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- Online-Handbuch - Herausgeber: Martin R. Textor |
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| Aus: Kindergarten heute Nr. 5/1998, S. 16-22
Neue Wege in der Elternarbeit (Teil 5): Bei allen Schwierigkeiten im Alltag, etwas geht immer! Lothar Klein
Die Kindertagesstätte, in die Familie Schultes Tochter Katja geht, hat Besuch. Fünfzehn Erzieherinnen aus anderen Einrichtungen möchten sich über die Erfahrungen informieren, die dort während der letzten drei Jahre in der Zusammenarbeit mit Eltern gesammelt werden konnten1. Herr und Frau Schulte, Katjas Eltern, haben sich bereit erklärt, an dem Treffen mitzuwirken und die Veränderungen aus Elternsicht darzustellen. Katjas Erzieherinnen, Frau Lüffe und Frau Felder, beschreiben ganz konkret, wie sehr sich ihre Arbeit erleichtert hat, seit die Zusammenarbeit mit Eltern nicht mehr länger als lästiges Anhängsel betrachtet wird, sondern als zweites Standbein ihrer Arbeit. Frau Kiel, die Leiterin, ergänzt, dass sie den Eindruck habe, die Zusammenarbeit mache inzwischen sogar großen Spaß. Für die Gäste ist es noch etwas ungewohnt, in Anwesenheit von Eltern über "Elternarbeit" zu sprechen. Erst nach und nach tauen sie auf und kommen mit der Situation zurecht. Frau Schulte ist es, die dafür sorgt, indem sie das Zögern anspricht und von ihrem ersten gemeinsamen Seminar mit Erzieherinnen und Eltern berichtet. Da hätte es auch eine ganze Zeit gedauert, bis die gegenseitigen Unsicherheiten abgelegt waren und man miteinander ins Gespräch gekommen sei. Auch Herr Schulte ermutigt die Gäste ihre Bedenken und Fragen ohne Zögern zu äußern. Wenn Eltern angeblich kein Interesse zeigen "Bei uns zeigen viele Eltern gar kein Interesse an unserer Arbeit. Sie kommen nicht zu Elternabenden, platzen zu ganz unpassenden Zeiten einfach in die Gruppe rein oder bringen ihre Kinder nicht pünktlich, obwohl..." "... es ihnen schon oft gesagt wurde", vervollständigt Frau Felder den Satz eines Gastes. An dieses Gefühl, Eltern würden gar nicht wahrnehmen, was Erzieherinnen alles für sie und ihre Kinder tun, kann auch sie sich noch lebhaft erinnern. So hätte sie früher selbst z.B. häufig mit großem Unverständnis und Ärger reagiert, wenn Eltern ihre kranken Kinder "einfach abgegeben haben". Jedenfalls sei ihnen das so vorgekommen. Und was hätten sie den Eltern damals nicht alles unterstellt: Desinteresse, Gleichgültigkeit, Egoismus usw. "Dabei wußten wir als Eltern am Anfang wirklich nicht, was die Einrichtung leisten kann und was nicht. Die inneren Mechanismen so einer Kindergartengruppe waren uns doch ganz fremd. Erst nachdem wir hospitiert haben, haben wir uns davon einigermaßen ein Bild machen können und haben den Erzieherinnen geglaubt, dass sie unsere kranke Tochter nicht so gut betreuen konnten, wie es bei uns zu Hause möglich war.", fährt Katjas Mutter fort. "Mir hat damals besonders geholfen, dass ich Interesse und Verständnis für meine Arbeitssituation gespürt habe", meint Herr Schulte, "auch, wenn Ihr damals letztendlich nicht klein bei gegeben habt und wir Katja zu Hause pflegen mussten. In Eurem Zuhören schien mir viel Interesse zu liegen. Das war etwas ganz anderes, als einfach abgeblockt zu werden." Ein gutes Beispiel dafür sei auch die häufige Frage nach verlorengegangen Kleidungsstücken. Auch da sei die Strategie der Erzieherinnen stets gewesen, Eltern erst einmal zuzuhören, selbst Interesse zu zeigen, dann Hilfe im Rahmen der Möglichkeiten anzubieten ("Wir suchen noch einmal