Eine seltsame und spannende Vergrößerung

Bärbel Merthan


Spätestens seit es den Regenbogenfisch gibt, kennen und lieben die Kinder Holografiepapier. Es glänzt und glitzert so schön und sieht richtig wertvoll aus. Mittlerweile gibt es das Papier mit vielen unterschiedlichen Mustern und Farben.

Mit diesem interessanten "Papier" wollen wir uns nun noch genauer beschäftigen, indem wir es auf seltsame Weise vergrößern und es so genauer betrachten können.

Zielformulierung:

Die Kinder erleben und erfahren mehr über ihr Auge und bekommen erste Einblicke in die Optik. Optik ist ein Teilbereich der naturwissenschaftlichen Bildung und Förderung und kann in dieser Form auch schon Kindern im Elementarbereich nahegebracht werden.

Alter: ab 3 Jahren

Anzahl: etwa 5 - 6 Kinder

Ort: im ruhigen Nebenraum am Tisch

Material:

  • unterschiedliches Holografiepapier (Reste)
  • Bierdeckel (Form egal)
  • Klebestifte
  • Lineal und Bleistift
  • Scheren
  • schwarzen Fotokarton
  • 1 Stecknadel
  • evtl. Filmdöschen und einen Pfrim (Dorn)
  • evtl. Bilderbuch vom Regenbogenfisch oder Lauras Stern

Vorbereitung:

Evtl. den Kindern den schwarzen Fotokarton auf das richtige Maß zuschneiden (9 x 13 cm). Das übrige Material bereit legen.

Einstimmungsphase:

Wer möchte, kann mit den Kindern zur Einstimmung die Titelseite des Bilderbuches anschauen und so zum Thema "Holografiepapier" gelangen.

Eine andere Möglichkeit ist es, das unterschiedliche Papier zu betrachten und zu überlegen, woher es den Kindern bekannt ist. Versprechen Sie den Kindern, dass Sie mit ihnen forschen und dass sie erleben werden, was das Auge alles kann. Plötzlich sieht man Dinge viel genauer und schärfer, die man sonst gar nicht sehen kann.

Vorbereitung des Versuchs:

Jedes Kind darf sich ein Motiv und Farbe des "Papiers" aussuchen, es auf einen Bierdeckel kleben und anschließend am Rand der Pappe entlang ausschneiden.

Der schwarze Fotokarton wird evtl. von den Kindern noch auf die passende Größe (etwa 9 x 13 cm) zugeschnitten.

Nun zeichnet jedes Kind mit dem Lineal zwei diagonale Striche, um den Mittelpunkt auf dem Fotokarton zu ermitteln. Am Schnittpunkt der zwei Linien befindet sich die Mitte des Rechtecks, und an dieser Stelle wird mit der Stecknadel ein kleines Loch in den Fotokarton gestochen. Jeder bereitet auch noch eine Filmdose für den Versuch vor: Der Deckel wird dafür entfernt und mit dem Pfrim oder Dorn in die Mitte des Bodens der Filmdose ein Loch gestochen.

Durchführung:

  • Betrachte die Holografiefolie auf der Pappe genau, was siehst Du?
  • Nimm den schwarzen Fotokarton in die eine Hand und das "Papier" in die andere Hand.
  • Schau durch das Loch im schwarzen Fotokarton auf das Holografiepapier.

Beobachtung:

Du erkennst das Muster im Holografiepapier viel deutlicher. Bei einigen erkennst Du, dass es aus vielen kleinen Quadraten zusammengesetzt ist, und einige zeigen unterschiedliche Entfernungen (3 D-Optik).

Erklärung für die Erzieherin:

Die Erscheinung beruht in erster Linie auf der sogenannten Beugung des Lichtes.

Erklärung für die Kinder (ab 5 Jahren):

Die durch das kleine Loch einfallenden Lichtstrahlen werden in die breite geleitet und das Muster erscheint daher vergrößert. Die Bildschärfe kommt - ähnlich wie bei einem Fotoapparat - durch die Blendenwirkung der kleinen Öffnung zustande: Es gelangen nur schlanke Strahlenbündel hindurch, während störende Randstrahlen, die das Bild unscharf machen würden, abgehalten werden. Die kleine Lochblende kann Dir im Notfall eine Brille ersetzen.

Erklärung für die kleinen Kinder der Gruppe:

Das kleine schwarze Loch lässt nur die schlanken Strahlenbündel durch, mit denen wir scharf sehen können; es ist ähnlich wie bei einem Fotoapparat.

Schluss:

Ein weiterer Versuch: Schaut Euch doch mal durch die große Öffnung der Filmdose das Papier an, ist es ähnlich oder gibt es einen Unterschied? Haltet die Filmdose wie ein Fernglas ans Auge und schaut auf das kleinere Loch im Boden der Dose.

Tauscht die Pappen mit dem Holografiepapier aus und betrachtet die vielen unterschiedlichen Muster!

Es ist doch wirklich seltsam und spannend, was uns unsere Augen zeigen!