Zeckenentfernung bei Kindern

Franz-Josef Leis

 

Ixodes Ricinus oder Gemeiner Holzbock heißt die Zecke, die in Deutschland ihr Unwesen treibt. Sie durchläuft in ihrem Leben die drei Entwicklungsstadien Larve, Nymphe und Adulte. Einer Spinne ähnelnd, ist sie in den beiden ersten Stadien punktförmig klein, wogegen die Adulten bis zu 5 Millimeter jeweils vor Saugbeginn groß sein können.

Selten übertragen Zecken Viren (FSME, Hirnhautentzündung), doch oft gefährliche Bakterien: So genannte Borrelien verursachen den mit Abstand größten Schaden. Organe wie Gehirn, Muskeln, Skelett, Magen, Darm, Augen, Haut, Nerven und Herz können dauerhaft geschädigt werden (mögliche Erkrankungen siehe: Deutsche Borreliose Gesellschaft e.V. 2011, S. 9 ff.).

Heimtückisch sind die vielen latenten Infektionen. Hier treten die Beschwerden erst Wochen, Monate oder sogar Jahre später auf. Nur wenige Betroffenen denken dann noch an den vor langer Zeit erfolgten Zeckenbiss - und auch die meisten Ärzte fragen aufgrund der großen Bandbreite möglicher Symptome zunächst nicht nach Zeckenstichen.

Meistens sind es die zu 10 bis 20% bakteriell verseuchten winzigen Nymphen, die Infektionen bei Menschen hervorrufen, - und oft nicht entdeckt werden. So liegt die Infektionsrate bei Jugendlichen laut dem Robert-Koch-Institut (2012, S. 118) bereits bei 7%.

Eher selten erscheint kurz nach dem Zeckenbiss die augenfällige Wanderröte. Wenn Antibiotika frühzeitig eingesetzt werden, ist die Behandlung in der Regel erfolgreich. Je später die Erkrankung erkannt wird, desto geringer sind hingegen die Heilungserfolge. Bester Schutz ist die Prävention, d.h. die schnellstmögliche Entfernung der Zecke vor Infektionsbeginn.

Zecken sofort quetsch-, dreh- und manipulationsfrei entfernen

Zecken sind zu klein für den ungeübten Einsatz herkömmlicher Instrumente. Daher überlassen viele Kindertageseinrichtungen den Präzisionseingriff dem Arzt, um einer möglichen Fehlanwendung mit gesundheitlichen Folgen vorzubeugen.

Damit ist aber ein Dilemma verbunden, das nicht allen Erzieher/innen bewusst ist: Das Infektionsrisiko beginnt ab zwei Stunden Ansaugzeit (Horst 2003, S. 244). Da die Zecke oft eher zufällig entdeckt wird, hat diese Frist bereits vor mehr oder weniger langer Zeit begonnen oder ist bereits überschritten. Damit wird eine Infektion mit jeder Minute wahrscheinlicher - und eine Arztpraxis befindet sich eher selten in nächster Nähe der jeweiligen Kita.

Große Zecken können mit einem Zeckenhaken durch langsames Herausziehen kinderleicht und ohne Übung entfernt werden. Hierbei ist zu beachten, dass er entgegen seiner Gebrauchsanweisung nicht gedreht wird. Daneben gibt es Zeckenkarten, die schiebend in der Anwendung sind, und Zeckenpinzetten, die hautnah angesetzt werden müssen. 

Die Mehrzahl der Stiche geht auf das Konto winziger Nymphen. Diese können kinderleicht und ohne Übung mit der Nymphia® Präzisionsdrahtschlinge entfernt werden.

Erzieher/innen dürfen bei einem Kind Zecken nur mit Einwilligung seiner Eltern entfernen. Sinnvollerweise sollte diese schon bei der Aufnahme von Kindern eingeholt werden, da im Ernstfall die Eltern oft nicht sofort erreichbar sind. So sollte ein entsprechender Passus in den Betreuungsvertrag mit aufgenommen werden.

Anmerkung

Nymphia® ist in allen deutschen Apotheken (PZN 06455799) und für Kitas beim Hersteller unter Sonderkonditionen erhältlich: www.zeckenentfernung.info/kita04

Literatur

Deutsche Borreliose Gesellschaft e.V.: Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose. Leitlinien. Jena: Selbstverlag 2011 (http://www.borreliose-gesellschaft.de/Texte/Leitlinien.pdf)

Horst, H. (Hrsg.): Zeckenborreliose - Lyme-Krankheit bei Mensch und Tier. Balingen: Spitta-Verlag, 4. Aufl. 2003

Robert Koch-Institut: Seroprävalenz der Lyme-Borreliose bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Epidemiologisches Bulletin 2012, Nr. 14, S. 113-120 (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2012/Ausgaben/14_12.pdf?__blob=publicationFile)

Autor

Franz-Josef Leis
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