Gestaltungsmöglichkeiten von Funktionsräumen

Heike Baum

 

Erwachsene bieten Unterstützung und Begleitung bei Selbstbildungsprozessen, vor allem durch anregende Räume und Materialien (U. Lange).

 

Kurz einiges Grundsätzliches

Kinder brauchen klare Strukturen und Übersichtlichkeit in ihren Lern- und Lebensräumen. Deswegen gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr!

Es muss den Kindern nicht immer alles zur Verfügung stehen. Spiele, Puzzles und andere Materialien können von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Was Kinder brauchen, ist das Material, welches ihren momentanen Interessen befriedigen kann. Dazu bedarf es von den Erzieher/innen eine kontinuierliche, systematische Beobachtung - also eine Beobachtung, die nicht zufällig geschieht.

Das Material selbst muss leicht zu sortieren und aufzuräumen sein. Am besten eignen sich durchsichtige Kisten oder Kisten, auf denen das Material als Foto aufgeklebt ist. Konstruktionsmaterial wird sinnvoller Weise nach Farben sortiert. Für die Spracherziehung steht neben dem Foto mit dem Material "ROT"...

Von der Decke herunter Hängendes ist außer in Liegebereichen der unter dreijährigen Kinder (wie Liegeplatz, Wickeltisch, Schlafbereich usw.) grundsätzlich zu vermeiden, da es die Konzentration stark vermindert.

Viele Kindergartenräume sind zu voll gestellt. Die Kinder brauchen auch im Zimmer Platz, um sich zu bewegen. Für die unter Dreijährigen ist die Hälfte eines Krippenraumes zum Rennen, Laufen, Hüpfen, Klettern, Fahren und für sonstige Bewegungsformen entsprechend mit anregendem Material auszustatten. Außerdem braucht es:

  • verschiedene Ebenen im Raum
  • durchsichtige Raumteiler
  • Farben, die den Raum in seiner Struktur unterstützen
  • viele Teppiche, wenig Tische und Stühle - besser sind sowieso Hocker. Kinder puzzeln, malen... gerne auf dem Bauch. Es ist gut, wenn die Bodenbeläge unterschiedlich sind, aber es darf auf keine Fall zu bunt werden, weil dies den Raum unruhig macht.
  • Lichtinseln
  • Doppelfunktionen von Bereichen sind grundsätzlich zu vermeiden. Lieber auf einen Bereich verzichten und ihn von Zeit zu Zeit mit anderem auswechseln!
  • Bilder werden in Augenhöhe der Kinder angebracht. Auch hier ist weniger viel mehr!
  • Kinder brauchen etwas Eigenes in der Kita und einen Ort, wo sie ihre Dinge aufbewahren können. Dazu gehört die eigene Tasse, das eigenen Bettzeug, und - je kleiner die Kinder sind - Übergangsobjekte wie Schnuller, Schmusetuch etc.

Hier finden Sie nun die konkrete Ideensammlung

Konstruktionsbereich

  • Baumaterial, Autos, Eisenbahn, Zubehör für das belebende Spielen
  • Tipp: Baumaterial nach Farben, nicht nach Größe sortieren!
  • ein Flaschenzug, eine hohe Leiter, Podeste, umgedrehter alter Tisch mit kurzen Beinen...
  • Staffelei, Zeichenbrett, Holzstifte, Lineal, Zirkel, Lot, Geodreieck, Meterstab, Meterbänder...
  • Arbeitsplatz: Baubüro/ Architektenbüro/ Baufachhandel... für Rollenspiele ausgestattet mit Telefon, Baukatalogen, Zeichenpapier, Exceltabellen für die Buchhaltung in Ordnern, Ordner mit alten Bauzeichnungen und Kopien vom Grundriss der Kita, Taschenrechner, Computer mit Corel Draw oder ähnliches, Schlaumäuse Mathe...
  • Legespiele aller Art, von denen immer nur einige verfügbar sind (im Sinne einer Lernwerkstatt auch mit Vorlagen)
  • Bücherregal mit Baubücher von der Baustelle, von großen Bauwerken, ein Buch wie zum Beispiel: "Materialien! Wände, Böden, Oberflächen - Das Handbuch zur innovativen Raumgestaltung", Autobau, Schiffsbau, Flugzeugbau, Zahlen, Maß und Einheiten wie Gewicht etc.
  • an der Wand Wechselrahmen mit der Brücke von Manhattan, dem Kölner Dom, einen Querschnitt von einem U-Boot usw., die circa alle vier Wochen ausgewechselt werden
  • Werkstattbereich mit wechselnden Themen: Zahlen, Maße und Einheiten, Größen, Gewicht, Höhen und Tiefen, Formen und Figuren, Symbole, Mengen, Muster, Flächen, Räume, Ordnung und Chaos, Raum-Lage-Beziehungen, Zeit, Logik, Wahrscheinlichkeiten, Strukturen... Tipp: Hierzu gibt es vieles im Zahlenland-Material und bei den Montessori Materialien, außerdem ein Material, das es 500-mal gibt, wie zum Beispiel Wäscheklammern