nach"), auch über die eigenen Möglichkeiten noch einmal nachzudenken, schließlich aber, wenn nötig, doch deutlich zu machen, wie es bei aller Aufmerksamkeit dennoch passieren kann, dass einmal etwas verloren geht. "Einmal haben sich solche Vorwürfe in einer anderen Gruppe regelrecht gehäuft", ergänzt Frau Kiel, "da musste das zum Thema gemacht werden". Damals hätten die Kinder eine einfache Lösung gefunden, nämlich über einen Garderobendienst wie im Theater, mit Garderobenmärkchen und Spielgeld. "Wunderbar!", sagt Herr Schulte, "das Beispiel zeigt doch wirklich, worauf es ankommt, damit überhaupt nach kreativen Lösungen gesucht werden kann, nämlich statt abzublocken, sich so gut es geht einzulassen." Das gehe aber doch nicht immer, kontern die Gäste. Nicht immer, aber immer öfter, lautet die Antwort. Auch, wenn es nicht für alles eine Lösung gibt, wichtig ist aber, Eltern ihre Bedürfnisse nicht abzusprechen, sondern zu achten, und nicht zu verlangen, dass Eltern mit den internen Strukturen einer Kindertageseinrichtung vertraut sein müssen. Auch in dieser Kindertagesstätte habe es zwei bis drei Jahre gedauert, bis man das Zuhören richtig gelernt habe. Ganz besonderen Anteil daran hätten die regelmäßigen Hospitationen und Entwicklungsgespräche2 gehabt. Wenn Eltern nicht zu Elternabenden kommen Und wie stehe es um die Teilnahme an den Elternabenden? "Darüber machen wir uns schon lange keine Gedanken mehr. Erstens sind sie wirklich besser besucht, seit wir die Themen gemeinsam mit Eltern festlegen und relativ offen da rein gehen. Zum anderen gibt es darüber hinaus schon lange auch andere Formen wie etwa die Feierabendgespräche oder gesonderte Vätertreffen. Entscheidend war aber wohl, dass wir einfach aufgehört haben, den Eltern Desinteresse zu unterstellen. Kam jemand nicht, sind wir von uns aus auf diejenige zugegangen und haben sie ohne jeglichen Unterton oder Vorwurf informiert. Das halten wir übrigens grundsätzlich so. Wir glauben, dass wir für die Gestaltung der Beziehung verantwortlich sind, nicht die Eltern. Deshalb erzählen wir auch ungefragt sehr viel und sehr oft. Mit der Zeit haben die Eltern wohl unser Interesse gespürt und wurden selbst mutiger. Ganz deutlich war das bei unseren ausländischen Eltern." Die Grundhaltung wird klar: Eltern bestimmen selbst, wie hoch ihr Interesse an den Belangen und Angeboten der Einrichtung ist. Das gilt es zu akzeptieren statt anzuprangern. Schließlich soll sich die Kindertageseinrichtung an den Lebenslagen der Familien orientieren und nicht umgekehrt. Paradoxerweise nehmen Eltern sowieso mehr Anteil am Leben der Kindertagesstätte, je weniger Erzieherinnen darauf pochen. Von sich aus aktiv auf Eltern zugehen, lautet die Zauberformel. Und dies mit einer Wertschätzung, die an keine Bedingungen geknüpft wird3. Mit dem Interesse verhält es sich wie mit der Freiheit: "Als ich Gefangener war in deinem Hause und die Türen verschlossen waren, plante mein Herz ständig zu fliehen. Jetzt, da du Türen und Fenster geöffnet hast, bleibe ich. Mit meiner Freiheit hast du mich gebunden." meint der indische Weise Rabindranath Tagore. Frau Kiel führt noch einen weiteren Punkt an. Früher, so sagt sie, hätten Eltern, die nicht zu Elternabenden gekommen seien oder sich auch sonst dem Anschein nach wenig interessiert hätten, auch als Projektionsflächen für Erzieherinnen herhalten müssen. Auf sie hätte man alles abladen können, was einen an den Eltern geärgert habe. Die dabei entstandenen Bilder konnten selten wieder revidiert werden. "Man muss aber