Kindergartenpädagogik
- Online-Handbuch -

Herausgeber: Martin R. Textor

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Rezension

Ulrich Braun: Das Beste für die Kleinsten - auch in Kindertageseinrichtungen? Münster: ImPrint Verlag 2010, 130 Seiten, EUR 12,80 - direkt bestellen durch anklicken


Wer eine Veröffentlichung sucht, in der derzeit viele der bestehenden Unzulänglichkeiten im Elementarbereich des Bildungswesens kompetent "aufgedröselt" werden, sollte das Buch von Ulrich Braun kennen. Wer für besser Bedingungen eintreten will und sich von Schönredereien einer unguten Situation nicht blenden lassen will, "muss" dieses Buch gelesen haben.

In dem übersichtlichen und gut lesbaren Buch beschreibt der Autor nicht nur zentrale Spannungen des Arbeitsfeldes, sondern untermauert die beschriebenen Problemfelder auch mit Beispielen. Aus diesen wird deutlich, dass er die Zusammenhänge "von der Picke auf" kennt und nicht "drumherumredet". Er benennt u.a. deutlich, dass durch die Einstellungspraxis einer Kommune Erzieher/innen drastische Vergütungsnachteile zu tragen haben.

In den Schwerpunktkapiteln werden Fragen zur Kleinkindpädagogik, der besonderen Bedeutung der Begegnung mit Eltern, der Situation der Erzieher und Erzieherinnen zwischen Vergütung und Ausbildung, das ganze unübersichtliche "Drumherum" von Tageseinrichtungen und ein Blick auf gute und schlechte Einrichtungen geworfen, bevor konkrete Vorschläge für Ansätze für Verbesserungen vorgestellt und begründet werden.

Der mit einem Fragezeichen ausgestattete Titel (Das Beste für die Kleinsten ...?) wird mit den Beiträgen aufgelöst und am Ende zu recht mit einem Ausrufungszeichen (Das Beste für die Kleinsten ...!) versehen. Vor allem diejenigen, die die unzulängliche Situation in der täglichen Arbeit erleben, werden nicht nur erkennen, dass der Elementarbereich nicht die erforderlich Beachtung erfährt, sondern dass es ganz verschiedener Initiativen bedarf, um zu Verbesserungen zu gelangen.

Die zitierte Aussage: "Wer will sucht Wege, wer nicht will Gründe" stärkt diejenigen, die auch ganz kleine Veränderungen beginnen. Auf alle Fälle werden sie sich von machtvoll vorgetragenen Machbarkeitsargumenten nicht mehr so schnell beeindrucken lassen.

Äußerst engagiert und streitbar äußert sich der Autor. Dass dabei auch einseitige Positionen eingenommen werden ist verständlich. Leider gehen aufgrund der bündelnden Zusammenfassung nicht nur einige Details verloren, die zur Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse, wie z.B. in Bezug auf die Finanzierung von Tagseinrichtungen, wichtig wären, um nicht falsche Behauptungen aufzustellen, sondern es sind auch Aussagen zu rechtlichen und pädagogischen Bedingungen enthalten, die auch anders eingeschätzt werden. Das Buch regt damit nicht nur dazu an, sich ein eigenes Bild zu machen, sondern der Autor bietet auch einen weiteren Diskurs an. Es ist zu hoffen, dass auch davon Gebrauch gemacht wird.

Gerhard Stranz