Zitiervorschlag

Qualitätsentwicklung und Qualitätsdimensionen anhand der Teamarbeit erklärt

Heike Baum

 

Als "Qualität" wird die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Leistung oder Tätigkeit bezeichnet, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Erfordernisse bezieht. Qualität ist kein absoluter und eindeutiger Begriff und umfasst sowohl objektive als auch subjektive Komponenten. Besonders im sozialen Dienstleistungsbereich sind deshalb Operationalisierungen und Standardisierungen nur begrenzt möglich (Dt. Gesellschaft für Qualität).

Die Qualitätsentwicklung befasst sich als Bestandteil der Organisationsentwicklung mit der Verbesserung der Qualität von pädagogischen Haltungen, Arbeitsabläufen und Kooperationen. Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Qualitätsentwicklung sind die Bestimmung der zu verbessernden Aspekten in der Kitaarbeit sowie eine vollständige Zusammenfassung des Ist-Zustandes.

Qualitätsentwicklung ist ein immer wiederkehrender Prozess, welcher sich nicht abschließen lässt, da wir davon ausgehen, dass Verbesserung immer möglich ist. Das heißt, eine gute Qualität kann noch besser entwickelt werden. Teams, die in bestimmten Bereichen gut sind, sind es manchmal in anderen Bereichen erst mal nicht. So gilt es, im Qualitätsentwicklungsprozess immer die Qualität im Gesamten zu betrachten. Wir sind gut - das können wir feiern, UND wir wollen noch besser werden, und das feiern wir auch! Qualitätsentwicklung entsteht nicht aus dem Mangel, sondern aus der Freude an der Weiterentwicklung.

Der Qualitätsentwicklungsprozess hat noch viele "Nebenwirkungen", welche dem Team förderlich sein können. Dazu gehören beispielsweise:

Durch das Verstehen der Qualitätsentwicklung als Prozess werden weniger Standards festgeschrieben, als vielmehr "Durchgangstationen" beschrieben (eine Qualität, die auch hilfreich im Umgang mit der Entwicklung von Kinder ist).

Qualitätsdimensionen

Bei einer Qualitätsdimension handelt es sich um eine Kategorie innerhalb der Qualitätsentwicklung. Diese wird somit unter einem bestimmten Focus betrachtet. In den meisten bedeutsamen Qualitätsentwicklungsinstrumenten wird von vier Qualitätsdimensionen gesprochen. Ihre Reihenfolge hat nichts mit ihrer Wichtigkeit zu tun. Sie erscheint vor allem logisch, ist aber in dieser Abfolge nicht zwingend.

(1) Bei der Strukturqualität geht es um die Voraussetzungen und die Rahmenbedingungen der Arbeit: WOMIT werden die (Team-) Ziele bzw. eine höhere Qualität in der (Team-) Arbeit erreicht?

Zum Beispiel:

(2) Mit Konzeptqualität sind die Anforderungen und die Erwartungen an die Mitarbeiter/innen und Kooperationspartner/innen bezüglich der gesamten Arbeit gemeint: WOZU brauchen wir die (Team-) Arbeit bzw. eine höhere Qualität?

Zum Beispiel:

(3) Bei der Prozessqualität geht es um die Art und Weise, wie die Arbeit durchgeführt wird: WIE machen wir es konkret in der (Team-) Arbeit, wie entwickeln wir die Qualität weiter?

Zum Beispiel:

(4) Die Ergebnisqualität bezieht sich darauf, inwieweit die Ziele des Qualitätsentwicklungsprozesses erreicht wurden und wie groß die Zufriedenheit mit der (Team-) Arbeit ist: WAS haben wir erreicht?

Zum Beispiel:

Autorin

Heike Baum ist Erzieherin, Spielpädagogin, Gruppendynamikerin, Supervisorin (DGSv) und Balintgruppenleiterin sowie Autorin zahlreicher pädagogischer Bücher. Sie ist seit 21 Jahren freiberuflich tätig. Seit 15 Jahren begleitet sie Kindertagesstätten in ihrer Konzeptionsentwicklung. Heike Baum führt Seminare u.a. im Bereich Elementarpädagogik durch und leitet unterschiedliche Qualifizierungen.

Weitere Informationen oder Rückmeldungen unter: www.heike-baum.de bzw. info@heike-baum.de.



In: Martin R. Textor/Antje Bostelmann (Hrsg.): Das Kita-Handbuch.

https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/qualitaet-und-qualitaetssicherung/qualitaetsfeststellung-qualitaetsmanagement/2284