Manfred Berger: Von der Kleinkinderbewahranstaltskandidatin zum/zur Erzieher/in. Göttingen: Cuvillier Verlag 2017, 126 Seiten, EUR 19,80 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Die Anforderungen an den Erzieher/innenberuf haben sich in Bayern von Anbeginn der professionellen Ausbildung bis heute grundlegend verändert. Stand am Anfang die mütterliche Kindergärtnerin im Vordergrund der Ausbildung, wird in den sich jetzt nennenden Fachakademien für Sozialpädagogik umfangreiches Fachwissen vermittelt, aber auch großer Wert auf die Persönlichkeitsbildung und Förderung von Handlungskompetenz gelegt. Dauerte die Ausbildung zur Kleinkinderbewahranstaltsschwester bzw. Kindergärtnerin anfänglich nur wenige Monate, nimmt die heutige Erzieher/innenausbildung fünf Jahre in Anspruch.

Die Publikation behandelt mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung die Entstehung und Entwicklung der sozialpädagogischen Ausbildungsstätten in Bayern, die sich u.a. Kindergärtnerinnen-Bildungsanstalt, Lehr-Kurs zur Heranbildung der Kleinkinderbewahranstaltskandidatinnen oder Seminar für Frauenbildung nannten, im Zeitraum von 1843 bis zur Gegenwart. Dabei wird die besondere Bedeutung von einzelnen Personen oder Organisationen ebenso berücksichtigt wie gesellschaftlich- und methodisch-inhaltliche Überlegungen und Veränderungen, bedingt durch politische und gesellschaftliche Gegebenheiten.

Hervorzuheben sind die der Veröffentlichung beigefügten Fotos und Dokumente. Unter den Quellen befindet sich außerdem unveröffentlichtes Material aus dem Bestand des vom Verfasser selbst gegründeten und betriebenen Ida-Seele-Archivs zur Erforschung der Geschichte des Kindergartens und der Sozialpädagogik/-arbeit in Dillingen/Donau. Damit werden wichtige Einblicke in die Ausbildungssituation in Vergangenheit und Gegenwart ergänzt.