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Zitiervorschlag

Aktuelle statistische Daten zu Familie und Kinder

 

UNICEF: Kindeswohl auch in reichen Ländern in Gefahr

Selbstmordversuche, mentale Probleme, Übergewicht, aber auch unzureichende schulische Kenntnisse kennzeichnen laut UNICEF das Aufwachsen von viel zu vielen Kindern in wohlhabenden Industrieländern. Dies ist das Ergebnis der neuesten Report-Card des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti. Gleichzeitig warnt UNICEF vor gravierenden Gefahren für das Kindeswohl durch die Covid-19-Pandemie.

Die Niederlande, Dänemark und Norwegen liegen in Bezug auf das Wohlbefinden von Kindern auf den ersten drei Plätzen unter 41 Ländern der OECD und der EU. Deutschland liegt im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld auf Rang 14.

Für den Report „Worlds of Influence: Understanding what shapes child well-being in rich countries“ („Einflusssphären – was das Wohlergehen von Kindern in reichen Ländern prägt“) wurden vergleichbare nationale Daten aus 41 Ländern der OECD und der Europäischen Union zur psychischen und physischen Gesundheit von Kindern sowie zu ihren schulischen und sozialen Kompetenzen und den damit verbundenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ausgewertet.

„Viele der reichsten Länder der Welt, die eigentlich über genügend Ressourcen verfügen, scheitern, wenn es darum geht, allen Kindern eine gute Kindheit zu ermöglichen “, sagt Gunilla Olsson, Direktorin von UNICEF Innocenti. „Wenn Regierungen nicht schnell und entschlossen handeln und der Schutz von Kindern nicht Teil der Reaktion auf die Covid-19-Pandemie ist, müssen wir mit steigenden Armutsraten, einer Verschlechterung mentaler und physischer Gesundheit sowie einer wachsenden Kluft bei der Qualifikation von Kindern rechnen. Die Unterstützung von Kindern und ihren Familien während der Covid-19-Pandemie ist erschreckend unzureichend. Es muss mehr getan werden, um Kindern eine sichere und gute Kindheit zu ermöglichen – jetzt.“

Zentrale Ergebnisse des UNICEF-Reports

  • Mentale Gesundheit: In den meisten untersuchten Ländern geben weniger als 80 Prozent der 15-jährigen Mädchen und Jungen an, zufrieden mit ihrem Leben zu sein. In der Türkei liegt der Anteil am niedrigsten (53%), gefolgt von Japan und Großbritannien. In Deutschland haben der Untersuchung zufolge 75 Prozent der Mädchen und Jungen eine hohe Lebenszufriedenheit. Kinder, die wenig Unterstützung von ihren Familien erhalten oder unter Mobbing leiden, geht es mental signifikant schlechter.
    • Litauen hat die höchste Selbstmordrate unter Jugendlichen – eine der Haupttodesursachen in der Altersgruppe zwischen 15 und 19 Jahren in reichen Ländern, gefolgt von Neuseeland und Estland.
  • Körperliche Gesundheit: Der Anteil der Kinder mit Fettleibigkeit (Adipositas) und Übergewicht ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Etwa eines von drei Kindern in den untersuchten Ländern ist entweder adipös oder übergewichtig. Die Raten wachsen besonders stark in Südeuropa. In Deutschland liegt der Anteil bei 27%. In mehr als einem Viertel der reichen Länder liegt die Kindersterblichkeit bei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren bei eins pro 1.000. In Deutschland ist der Anteil 0,72 pro 1.000.
  • Soziale und intellektuelle Kompetenzen: Ungefähr 40% aller Kinder in EU-und OECD-Ländern verfügen mit 15 Jahren nicht über grundlegende Fähigkeiten im Lesen und Rechnen. Kinder in Bulgarien, Rumänien und Chile schneiden hier im Vergleich am schlechtesten ab, am besten dagegen die Mädchen und Jungen in Estland, Irland und Finnland.
    • In den meisten Ländern hat eines von fünf Kindern nur wenig Vertrauen in seine soziale Fähigkeit, neue Freunde zu finden. Kinder in Chile, Japan und Island sind in dieser Hinsicht am wenigsten zuversichtlich. In Deutschland sagen lediglich 72 Prozent der Mädchen und Jungen, dass es ihnen leicht fällt, schnell Freundschaft zu schließen.

