Zitiervorschlag

Arbeitsplatzkultur in Kindertageseinrichtungen in der Schweiz

Kita-Netzwerk erhält begehrtes Qualitätssiegel für Vertrauen, Diversität und Teamgeist am Arbeitsplatz

Christina Mair

 

Im Juni 2021 wurde globegarden zum ersten Mal von Great Place to Work™, dem Experten für Arbeitsplatzkultur und Arbeitgeberattraktivität, als sehr guten Arbeitsplatz in der Schweiz zertifiziert. Viele kennen dieses Qualitätssiegel und wissen, was diese begehrte Zertifizierung bedeutet: Die Trägerschaft weist in Benchmark-Vergleichen eine überdurchschnittlich gute Arbeitsplatzkultur auf, die von Vertrauen, Diversität und Teamgeist geprägt ist.

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© Christina Mair/Globegarden-Presse

Seit mehr als 10 Jahren verändert globegarden die Kinderbetreuungslandschaft in der Schweiz. Seit 2008 richtet sich der größte überregionale Träger von Kindertagesstätten und Kindergärten danach, was gut für die Familie ist – und nicht umgekehrt. Ziel ist es, Kinder stark fürs Leben und fit für die Zukunft zu machen. Für die Eltern macht das Kita-Netzwerk das Leben ein bisschen leichter, indem sie helfen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Die frühkindliche Förderung von Kindern zielt dabei auf die nötige Ausrüstung in Sachen Bildung, Integration und Teilhabe.

Der Träger hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, ein wunderbarer Ort zum Wachsen zu sein, nicht nur für die betreuten Kinder, sondern auch für seine Mitarbeitenden. Daher ging das Schweizer Kita-Netzwerk vor rund einem Jahr einen entschlossenen Schritt weiter, um die Arbeitsplatzkultur seiner international aufgestellten und diversen Teams weiter zu stärken. In Zusammenarbeit mit dem externen Institut Great Place to Work wurde die gelebte Arbeitsplatzkultur durch eine Befragung der Erfahrungen der Mitarbeitenden erhoben, in der die Dimensionen Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Teamgeist und Stolz im Zentrum stehen. Weiter wurde das interne globegarden System, Prozesse und Policies anhand eines Kultur-Audits überprüft.

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© Christina Mair/Globegarden-Presse

Die Ergebnisse sprechen für sich: Die Mitarbeitenden schätzen insbesondere den Teamgeist, Innovation, Diversität und Inklusion sowie die Glaubwürdigkeit und Fähigkeit der Führungsebene und des Managements. Ferner sind die Mitarbeitenden stolz auf das, was gemeinsam geleistet wird. Mit der Great Place to Work™ Zertifizierung werden Erfahrungen der Mitarbeitenden evaluiert, die beschreiben inwiefern eine Organisation einen Arbeitsplatz für alle schafft. Dies beinhaltet die Bewertung der Mitarbeitenden in Abhängigkeit von etwa ihrer Arbeitsrolle, ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft und ihrem Gehaltsstatus. Hier bestätigen 97 Prozent unserer Mitarbeitenden ein ausgeprägtes Maß an Fairness und Diversität.

Die Themen Vielfalt, Inklusion und Diversität sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Programms. In den Kindertagesstätten des Kita-Netzwerkes gibt es verschiedene Hautfarben, Religionen, Geschlechter, Ansichten, Konfektionsgrößen, Geschichten, Hintergründe, Nasen, Ohren, Münder und vieles andere mehr. Kinder brauchen vielfältige und unterschiedliche Vorbilder, um eine offene Weltanschauung zu entwickeln. Eltern und Betreuungsfachpersonen können dabei eine aktive Rolle spielen.

