bezugserzieherin" ausgehandelt haben.

Stichwort Familie

Die Erzieher/innen haben Abschied vom überholten Familienbild Vater, Mutter, zwei Kinder genommen. Sie akzeptieren die neuen Lebenswirklichkeiten der Familien. Sie sind über die Lebensumstände "ihrer" Familien informiert und begreifen ihre Arbeit als familienunterstützend und -ergänzend. Die Erzieher/innen nehmen zur Kenntnis, dass die Kinder mit ganz unterschiedlichen Geschichten, aus unterschiedlichen Lebensformen, Kulturkreisen und Wertvorstellungen in die Einrichtung kommen. Es wird ihnen leichter, Verhaltensweisen zu verstehen, wenn sie sich klarmachen, wie schwierig es z.B. für einen türkischen Jungen sein muss, zu Hause nach türkischen und in der Einrichtung nach deutschen Werten und Normen zu leben. In einem anderen Fall würden die Erzieher/innen sich nicht nur darüber beklagen, dass ein Kind zuviel Fernsehen schaut. Sie würden im Gespräch herausfinden, dass es dies tut, weil daheim kein Spielzeug vorhanden ist, und sich Lösungsmöglichkeiten überlegen. Sie achten auf die Signale der Kinder und Eltern und gehen konstruktiv damit um.

Die Familien und insbesondere die Kinder fühlen sich angenommen, weil sie sich nicht mehr in die Schablone eines überholten Bildes vom Kind gepresst fühlen. Denn auch die Erzieher/innen sind nicht mehr die Kindergartentanten früherer Jahre. Sie wollen auch, dass man ihnen mit einem anderen Verständnis gegenübertritt. Indem die Erzieher/innen sich mit einer positiven Grundhaltung mit den Familien der Kinder auseinandersetzen, werden sie einige Bedürfnisse der Kinder und Familien besser akzeptieren und verstehen können. Andererseits können sie aber auch an anderer Stelle die Familien kritisch beraten, weil die Familien erleben, dass sie nicht von vornherein als total unfähig abgestempelt werden. Erzieher/innen, Kinder und Familien werden erleben, dass aufgrund dieser Haltungsänderung eine ganz neue Qualität von Arbeit und Auseinandersetzung ermöglicht wird. Die Elternarbeit wird ganz neue Impulse und einen anderen Stellenwert bekommen.

Stichwort Medien

"Wir denken ein Buch ist gut, pädagogisch, während die Kinder sich beim Lesen total langweilen. Was macht so ein Buch für einen Sinn, wenn die Zielgruppe es uninteressant findet?" (21). Erzieher/innen werden sich kritisch mit unterschiedlichen Medien auseinandersetzen. Sie werden Kinder Medien konsumieren lassen, die sie nicht unbedingt als pädagogisch wertvoll erachten. Denn Kinder sind überall von Medien umgeben und nutzen diese. Rotkäppchen spiegelt heute nicht mehr so die kindliche Wahrnehmung der Welt wider wie Lara Croft, Pokémon oder Sailormoon. Die Darstellungsweise und Ästhetik der Bilderwelt verändern sich rasant. Als die Sesamstraße das erste Mal in Deutschland gesendet wurde, ging ein Aufschrei durch die pädagogische Fachwelt...

Erzieher/innen von heute benötigen eine gute Medienkompetenz. Sie müssen verstehen, welche Inhalte und Werte die einzelnen Figuren "rüberbringen". Es geht nämlich nicht nur darum, dass irgendwelche Comicfiguren mit einem Blaster atomisiert werden. Kinder identifizieren sich mit den Figuren, weil sie das Gute verkörpern. Das Gute siegt über das Böse. Und neu ist in vielen Serien, dass die lebenswerte Welt permanent von mächtigen Feinden bedroht wird. Diesen Inhalt sehen Kinder aber nicht nur in ihren Serien, sondern auch jeden Tag in den Nachrichten.