Rollenspielbereich

  • Friseur, Post, Einkaufsladen... immer mit Rechnungsblöcken, Schildern für Sonderangebote, etwas, das zum Schreiben anregt, usw.
  • Bereiche, welche die Wohnung abbilden: Küche, Wohnen, Schlafen, Arbeiten
  • Schreibtisch im Bereich Arbeiten: Computer mit Word und Schlaumäuse oder eine alte Schreibmaschine, Telefon, Duden, Schreibblöcke, Haushaltsbücher, Briefpapier, benutzte Briefumschläge mit Briefmarke...
  • Verkleidungssachen, auch mit "männlichen" Kleidungen wie Polizist und Feuerwehr, Handwerker usw.
  • Arztkoffer und Material wie Binden, Pflaster, leere Pillendosen (von Zeit zu Zeit gerne auch mit Traubenzucker gefüllt)
  • Puppen und Spielmaterial, auch Spiegel
  • Bücher zu Themen wie meine Familie, mein Körper, Tiere, Arzt, Krankenhaus, Tierarzt, Bauernhof, Essen, Kochen, Nähen, Handarbeiten...
  • Bilder mit Wechselrahmen, Familienfotos, Tiere, Brautpaar, Baby, Frau auf Motorrad, Mann am Herd... (circa alle vier Wochen wechseln)
  • Werkstattbereich mit wechselnden Themen: Buchstaben, Lesen, Erkennen und Benennen, Konzentration, Feinmotorik, Kochen am echten Herd, Gesundheit und Krankheit

Kreativbereich

  • Materialien für alle Farbe- und Maltechniken
  • Alles zum Basteln, Klebstoffe, Tacker, Locher, Scheren, Schaber, Messer, Spritzen...
  • Papier, Kartons in großer Vielfalt
  • Bücher über Künstler unterschiedlichster Art, Kataloge von Ausstellungen, Bastel-, Falt- und Malbücher
  • Wechselrahmen an der Wand mit Kunstdrucken (alle Stilrichtungen), die von Zeit zu Zeit gewechselt werden. Zwischendurch einzelne (!) Kinderbilder aufhängen
  • Werkstattbereich mit wechselnden Themen: Farben, das Auge, Künstler und ihre Biographien, Kunsttechniken
  • Materiallehre im Sinne: was ist das, aus was besteht das, warum klebt das, warum schwimmt das...

Werkstattbereich

  • Ton
  • Ytong-, Speck- und andere Steine, die bearbeitet werden können
  • Holz zum Schnitzen und zum Bauen
  • Werkbank mit Werkzeug (Achtung: Stumpfe Werkzeuge machen schlimmere Verletzungen als scharfe!), unterschiedliche Nägel, kostenloses Material wie in der Kreativwerkstatt aber insgesamt weniger und Werkstattgeeignet: Knöpfe, Wolle, Korken usw. Ein Verbandskasten, der den Kindern zur Verfügung steht
  • Bastel- und andere Bücher, die als Anleitung zum Bauen und Werkeln geeignet sind (z.B. das große Werkbuch für Holz), Kunstbücher über Statuen, Plastiken, Skulpturen, Bildhauer...
  • an der Wand Wechselrahmen mit gebauten Dingen wie Vogelhäusern usw., Skulpturen und Fotos von den Bauwerken der Kinder (von Zeit zu Zeit wechseln)
  • Werkstattbereich mit wechselnden Themen: die vier Elemente Wasser, Erde, Luft, Feuer; auch Metall, Stein, Holz usw. zum Experimentieren: wofür benutzt man was, was schmilzt, was brennt...