auch sagen, dass Ihr die Elternabende heute wirklich ganz anders gestaltet als noch vor zwei Jahren.", ergänzt Frau Schulte, "Ihr haltet keine Vorträge mehr, sondern geht mit offenen Themen in den Elternabend. Da hat man das Gefühl, wirklich gefragt zu werden. Und ich kann es auch leichter akzeptieren, wenn Ihr eine andere Meinung habt wie ich, wenn ich merke, die steht nicht schon von Beginn an fest. Außerdem habt Ihr gute Ideen. Richtig toll fand ich z.B. die letzte Elternbeiratswahl." Darüber möchten die Gäste nun Genaueres erfahren. Statt der üblichen trockenen Wahl hatte jedes Elternteil einen Zettel bekommen. Auf ein Zeichen hin, sind dann alle aufgestanden, zu jemanden, den sie wählen wollten, hingegangen und haben ihm oder ihr einfach den eigenen Zettel in die Hand gedrückt. Dabei war es untereinander gleich zu einer Reihe von Gesprächen gekommen und schließlich hatte jemand die meisten Zettel. "Wir nennen das den 'aktivierenden Elternabend'.", sagt Frau Kiel und gibt dazu noch zwei Literaturtipps.4 Wenn Eltern ängstlich sind "In unserer Gruppe beschweren sich Eltern immer wieder, dass Kinder schmutzig sind, wenn sie abgeholt werden. Wir erklären den Eltern dann, dass das Matschen zu unserem Konzept gehört und den Kindern wichtige Erfahrungen ermöglicht. Aber die Eltern geben sich damit nicht zufrieden." "Bei uns sind es vor allem Streits und Verletzungen, die die Eltern auf die Barrikaden bringt. Da helfen alle Erklärungen nichts. Da spielen zu viele Emotionen und Ängste mit." So zwei weitere Einwände. "Hier muss man die Antwort auf mindestens drei verschiedenen Ebenen suchen, entgegnet Frau Kiel.
Wenn Eltern etwas fordern "Wenn man Vorschläge von Eltern als Forderungen wahrnimmt, ist man doch selbst schuld. Meistens werden aus Fragen doch erst Forderungen, wenn wir Eltern das Gefühl geben, dass auf ihre Wünsche wenig Resonanz erfolgt", behauptet Frau Felder. An dieser Stelle erntet sie regen Widerspruch aus den Reihen der Gäste. Und auch Herr Schulte meint, dass er schon auch erwartet habe, dass verwirklicht wird, was er sich wünscht. "Ich glaube, alle haben recht.", beruhigt Frau Kiel. Natürlich erwartet derjenige, der sich etwas wünscht, dass es auch in Erfüllung geht. Frau Kiel vermutet, dass es erst eines längeren Prozesses bedarf, bis beide Seiten gelernt hätten, mit unerfüllten Erwartungen zurecht zu kommen. Voraussetzung sei dafür genügend Vertrauen. "Denn meine Wünsche äußere ich doch dort als Forderung, wo ich wenig Vertrauen habe, dass ich gehört werde." Insofern seien häufige Forderungen von Eltern nur ein Indiz dafür, dass Erziehungspartnerschaft noch zu wenig ausgebildet sei. Frau Kiel meint sogar, dass ohne Vertrauensbasis auch letztendlich alle Information nichts nutzt. "Denn, in diesem Fall würde ich einfach nicht glauben, was mir erzählt wird. Also: 75% der Partnerschaft beruhen auf Vertrauen und nur 25% auf Informationen. Man darf also nicht nur darauf hoffen, dass viele Informationen, so wichtig sie auch sind, alleine ausreichen, um Vertrauen herzustellen. Ich verstehe auch den Wunsch vieler Eltern nach sichtbaren Produkten, etwa Zeichnungen oder Arbeitsblätter, so, dass sie noch eines Beweises bedürfen, dass ihr Kind hier gut aufgehoben ist. Da reicht es nicht, sich nur über den Sinn und Unsinn von Arbeitsblättern zu streiten. In einem solchen Fall muss sich das Team fragen, wie es mehr Transparenz schaffen kann, ob es die Fragen der Eltern wirklich ernst nimmt und nicht als rückständig abtut. Für all das braucht man Zeit und Geduld. Dazu