Erzieher/innen neigen dazu, Neues auf dem Medienmarkt zu verteufeln. Aktuell ist die Serie "Teletubbies" im Kreuzfeuer der Kritik. Jedoch auch hier lässt sich mit Medienkompetenz auch noch etwas anderes feststellen, als dass die Kinder in der Sprachentwicklung gehemmt werden ("Winke-Winke"). Denn die Teletubbies sind die erste Kinderserie, in der es keine männlichen Helden gibt, die von schönen Frauen angehimmelt werden. "Die Teletubbies könnten schuld sein, wenn es in 40 Jahren weniger sexistisch zugeht. Denn die Teletubbies predigen nicht die Gleichberechtigung, sondern sie leben sie einfach vor... Tinky Winky mit seiner roten Lackhandtasche ist nicht einfach ein männlicher Junge wie Dipsy. Nein, Tinky Winky ist ein weiblicher Junge, so wie Poo ein männliches Mädchen ist. Und das ist für die stereotypenlastige Medienwirklichkeit eine ziemliche Revolution" (22).

Erzieher/innen, die automatisch alles neue auf dem Mediensektor ablehnen, verbauen sich viele Möglichkeiten, mit Kindern ins Gespräch zu kommen, und ein Stück der kindlichen Lebenswelt bleibt ihnen fremd. Auch über das Fernsehen kann man mit Kindern ins Gespräch kommen. Das offene Gespräch nimmt den Reiz des Verbotenen, Kinder brauchen eventuell mit ihren Fragen und Ängsten nicht allein bleiben, die Erzieherin kann Filme erklären und Inhalte relativieren. Das Kind fühlt sich dann mit seinen Themen ernst genommen. Beispiel: In der Einrichtung wird behauptet, mit V. kann man sich nicht vernünftig unterhalten. Ich komme mit ihm über einen bestimmten Film ins Gespräch. V. erzählt, dass er den Film schon lange aus Russland als Video kennt und dort die Filme schon immer viel früher erscheinen als in Deutschland. Es entwickelt sich ein für beide Seiten interessantes Gespräch.

Stichwort Reflexion der eigenen Arbeit

Erzieher/innen werden der Reflexion der eigenen Arbeit einen größeren Stellenwert einräumen. Es bleibt nicht nur beim "drüber reden", sondern es werden konkrete Vereinbarungen getroffen, und man stellt sich immer wieder die Frage, ob das, was man tut, immer noch sinnvoll ist. "Bei Gesprächen mit Erziehern hört man immer wieder: Noch mehr Aufgaben, was sollen wir denn noch alles tun. Keine Erzieherin fragt sich: Warum tue ich das immer noch? Ist es nicht schon längst überflüssig? ... Durch das Loslassen von längst Überflüssigem entstehen neue Freiräume" (23).

Die neuen Situationen im pädagogischen Alltag und Berufsleben lassen es auch immer wichtiger werden, sich professionell beraten zu lassen und einzeln oder als Team Supervision in Anspruch zu nehmen.

Möglicherweise werden aber manche Probleme nicht so stark bewertet werden, und eine Erzieherin stößt später an ihre Grenzen, wenn durch die Gestaltung der pädagogischen Beziehung Kinder und Familien in einem positiveren Licht gesehen werden. Die Erzieherin muss nicht mehr so viel Energie aufbringen, um sich gegen sie abzugrenzen. Sie erlebt sich nicht als Einzelkämpferin, die nur das Beste für die Kinder und die Familien will, und diese das gar nicht zu schätzen wissen. Auch wird die Erzieherin andere Erfolgserlebnisse in der Arbeit haben. Sie wird sich nicht so häufig über z.B. eine misslungene Bastelstunde ärgern müssen, weil einige Kinder gestört haben, sondern sie freut sich darüber, dass ein schüchternes Kind sie angelacht hat, sie zwei Außenseitern geholfen hat, miteinander Spaß zu haben, oder ein "chronisch albernes" Kind ihr ernsthaft zugehört hat. Das "burn-out-Syndrom" bricht dann nicht (so schnell) hervor.

Natürlich treten in der Praxis immer wieder Situationen auf, in denen Erzieher/innen stark gefordert sind oder auch an ihre Grenzen stoßen. Im Bezug auf einzelne Kinder heißt das für mich, dass man sich immer wieder um Hilfe und Unterstützung kümmern muss. Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie Schule oder Beratungsstellen kann sehr wichtig sein. Auch das "Überweisen" von Kinder und Familien an Spezialisten wird in einigen Fällen nötig sein. Doch auch hier werden Kinder und Familien solche Tipps und Ratschläge viel positiver aufnehmen, wenn durch die bestehende Beziehung die positiven Absichten deutlich werden und auch geglaubt werden können.

