Rezension

Klaus Günterberg: Der Cyber-Peter und andere Geschichten aus der modernen Welt, nicht nur für Kinder. Bayreuth: Verlag Kern 2013, 36 Seiten, EUR 14,90 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Da hat Dr. med. Klaus Günterberg, zuletzt Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Berliner Charité, Tausende von süßen Säuglingen auf dem Weg ins Leben begleitet, aber was ist aus ihnen geworden? Einige Babys werden sicherlich zu "Problemkindern" geworden sein...

Von solchen Jugendlichen erzählt Klaus Günterberg in der Tradion von Heinrich Hoffmann ("Struwwelpeter", "Zappelphilipp", "Suppenkaspar" usw.). Seine launigen Verse handeln von

  • Cyber-Peter, der jede freie Minute mit Computerspielen verbringt und schließlich verschmutzt und sozial isoliert ist,
  • Johann, dem Handy-Man, der fortwährend mit seinem Smartphone beschäftigt ist, sodass er eine rote Fußgängerampel übersieht und totgefahren wird,
  • Georg, der immer nur Fastfood isst und so dick wird, dass er schon im Jugendalter an einem Herzinfarkt stirbt,
  • Tine, die zunächst mit Rollschuhen, dann mit einem Skateboard und schließlich mit einem Fahrrad immer verrücktere Kunststücke macht, bis sie in eine tiefe Schlucht stürzt und zu Tode kommt,
  • Bruno, der sich immer nur mit Gewalt durchsetzt, bei Demonstrationen randaliert und beim Kampf mit einem Polizisten von einer Kugel so schwer verletzt wird, dass er sein weiteres Leben im Rollstuhl verbringen muss,
  • Erwin, der Musik so laut hört, dass er schwerhörig wird und für keinen seiner Lieblingsberufe mehr geeignet ist,

sowie von sieben weiteren Kindern, die durch andere "Unsitten unserer Zeit" auffallen. Nur mit Bummel-Leo - in der letzten Geschichte - nimmt es ein gutes Ende: Er lernt gerade noch rechtzeitig, wie wichtig Pünktlichkeit ist.

Die humorvollen, in zeitgemäßer Sprache verfassten Verse wurden von Christian Habicht mit lustigen Comic-Figuren illustriert. Über die Balladen werden sich Schulkinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene, köstlich amüsieren. Und sicherlich wird das eine oder andere Kind sein eigenes Verhalten reflektieren...

Martin R. Textor