Hier sind 7 Tipps für eine inklusive und vielfältige Erziehung und Betreuung:  

  1. Einheit üben. Keine Unterscheidungen die auf Geschlecht, Alter, Nationalität, Religion oder sexueller Orientierung beruhen. Eltern und pädagogische Fachkräfte werden durch ihr eigenes offenes Verhalten zu Vorbildern für Vielfalt und Akzeptanz.
  2. Auf die eigene Sprache achten. Keine Bemerkungen, die Personen kategorisieren – in allen Bereichen, d.h. auch keine Fragen wie «Hat deine Mama diesen Kuchen gebacken?» oder «Mädchen lieben pink, Jungen lieben blau». Auch wenn dies harmlos erscheint, lässt es Kinder auf die Idee kommen, dass Mädchen Kuchen backen und Jungen keine pinken Pullover tragen sollten, was zu frühen festgefahrenen Weltbildern führen könnte. Als Eltern und Kita-Fachkräfte wäre es vorteilhafter zu fragen «Wer von Deinen Eltern hat denn den Kuchen gebacken?» oder Verschiedenartigkeit zu bejahen und zur Wahl zu stellen «Welche Farbe gefällt Dir?».
  3. Integrierend und freundlich handeln. Manchmal sind wir uns unserer Körpersprache gegenüber anderen nicht bewusst. Zum Beispiel, wenn es um Äußerlichkeiten, Religion, Hautfarbe, Behinderungen, Aussehen generell oder sexuellen Orientierung geht. Indem wir unser Bewusstsein für unser nonverbales Verhalten schärfen und alle gleichbehandeln, zeigen wir unseren Kindern, wie sie andere mit Gleichheit und Freundlichkeit behandeln können.
  4. Multikulturelle Erfahrungen machen. Die ganze Familie soll durch die Teilnahme an Veranstaltungen und alltäglichen Begegnungen kulturelle Erfahrungen sammeln können und so über sich und andere neue Dinge entdecken. Das frühe Zusammentreffen, das Feiern unterschiedlicher Feiertage und Feste sollen das unvoreingenommene Schließen von Freundschaften im Kindesalter fördern, sowie eine Sensibilisierung bewirken.
  5. Intolerantes Verhalten umleiten.Wenn wir erleben, dass ein Kind etwas aburteilt, dann sollten wir darüber sprechen. Denn wo Menschen sind, gibt es auch Unterschiede.
  6. Anderssein bestärken.Die meisten von uns haben sich bestimmt in der ein oder anderen Situation schon einmal irgendwie anders gefühlt. Und jeder von uns kennt sicherlich jemanden, der irgendwie anders war oder ist – ob als Kind oder Erwachsener. In Zeiten in denen Mobbing in vieler Munde ist, ist es wichtig Werte wie Toleranz, Freundschaft und Akzeptanz in Erinnerung zu rufen.
  7. Für Kinder ist es wichtig Vorbilder zu haben, die sie zu multikulturellen Aktivitäten motivieren. Während sich Kinder in vielen verschiedenen Lernumgebungen bei globegarden befinden, haben dennoch Eltern den grössten Einfluss darauf, wie ihre Kinder andere wahrnehmen und ihnen gegenüber handeln. Durch die Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften können kindliche Stereotypen abgebaut werden. Auch die eigene Individualität nehmen Kinder anders wahr. Sie werden sich vielmehr mehr mit Gleichaltrigen verbunden fühlen und die Unterschiede der Menschen mehr akzeptieren.

 

Der globegarden Bildungs-Expertentipp für zu Hause ist das Bilderbuch «Irgendwie Anders» von Kathryn Cave und Chris Ridell, das sich auf wunderbarer Weise dem Thema Vielfalt widmet. Autor: Kathryn Cave, Chris Ridell I Verlag: Oetinger Verlag I Altersempfehlung: 4 bis 6 Jahre I ISBN: 978-3-7891-6352-4



In: Martin R. Textor/Antje Bostelmann (Hrsg.): Das Kita-Handbuch.

https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/qualitaet-und-qualitaetssicherung/qualitaetsfeststellung-qualitaetsmanagement/arbeitsplatzkultur-in-kindertageseinrichtungen-in-der-schweiz/