Rezension

Leonora Leitl: Mama & das schwarze Loch. Wien, Innsbruck: Tyrolia Verlag 2015, 26 Seiten, EUR 14,95 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Leonora Leitl erzählt in ihrem Bilderbuch die Geschichte von Lotti, die gemeinsam mit ihrer Mama Adele in einem Häuschen mit Garten lebt. Ihren Vater hat sie schon sehr lange nicht mehr gesehen - er hat eine neue Frau. Das einzige, was Lotti noch an ihn erinnert, ist ein Bild an der Wand.

Seit Lotti mit ihrer Mama allein lebt, muss sich Mama um alles kümmern. Sie geht ihrer Arbeit in einer Werbeagentur nach, kommt dann nach Hause, um den Haushalt zu machen und natürlich mit Lotti die Hausaufgaben zu erledigen. Am Abend ist Adele dann oft so müde, dass sie noch während der Nachrichten einschläft.

So geht es tagein, tagaus. Adele kümmert sich um alles - nur nicht um sich selbst. Das geht so lange gut, bis sich eines Tages, als Adele gerade kocht, ein großes Loch in der Küche auftut. Adele beginnt plötzlich zu rauchen, und das Loch verschlingt sie. Entsetzt stehen Lotti und Mizzi, Lottis Oma, vor dem Loch. Nun ist guter Rat teuer. Wasser und Hausmittelchen von Oma Mizzi helfen nicht. Glücklicherweise kommt Lotti die rettende Idee: Fernando, der Feuerschlucker! Er kennt sich mit Bränden aus - und kann das innere Licht der ausgebrannten Adele schließlich wieder entfachen. Und damit Adele nicht noch einmal ausbrennt, kommen Fernando und seine Kollegen aus dem Zirkus in Zukunft einmal pro Woche vorbei und packen an, wo es nötig ist. So kann Adele sich ab und zu auch ein bisschen entspannen.

Die Autorin beschreibt leichtfüßig, aber ernsthaft, realistisch und manchmal auch etwas überzeichnend, ein aktuelles Thema, vor dem viele ihre Augen verschließen. Im Mittelpunkt steht die Familie der kleinen Lotti, die nicht dem "klassischen Familienbild" entspricht und in der die Diagnose "Burnout" plötzlich alles verändert.

Dieses wunderbar illustrierte Bilderbuch kann Familien in ähnlichen Situationen begleiten, Zusammenhänge bewusst machen und Kindern helfen, diese besser zu verstehen. Es zeigt, wie schwierig es ist, alles unter einen Hut zu bringen, und vor allem, dass manchmal Hilfe von außen notwendig ist. Kinder sollte man beim Lesen des Buches begleiten, um so aufkommende Fragen zeitnah beantworten zu können. Geeignet ist das Buch für Kinder ab dem 5. Lebensjahr.

Sandra Krois