bedarf es vor allem aber einer veränderten Grundhaltung den Eltern gegenüber." Auf einen weiteren Einwurf hin antwortet Frau Kiel: "Sicher erschwert es den Vertrauensbildungsprozess, wenn Eltern, die ihre Kinder immer erst im Spätdienst abholen können, nicht mehr auf Erzieherinnen ihrer Gruppe treffen. Aber haben sie nicht genau darauf ein Recht? Wir haben deshalb schon vor langer Zeit sehr genau darauf geachtet, dass Eltern im Spätdienst immer wieder einmal auch die Erzieherin aus ihrer Gruppe angetroffen haben. Dort konnten sie dann unmittelbar loswerden, was ihnen am Herzen lag. Und, wir haben ganz offensiv vertreten, dass wir es akzeptieren, wenn Eltern erst in letzter Minute kommen (können) und wir deshalb unseren Dienstplan so gut es geht so organisieren, dass sie dennoch auf Gesprächspartnerinnen treffen." Wenn anscheinend in einer Familie etwas schief geht "Dann sind wir zwar gefordert, aber nicht für alles verantwortlich und zuständig." So das Resümee von Frau Kiel. Das sei eine wirklich schwierige Frage, weil es eben in jedem Einzelfall zu unterscheiden gelte. An dieser Stelle zeige sich die ganze Professionalität von Erzieherinnen. Hilfe und Rückhalt für die Familie anzubieten und dabei gleichzeitig die professionellen Grenzen zu wahren, sei ein schwieriges Geschäft und bedürfe häufig der Unterstützung von außen, z.B. durch Supervision. Frau Felder erzählt ein Beispiel. Lange Zeit hat sie sich über ein Elternpaar geärgert, weil diese immer wieder mit verschlüsselten Vorwürfen gearbeitet, sie bei Kolleginnen oder der Leitung angeschwärzt, ihr gegenüber aber stets so getan hat, als gäbe es nichts zu besprechen. Irgend wann einmal habe Frau Felder jedoch verstanden, dass sie den Eltern als Projektionsfläche dient, ja dass es fast eine Überlebensstrategie dieser Familie ist, immer andere für die eigenen Versäumnisse verantwortlich zu machen. Diese Erkenntnis hat zwar nicht die Eltern, aber doch die Situation nachhaltig verändert. Seit dem gelingt es ihr nämlich besser, etwas Verständnis im Sinne von Verstehen aufzubringen. In einer Supervision hätte sie schließlich erkannt, dass nicht sie selbst für das Verhalten der Eltern verantwortlich, also auch nicht daran schuld sei. Sie habe erkannt, dass die Strategie dieser Eltern dazu diene, die eigene Familie zu stabilisieren5, indem selbst verschuldete Unzulänglichkeiten anderen angelastet werden. Frau Felder konnte von nun an den Eltern ohne Ärger begegnen und deshalb ihre Grenzen auch besser wahren. Frau und Herr Schulte betonen schließlich auch aus Elternsicht, dass es sich hier um eine sehr schwierige Frage handele. Einerseits hätten auch sie manchmal auf mehr Unterstützung durch die Einrichtung gehofft, andererseits aber hätten sie zuviel davon als Einmischung in ihre privaten Angelegenheiten empfunden. Frau Schulte meint, wenn eine Familie wirklich und dauerhaft Unterstützung brauche, wären dafür vielleicht besser Familienberater und -therapeuten zu Rate zu ziehen. Aber bei der Vermittlung könnten Erzieherinnen durchaus behilflich sein. Das Wichtigste Was für jeden die wichtigste Erfahrung gewesen sei, möchten die Gäste am Schluss des Gespräches noch von allen wissen. Die Antworten lauten: Frau Lüffe: "Für mich war es die Erkenntnis, dass Eltern ebenfalls Experten sind, wenn auch nicht für das Gleiche wie wir. Eltern kennen ihre Familie, wir die Kindertagesstätte. Unser jeweiliges Expertenwissen können wir gut bei der Suche nach gemeinsamen Wegen einbringen. Auf diese Art und Weise hat sich mein Blickwinkel