Rezension

Helene Docherty, Thomas Docherty: Der Ritter, der nicht kämpfen wollte. Hamburg: Ellermann 2016, 32 Seiten, EUR 12,99 - direkt bestellen durch Anklicken

 

In gereimter Sprache erzählen Helene und Thomas Docherty von einem Ritter namens Leo, der mit seinen Büchern und Weisheiten sogar den wildesten Drachen zähmen kann.

Ritter Leo ist eine Maus, die nichts lieber macht als zu lesen und vom Kämpfen so gar nichts hält. Seine Eltern sind darüber nicht sehr erfreut, da sie meinen, dass sich dies für einen Ritter nicht gehöre. Sie entdecken in der Zeitung ein Ausschreiben für einen Drachenzähmer und schicken Leo auf die Reise. Dieser füllt seine Taschen mit seinen Büchern und macht sich mit seinem Pferd auf den Weg.

Nach kurzer Zeit trifft Leo auch schon auf das erste Ungeheuer - einen Greif. Leo erinnert sich, dass er erst vor kurzem von ihm gelesen hat. Als der Greif Leo zum Kampf herausfordert, weist dieser ihn zurück und schlägt ihm vor, stattdessen gemeinsam ein Buch anzusehen. Er holt das Buch vom Greif heraus und liest ihm daraus vor. Der Greif hört ihm geschmeichelt zu und fühlt sich geehrt. Danach schenkt die Maus dem Greif das Buch und zieht weiter.

Nach einigen Stunden trifft Ritter Leo auf einen Troll. Dieser will ihn sofort verspeisen. Doch der Mäuseritter schafft es, auch diesen durch seine Geschichten zu begeistern, und ganz schnell ist der Hunger vergessen. Leo lässt das Buch beim Troll und macht sich weiter auf die Reise.

Zu guter Letzt trifft Leo auf den berüchtigten Drachen, der eine ganze Stadt in Schrecken versetzt. Als der Drache mit Leo kämpfen will, erzählt dieser, dass er nicht zum Kämpfen gekommen sei, sondern dass er ihm ein Buch mit vielen Geschichten von furchtbaren Drachen mitgebracht habe. Er liest ihm daraus vor und schenkt ihm dieses Buch. Auf diese Weise "zähmt" er den Drachen.

Leo reitet zurück zu seiner Familie und ist seitdem im ganzen Land als Held bekannt. Ab diesem Zeitpunkt kann Leo das tun, worauf er wirklich Lust hat: "Im Kreise gleichgesinnter Wesen zu Hause bleiben und Bücher lesen!"

Die Illustrationen ermöglichen es den Kindern, die Geschichte auch ohne den Text zu verstehen. Durch die Reimform fließt die Geschichte leicht über die Lippen und ist aufgrund der einfachen Sprache für Kinder gut geeignet.

Helene und Thomas Docherty thematisieren in dem Bilderbuch ein wichtiges Thema, welches im Kindergarten immer wieder auftaucht. Es zeigt auf, dass man durch Wissen und Worte mehr erzielen kann als durch Kämpfe und Streit. Das Bilderbuch kann eingesetzt werden, wenn sich Kinder in der Rollenfindungsphase befinden und wenn es zu Streitigkeiten und "Kämpfen" kommt. Es ist für Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren geeignet.

Eva Bauer