Musikbereich

  • Musikinstrumente, Rhythmusinstrumente
  • guter CD-Player (sehr gute Klangqualität)
  • wenige dafür sorgfältig ausgewählte Hörspiele (z.B. "Der Wind in den Weiden: Der Dachs lässt schön grüßen, möchte aber auf keinen Fall gestört werden", gelesen von Harry Rowohlt. Gut bedeutet hier sowohl was die Moral und die Haltung in den Geschichten anbelangt als auch wie gut die Tonqualität ist. Benjamin Blümchen zum Beispiel hat in der Kita nichts zu suchen)
  • Musik-CDs aller möglichen Stilrichtungen, auch Musik, die wir als Pädagogen und Pädagoginnen nicht schön finden
  • Bücher über Musiker, musische Stilrichtungen, Instrumente, das Ohr, Instrumente bauen...
  • Werkstattbereich mit wechselnden Themen: Akustik, Schall, Vibration, das Ohr, wie wir hören, auditive, aurale oder akustische Wahrnehmung

Bewegungsbaustelle

  • Material zum selbst gestalten
  • fest installiert etwas zum Hochklettern, Schaukeln, Rein- und Raussteigen, Drunter durch Krabbeln und drüber Gehen, Balancieren, Fahren...
  • Kartons in unterschiedlichen Größen
  • Decken, Tücher, Matten, Hängematte
  • Kletter- und Balanciermöglichkeiten, auch mit Trittleitern und Bretter zum selber bauen
  • Bälle aller Art - auch einen schweren Medizinball, Keulen und Kegel, Springseile, "Hulla Hupp" Reifen, Gummi für Gummitwist, Haken, um Dinge zu befestigen
  • Kletterwand und Seilkonstruktionen
  • von Zeit zu Zeit wird mit den Kindern eine Bewegungslandschaft aufgebaut, wobei ein Thema der Kinder aufgegriffen wird und bei der bewusst bestimmte Kompetenzen erlernt werden (Balancieren, Werfen und Fangen, in die Bewegung zur Rolle kommen...)

Bistro

  • gemütlich eingerichtet, Zimmertemperatur warm und angenehm
  • Obst/ Gemüsekorb zur freien Verfügung, mit Messer und Brett
  • Geschirr (nicht aus Plastik, weil weniger standfest), Wanne mit Wasser und Lappen, kleine Teekannen zum selbst Einschenken. Wenn Kinder ihr Essen selbst zubereiten ist das viel besser als fertiges "Dosenfutter" von zu Hause...
  • für Kinder, die Lust dazu haben: Tischdecken, Servietten, Kerzen, Blumen - alles, um einen Tisch festlich und/ oder jahreszeitlich zu gestalten
  • Bilder von den Kindern mit ihren Familien in Wechselrahmen an der Wand. Die Eltern können von Zeit zu Zeit ein Bild vom letzten Ausflug aufhängen - das schafft Sprachanregung beim Essen
  • Küche, in der mit den Kindern gekocht und gebacken werden kann
  • Bücher über Ernährung und Essen, Verdauung, den Magen, den Mund, warum schmecken wir, Bücher über schöne Tischdekorationen, Serviettenfalten...
  • Werkstattbereich mit wechselnden Themen: Gesundheit, Essen, gesundes Essen, mein Körper und was er braucht, Zahnhygiene, Hygiene