In diesem Abschnitt habe ich die Elemente, die man beherrschen muss, und die Auswirkungen auf die pädagogische Praxis genannt, um eine pädagogische Beziehung sinnvoll zu gestalten. Im letzten Kapitel entwickle ich einige Zukunftsvisionen, denn die in den vorherigen Kapiteln beschriebene Art der sozialen Arbeit wird einige gesellschaftliche Veränderungen bewirken, aber auch erfordern.

Folgerungen für die Gesellschaft

Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen außerhalb der Familie bekommt immer größere Bedeutung (s.o.). "Wenn die Kinder auch außerhalb der Familie Unterstützung und Geborgenheit finden (z.B. bei Tageseltern oder in guten Tagesstätten), werden sie etwas unabhängiger und weniger anfällig für 'atmosphärische Störungen' in der Familie" (24). Beispiel: Der achtjährige X, den ich aus meinen vorigen Praktikum im Hort kenne, kommt regelmäßig zu uns nach Hause, um, so wie er sagt, einfach nur Gesellschaft zu haben. Seine berufstätige Mutter hat sehr wenig Zeit für ihn, und seine Tagesmutter findet er "doof".

Die Abgrenzungs- und Professionalisierungsdebatte hat leider auch dazu geführt, dass sich immer weniger Erzieher/innen trauen, die Bindung zu Kindern, die sie in der Einrichtung aufbauen, auch außerhalb der Arbeit fortzuführen.

"Isabell ist neun Jahre alt und jeden Tag wieder erleichtert, in die Schule - eine Ganztagsschule - zu gehen. Zuhause ist seit einigen Monaten eine giftige Atmosphäre, weil die Eltern miteinander Krach haben - und da ist es jeden Tag wieder gut, für einige Stunden weg zu sein und alles vergessen zu können" (25).

Im Vergleich zu anderen Ländern sind in Deutschland die außerfamiliären Erziehungsformen recht wenig ausgebaut. Es gibt aber schon viele Ideen und Konzepte, die nur darauf warten, realisiert zu werden.

Die Einrichtungen für Kinder müssen sich nach deren Erfordernissen richten. So müssen sich z.B. die Öffnungszeiten den veränderten Arbeitszeiten der Eltern anpassen. Die Schulhorte sollten auch schulergänzend arbeiten. Die Erzieher/innen sollten bereit sein, Arbeiten zu übernehmen, die Schule oder Eltern nicht mehr leisten können (vgl. Lesen üben, s.o.). Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erzieher/innen sollte sich weiter verbessern, indem u.a. auch mehr die Ressourcen der Eltern genutzt werden und sie in den Einrichtungen willkommen sind.

In (Grund-) Schulen sollte überlegt werden, ob Erzieher/innen nicht lehrerunterstützende Aufgaben übernehmen könnten, wie die Betreuung und Förderung von lernschwachen Kindern während des Unterrichts.

Die Erzieher/innen in den Einrichtungen sollten darüber nachdenken, ob nicht eine Umstellung ihrer Arbeit auf Offene Arbeit das Eingehen auf alle Kinder erleichtert (Vorteile Offener Arbeit s.o.).

Offener Kindergarten als Zentrum der Gemeinwesenarbeit: In einem Stadtteilzentrum findet neben der Kindergartenarbeit auch Jugend- und Seniorenarbeit statt. Alt und Jung begegnen sich und lernen voneinander. Die gesamte Arbeit wird von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen (26).

Die Bedeutung der Ganztagsschule sollte erkannt werden. Denn hier können wertvolle Beziehungen neben der Familie aufgebaut werden. Familien werden durch Mittagessenangebote und Hausaufgabenhilfe entlastet. Das Schulklima verbessert sich, weil die Kinder die Schule nicht nur als Lernort erleben, sondern auch als einen Ort der Begegnung und Freizeitgestaltung. Gleichzeitig fördert sie die Chancengleichheit, weil nicht nur die Kinder, deren Eltern Zeit, Wissen oder Geld für Hausaufgabenhilfe haben, ihren Kindern helfen können und auftretende Probleme (nicht nur schulische) gleich vor Ort gelöst werden können. Die Ganztagsschule passt sehr gut zur veränderten Gesellschaft und wird in vielen anderen Ländern schon seit langem mit Erfolg betrieben. Außerdem kann sie ein weiteres großes Arbeitsfeld für Erzieher/innen sein. Die schrittweise Einführung der Schulsozialarbeit ist schon ein erster Schritt in die richtige Richtung.