auch insgesamt verändert. Ich habe begonnen, in Eltern nicht mehr nur Einzelpersonen zu sehen, sondern Verantwortliche für ihre ganze Familie." Frau Felder: "Mir ist besonders die Regelmäßigkeit wichtig, in der Hospitationen von Eltern und Entwicklungsgespräche seitdem stattfinden. Ich brauche dafür einen sicheren Rahmen und den finde ich in der Regelmäßigkeit. Aus heutiger Sicht bin ich wirklich auch überrascht, wie viel dabei herauskommt." Frau Schulte: "Mir ist unser Start hier in besonderer Erinnerung. Die Art und Weise der Eingewöhnung und der Aufnahme hat mich gleich von Anfang an positiv gestimmt. Ich fühlte mich wahrgenommen und gesehen. Ich habe noch gut im Gedächtnis, was Frau Kiel damals sagte: 'Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen'. Das kann ich voll und ganz unterstreichen!" Herr Schulte: "Natürlich muss ich das Vätertreffen hervorheben. Das war wirklich klasse. Schade, dass Katja nun bald in die Schule kommt und erst ein Vätertreffen stattgefunden hat. Als die Idee geboren wurde, habe ich gespürt, dass die Einrichtung wirklich Interesse an mir und meiner Familie hat. Mich würde noch interessieren, wie Katjas Abschied gestaltet werden soll, da habt Ihr Euch doch bestimmt auch etwas Besonderes einfallen lassen." Frau Kiel: "Irgend etwas geht immer! Das ist meine wichtigste Erkenntnis. Wir hätten uns vor drei Jahren niemals träumen lassen, was alles geht. Und nun? Wir sind einfach offener, kreativer und wie ich meine auch professioneller geworden. Wir haben uns nicht mehr nur auf unsere 'ureigenste Sache', die Arbeit mit dem Kind beschränkt, sondern auch begonnen, das KJHG im Rahmen unserer Möglichkeiten umzusetzen und uns an den Bedürfnissen der Familien zu orientieren. Für mich war die Umfrage dabei ein Meilenstein. Seitdem weiß ich einfach mehr über die Familien unserer Kinder. Und noch einen Punkt möchte ich erwähnen. Früher habe ich mich immer wieder über die sogenannten Dauerbrenner geärgert. Bestimmte Fragen wie etwa die nach der Aufsichtspflicht kamen immer und immer wieder. Heute weiß ich, dass das ja gar nicht anders sein kann, weil für Eltern konkret immer wieder Neuland ist, was wir schon hundert mal beantwortet haben. Heute finde ich außerdem, Eltern haben ein Recht auf alle Fragen." Den Abschied professionell gestalten Am Ende des Gesprächskreises steht die Frage, ob nicht die bewusste Gestaltung des Abschieds eines Kindes und seiner Familie ebenfalls zur veränderten Sichtweise der "Familienarbeit" gehören müsse. Für die Familie ist der Abschied wieder eine Situation, die viele Veränderungen und neue Anforderungen mit sich bringt. Sie überschreitet eine weitere Grenze. Für die Kindertageseinrichtung ist es eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Erst der gestaltete Abschied der ganzen Familie rundet die Zusammenarbeit wirklich professionell ab. Die übliche Abschiedsfeier für das Kind sollte daher unbedingt um ein Abschlussgespräch mit den Eltern ergänzt werden. In einem solchen Abschlussgespräch kann noch einmal über die ganze Zeit nachgedacht werden, und man kann sich gut vorstellen, dass Eltern wie Herr und Frau Schulte dabei einiges beizutragen haben. Herr und Frau Schulte werden die Einrichtung in guter Erinnerung behalten, und auch die Leiterin und die Erzieherinnen sind mit den Entwicklungen und Erfahrungen sehr zufrieden. Anmerkungen
Autor Lothar Klein, Freiberuflicher Fortbildner bei balance - pädagogik und management Veröffentlichungen u.a.:
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