Garten

  • Achtung: der Garten ist ein Funktionsbereich und sollte den Kindern immer offen stehen!
  • die Klassiker wie Schaukeln, Wippen, Klettergerüst, Spielhaus/ Baumhaus, Reifenschaukel
  • es braucht keinen Sandkasten sondern eine Sandlandschaft!
  • Kinder brauchen Fahrzeuge, mit denen sie experimentieren, sich bewegen und etwas transportieren können
  • Naturmaterial zum Bauen, Holz, Steine, Stöcke und Stäbe, die stabil sind, Reifen, Bauhelme, Schaufeln...
  • klassische Materialien wie Hulla Hupp Reifen, Springseile, Gummitwist, Straßenmalkreide, Laufstelzen, Pferdeleinen...
  • genügend Material, was zur freien Verfügung steht, auch Lupen, Ferngläser, Töpfe, Mörser, Haushaltssiebe, Kochlöffel, Schneebesen, Gummihammer, Hammer, Sägen, Nägel, Holz in großen und kleinen Stücken, Gartenhandschuhe, Arbeitshandschuhe, kleine und große Schubkarre, klassisches Sandelzeug usw.
  • Balancierwege, die Überraschungen enthalten, nicht immer 8 cm Abstand...
  • Wasser im Sand, aber auch einen kleinen Graben, den Kinder überwinden können (Brücken bauen)
  • Essbereich
  • Ruhebereich
  • Beete zum Graben und Pflanzen, Frühbeet, Kräuterspirale. Achtung: Viele Käutertees haben einen medizinischen Wirkstoff (Kamille, Fenchel, Pfefferminze...), manche Kräuter haben ätherische Öle, welche Allergien auslösen können. Melisse, Zitronenmelisse, Petersilie, Ackersalat, Boretsch, Liebstöckel, Kapuzinerkresse, Sauerampfer usw. sind eher unbedenklich und können auch so gegessen werden (bitte bei Bedarf vorher informieren, auch ich bin hier Laie), Gartenwerkzeug
  • Bereiche, die nicht eingesehen werden können, Versteckmöglichkeiten
  • Bäume, auch Obstbäume/ -büsche zum Ernten und/ oder Klettern
  • Werkstattbereich mit wechselnden Themen: Natur und Umwelt, Umwelttechnik, entsprechende Naturkundebücher usw.
  • für die unter dreijährigen Kinder eventuell ein abgegrenzter Bereich, in den die Großen hinein aber die Kleinen nicht unbemerkt hinaus kommen. Dies ist sinnvoll, wenn die Kita drei und mehr Gruppen hat und die Krippengruppe Krabbelkinder aufnimmt
  • Spielgeräte für die unter Dreijährigen müssen den Bedürfnissen, aber auch der Größe und den Fähigkeiten der Kinder angepasst sein: kleine Wippen und Schaukeln, Kletterdreiecke, Baumstämme, Balken, niedrige Geländer für das Laufen Lernen...

Krippenbereich

Ein Krippenbereich ist im offenen Konzept wichtig, wenn Kinder unter zwei Jahren aufgenommen werden.

In der Krippengruppe ist der Alltag Programm. Das heißt, eine beziehungsvolle und anregende Wickelsituation und das gemeinsame Essen mit der Erzieherin/ dem Erzieher (nicht unbedingt mit allen Kindern) sowie ein kleiner Redekreis miteinander am Ende des Tages sind ein ausreichendes, von Erwachsenen gestaltetes Lernangebot für Kinder unter drei Jahren. Hinzu kommt die selbst gestaltete Bildungszeit in einem gut durchdachten und lernanregenden Raum. Der Krippenbereich ist die Basis der Kleinen, die von dort aus Erkundungen in die anderen Funktionsräume machen.

  • persönliche Kiste/ Regal...
  • ein großzügiger Bereich (50% des Gruppenraumes) zum Bewegen
  • Stufen, Podeste, schiefe Ebenen, Kletterdreieck, Fahrzeuge, Möglichkeiten sich hochzuziehen und zu gehen
  • Hängematte oder Hängesessel, Höhlen, Decken und Kissen, Therapieschaukel, Kreisel, Tunnel
  • Bereich mit vielfältigen Alltagsmaterialien und Naturmaterialien zum Experimentieren, Füllen und Fühlen
  • ausreichend Material für Transport und Stapelspiele, Taschen, Kisten, Becher, Dosen mit und ohne Deckel
  • Atelier mit gänzlich ungiftigen Materialien, mit Schere, Pinseln, Schabern, Ton, stabiler Staffelei, ein Bereich, um großflächig zu malen, Unterlage, um auf dem Boden zu malen...
  • Bereich für Bauen und Konstruieren, Bauklötze, Karton, Röhren
  • Kuschelbereich mit Büchern
  • Liegebereich für die Babys, mit Material zum Wechseln, auch etwas, was zur Bewegung (Heben des Kopfes, Drehen usw.) anregt, und etwas, das schöne (!) Klänge erzeugt
  • Bereich für Rollenspiele, Tücher zum Verkleiden, verschiedene Spiegel, Leine mit Wäscheklammern
  • Bereich für das Essen mit Hocker (22 cm hoch und ohne Lehnen für Arme und Rücken, für einjährige Kinder 18 cm hoch), Tische (44 cm hoch), Geschirrschrank, Servierwagen, Dekorationsmaterial, kein Plastikgeschirr, Besteck mit dicken Griffen, Getränke zum selbst Einschenken...
  • Schlafbereich in einem separaten Raum, Matratzen, Schlafhöhlen, Hundekörbe, sanftes Licht - nicht dunkel -, warme Farben, angenehme Temperatur (18 Grad)