So wie soziale Einrichtungen nicht jahrzehntelang gleich bleiben können, so kann auch die Ausbildung zur Erzieherin nicht gleich bleiben. Die Fachschule sollte verstärkt die vorgenannten Kompetenzen ausbilden und deren Bedeutung verdeutlichen. Reflexions- und Kommunikationsfähigkeiten sollten verstärkt Bewertungskriterien für den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung sein. Um Kindern und Jugendlichen Werte und Normen zu vermitteln, muss man sich über seine eigenen Werte und Normen erst einmal klar geworden sein.

Außerdem sollte die politische Meinungsbildung wieder mehr in den Vordergrund treten, weil die soziale Arbeit viel stärker als andere Arbeitsbereiche von politischen Bedingungen gesteuert wird. Zukunftsfähige Konzepte sollten diskutiert werden, und es sollte Mut gemacht werden, Veränderungsprozesse einzuleiten.

Die pädagogische Beziehung ist zwar kein Allheilmittel, jedoch eine angemessene Reaktion auf die veränderte gesellschaftliche Situation und die Verhaltensauffälligkeiten von Kindern. Wenn ihr in der pädagogischen Arbeit mehr Bedeutung beigemessen wird, steigen die Qualität der Arbeit und damit die Zufriedenheit der Erzieher/innen sowie die Anerkennung, die dem Beruf des Erziehers/ der Erzieherin entgegen gebracht wird.

Anmerkung

Der Artikel beruht auf einer Hausarbeit zum Abschluss der Ausbildung zur Erzieherin an der Fachschule für Sozialpädagogik in Pinneberg (Januar 2000).

Literatur

Becker-Textor, Ingeborg: Kindergarten 2010. Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien 1994

Bennich, Anna: Bäst är böcker som man kan samlas kring. Aus: Barn- och ungdomsböcker 1999 Statens kulturråd, Stockholm 1999 (übersetzt von Henriette Kleinert)

von Bornhaupt, Bettina/ Hurrelmann, Klaus: Kinder im Stress?! Beltz Verlag, Weinheim, Basel 1991

Ehnle, Isolde: Problemkinder integrieren. Süd West Verlag, München 1997

von Friesen, Astrid: Liebe spielt eine Rolle. Rowohlt Verlag, Reinbek 1995

Giesecke, Hermann: Die pädagogische Beziehung. Juventa Verlag, Weinheim, München 1997

Janssen, Hans: Kinder wollen Klarheit. Kreuz Verlag, Zürich 1989

Kobler, Hans-Peter: Neue Lehrer braucht das Land. Kommunikation & Lernen. NLP in der Unterrichtspraxis. Jungfermann Verlag, Paderborn 1995

Mauruschat, Ania: Die Hoffnung heißt Poo. TAZ vom 30./31.10.1999

Qualität durch Beratung: Das Konzept v. CoLibri QM elementar, Welt des Kindes 1/99, hier Tagungsmappe DW Hamburg

Stoklossa, Detlef u.a.: Projekt Heldenspiele®. TPS 1999, Nr. 6, S. 51 ff.

Stratenwerth, Irene: Urteil: lebenslänglich. Die Woche 2000, Nr. 52-01, S. 41

Endnoten

  1. vgl. Ehnle S. 46
  2. vgl. Ehnle, S. 6
  3. Janssen, S. 7
  4. von Bornhaupt, Hurrelmann, S. 29
  5. vgl. Ehnle, S. 6
  6. Becker-Textor, S. 30
  7. vgl. Von Friesen S. 9 ff.
  8. Janssen, S. 21
  9. von Bornhaupt, Hurrelmann, S. 48
  10. vgl. von Bornhaupt, Hurrelmann, S. 10
  11. Janssen, S. 20
  12. vgl. Ehnle, S. 89f.
  13. Ehnle, S. 89
  14. Ehnle, S. 89 f.
  15. vgl. von Bornhaupt, Hurrelmann, S. 15
  16. vgl.: Kobler, S. 50
  17. Kobler, S. 232
  18. Kobler, S. 238 f.
  19. Giesecke, S. 272
  20. Becker-Textor, S. 68 f.
  21. Bennich S. 27
  22. Mauruschat "Die Hoffnung heißt Poo"
  23. Becker-Textor, S. 87
  24. von Bornhaupt, S. 74
  25. ebd. S. 75
  26. vgl. Becker-Textor, S.45 f.

Autorin

Henriette Kleinert, Norderstedt, h.kleinert@wtnet.de