Wickelbereich

  • der Wickelbereich ist so angebracht, dass die Intimsphäre des Kindes geschützt wird! Ein Wickeltisch im Flur ist ein absolutes NO GO!
  • der Wickeltisch muss so groß sein, dass auch große Kinder gewickelt werden können. Ein Schreiner vor Ort baut diesen oft für gleich viel oder weniger Geld wie Wickeltische aus Versandkatalogen - und individuell für den jeweiligen Raum. Viele Erzieher/innen wickeln große Kinder im Stehen und sind ganz begeistert von der Selbständigkeit, welche die Kinder dabei entwickeln. Vorteil: der Wickeltisch kann kleiner sein
  • eine Treppe, damit die Kinder selbständig auf den Wickeltisch gehen können
  • auf nicht blendendes Licht achten!
  • Federn, Pinsel, Schwämme, ein Bilderbuch, ein klingendes Mobile, Massageöle, weiche Lappen, ein Igelball...
  • persönliche Kleidung und Windeln der Kinder
  • oft sind ist der Wickelbereich zu kalt, dann braucht es eine Wärmelampe!

Sanitärbereich

  • Toiletten in der Größe für Kinder und für Kleinkinder (26 cm) (Töpfchen sind unhygienisch und schützen den Intimbereich der Kinder nicht!)
  • die Toiletten sind entsprechend dekoriert: Es gibt ein Klo mit Spiegelfliesen, ein Prinzessinnenklo, ein Zahlenklo, ein Leseklo...
  • Toilettentüren müssen für die Kinder abschließbar sein! (Nirgends finden so viele Übergriffe unter den Kindern in den Kitas statt wie auf den Toiletten)
  • Waschbecken/ Waschrinnen müssen ebenfalls in der Größe entsprechend der Kinder und Kleinkinder (53 cm) angepasst werden, Einhandmischbatterie!
  • angenehme Temperaturen (22 Grad), Wasserbecken zum Experimentieren, Spielzeug, ein Wasserablauf im Boden...
  • große Duschtasse zum Planschen
  • Wasserhahn- und Duschkopfaufsatz: LED mit temperaturabhängigem Farbwechsel (zwei bis drei Farben, die billigen gehen meiner Erfahrung nach schnell kaputt)
  • Werkstattbereich mit wechselnden Themen: Wasser, Matsch, Sand, Fingerfarben, Bodypainting...

Spielzimmer für Brettspiele und Puzzle

  • wenige Tische und viele Teppiche
  • Puzzle, Brettspiele, Legematerialien, Perlen zum Auffädeln, Bügelperlen...
  • hier ist es möglich, eine Ruheinsel zu installieren: Matratze in einer Ecke mit Raumteiler, wo größere Kinder sich auch mal zurückziehen können

Bibliothek und Lesezimmer

  • in der Bibliothek kann auch die Sprachwerkstatt sein
  • Bilderbücher aller Art, welche in den Funktionsräumen nicht gebraucht werden
  • bequeme Sessel, Sitzkissen, ein kleiner Schreibtisch, um etwas abzumalen oder aber auch abzuschreiben
  • eine Tafel
  • viel Licht

Snozzeln/ Sinneserfahrungsbereich

  • Lichtquellen mit weichem Licht
  • vielleicht ein Aquarium
  • Vibrationsmatte oder -kasten (es gibt inzwischen auch Kissen), Weichbodenmatte, Kissen, Schaukelliege
  • Wasserblasensäule, Flüssigkeitsprojektor, Discokugel
  • CD-Player mit gutem Klang
  • Decken, Hängematte, Tücher, verschiedene Massagegeräte, Massageöle
  • Windspiel, Spiegel, Kaleidoskope...
  • wichtig ist: immer nur selektiv etwas anbieten - der Raum soll ein reduziertes Reizangebot haben, damit die einzelne Wahrnehmung hervorgehoben ist und das Kind innerlich wirklich zur Ruhe kommen kann

Garderobe, der Raum zum Ankommen und zum Verabschieden

  • ausreichen Platz für Eltern und Kinder
  • Dokumentation der Arbeit (z.B. ein Wochenbuch, in dem einige Stichwörter und vielleicht ein Foto die Arbeit dokumentieren), Informationen an die Eltern und von den Eltern - auch hier gilt: weniger ist mehr!
  • ein elektrischer Fotorahmen, in dem zur Abholzeit Bilder vom vergangenen Tag oder Morgen gezeigt werden
  • einige Wechselrahmen für ausgesuchte Bilder der Kinder
  • breites Brett (zum Aufklappen), um Krabbelkinder anzuziehen, Podeste für die größeren Kinder zum Anziehen
  • genügend Platz für jedes Kind, um Matschhosen, Ersatzkleidung, Jacken, Mützen, Hausschuhe, Matschstiefel, Kitatasche usw. unterzubringen

Elternecke

  • kleiner Tisch oder in größeren Einrichtungen Tische mit bequemen Stühlen, Zugang zu einer Kaffeemaschine/ Teewasser
  • Fachbücher über Erziehung und Partnerschaft, Spielfeste und Bastelideen
  • Notizpapier, Stifte...
  • Infowand

Über weitere Ideen, als Ergänzung zur dieser Ideensammlung, freue ich mich sehr! Bitte mailen an: info@heike-baum.de.

Literatur zur Raumgestaltung

AWO Bundesverband: DVD "Die Weltenentdecker". Berlin

Baacke, Dieter: Die 0- bis 5-Jährigen. Weinheim 1999

Beek, Angelika von der: Der Raum als 3. Erzieher. PÄD Forum 2001, Heft 3, S. 197-202

Beek, Angelika von der: Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei. Weimar 2006

Beek, Angelika von der u.a.: Kinderräume bilden. Ein Ideenbuch für Raumgestaltung in Kitas. Neuwied 2001

Beek, Angelika von der u.a.: Hundert Welten entdeckt das Kind: Kinderräume bilden: Ein Ideenbuch für Raumgestaltung in Kitas. Berlin 2006

Bendt, Ute/Erler, Claudia: Spielbudenzauber. Sinnvolle Raumgestaltung in Kita und Krippe. Mülheim/Ruhr 2010

Dieken, Christel: Lernwerkstätten und Forscherräume in Kita und Kindergarten. Freiburg 2004

Dreier, Annette: Was tut der Wind, wenn er nicht weht? Begegnung mit der Kleinkindpädagogik in Reggio Emilia. Berlin 1994

Dreier, Annette: Raum als Dritter Erzieher. In: Lingenauber, Sabine (Hrsg.): Handlexikon der Reggio-Pädagogik. Bochum 2004, S. 135-141

Dreisbach-Olsen, Jutta u.a.: Nischen, Höhlen, Hängematten. Kita-Räume verändern sich. Berlin 1995

Franz, Margit/Vollmert, Margit: Raumgestaltung Kita. In diesen Räumen fühlen sich Kinder wohl. München 2005

Hermann, Gisela/Wunschel, Gerda: Erfahrungsraum KITA. Anregende Orte für Kinder, Eltern und Erzieherinnen. Weinheim 2002

Jelich, Franz-Josef/Kemnitz, Heidemarie (Hrsg.): Die pädagogische Gestaltung des Raumes. Geschichte und Modernität. Bad Heilbrunn 2003

Kercher, Angelika/Höhn, Kariane: Raumerkundungsbuch. Kronach 2009

Knauf, Tassilo: Von der Krippe zur Bildungsarbeit mit Kindern von 0 bis 6 Jahren. klein&groß 2007, Heft 1, S. 32-35

Laewen, Hans-Joachim/Andres, Beate (Hrsg.): Forscher, Künstler, Konstrukteure - Werkstattbuch zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen. Weinheim 2002

Lange, Udo/Stadelmann, Thomas: Spiel-Platz ist überall. Freiburg 2000

Miedzinski, Klaus/Fischer, Klaus: Die neue Bewegungsbaustelle. Dortmund 2009

Pickler, Emmi: Lasst mir Zeit. München 2001

Reich, Eberhard: Denken und Lernen. Hirnforschung und pädagogische Praxis. Darmstadt 2005

TÄKS e.V. (Hrsg.): In der Vielfalt liegt ein Zauber. Berlin 2009

Autorin

Heike Baum ist Erzieherin, Spielpädagogin, Gruppendynamikerin, Supervisorin (DGSv) und Balintgruppenleiterin sowie Autorin zahlreicher pädagogischer Bücher. Sie ist seit 20 Jahren freiberuflich tätig. Heike Baum führt Seminare u.a. im Bereich Elementarpädagogik durch und leitet drei Qualifizierungen:

  • Facherzieher/in für Frühpädagogik
  • Facherzieher/in für Integrations- und Inklusionspädagogik
  • Facherzieher/in für Sprachpädagogik

Weitere Informationen unter www.heike-baum.de.