Der UNICEF-Report zeigt aber auch erkennbare Fortschritte für Kinder. Im Durchschnitt besuchen 95 Prozent aller Kinder im Vorschulalter organisierte Förderangebote. Die Zahl der jungen Menschen, die weder zur Schule gehen, noch eine Ausbildung machen oder an einem Trainingsprogramm teilnehmen, ist in 30 von 37 Ländern gesunken. Diese wichtigen Fortschritte sieht UNICEF allerdings durch Covid-19 in Gefahr. Der Bericht stuft die Länder auch mit Blick auf ihre politischen Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens von Kindern, ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situation sowie der Umweltbedingungen ein. Norwegen, Island und Finnland weisen dabei die besten Bedingungen auf, gefolgt von Deutschland. Die Türkei, Mexiko und Griechenland schneiden hier am schlechtesten ab.

Belastungen durch Covid-19 für Kinder katastrophal

Aufgrund der Covid-19-Pandemie haben die meisten untersuchten Länder Schulen für mehr als 100 Tage geschlossen und strikte Ausgangsbeschränkungen umgesetzt. UNICEF hebt hier die enormen Belastungen für Kinder durch die Pandemie hervor. Dazu zählen: der Verlust von Angehörigen und Freunden, Angst, Ausgangsbeschränkungen, fehlende Unterstützung, Schulschließungen, das Ausbalancieren von Arbeit und Privatleben in den Familien, unzureichender Zugang zu Gesundheitsmaßnahmen sowie Einkommens- und Jobverluste. Diese Belastungen können Kindern enormen Schaden zufügen; sie gefährden ihre mentale und körperliche Gesundheit und Entwicklung.

Bereits vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie lag die durchschnittliche relative Armutsrate (60 Prozent des nationalen Medianeinkommens) bei Kindern in EU- und OECD-Ländern bei 20 Prozent; in Deutschland lag sie im Jahr 2018 bei 14,5 Prozent. Mit dem erwarteten starken Rückgang der Wirtschaftsleistung in den nächsten zwei Jahren in fast allen untersuchten Ländern wird ohne schnelle Gegenmaßnahmen der Regierungen die Kinderarmut steigen.

„Wenn die Folgen der Pandemie immer stärker auf Wirtschaft, Bildung und Zusammenleben durchschlagen, werden diese ohne konzertierte Gegenmaßnahmen verheerende Auswirkungen für das Wohlergehen der heutigen Kinder, ihrer Familien und der Gesellschaften, in denen sie leben, haben“, sagt Gunilla Olsson, Direktorin des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti. „Aber diese Risiken müssen nicht Realität werden, wenn Regierungen entschlossen aktiv werden, um das Wohlergehen der Kinder zu schützen.“

Quelle: Pressemitteilung von UNICEF Deutschland vom 03.09.2020 (gekürzt)

 

In 35 % der überschuldeten Haushalte lebte 2019 mindestens ein Kind

Über ein Drittel (35%) der überschuldeten Personen, die im Jahr 2019 die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch nahmen, lebten mit mindestens einem unterhaltspflichtigen Kind im eigenen Haushalt. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2019 anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 25. bis 29. Mai 2020 unter dem diesjährigen Motto „Chancenlose Kinder? Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ mit. Weitere knapp 10% dieser Überschuldeten hatten mindestens ein Kind, das außerhalb des eigenen Haushalts wohnte.

Insgesamt haben 2019 über 580.000 Personen aufgrund von finanziellen Problemen die Hilfe von Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Anspruch genommen.

Hauptauslöser der Überschuldung war für jede(n) fünfte(n) Schuldnerin oder Schuldner (20%) im Jahr 2019 der Verlust des Arbeitsplatzes. Dies ist damit der meistgenannte Überschuldungsauslöser und zwar unabhängig davon, ob die beratene Person Kinder hat oder nicht.

Einer der größten Unterschiede zwischen den Beratenen mit und ohne Kinder lag beim Hauptauslöser „Trennung/Scheidung/Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin“ vor: Insgesamt 17% aller Überschuldeten mit Kindern gerieten im Jahr 2019 aus diesem Grund in die Überschuldung, wohingegen dies nur für 9% der Ratsuchenden ohne Kinder der Fall war.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 181 des Statistischen Bundesamtes vom 25.05.2020 (gekürzt und ohne Tabellen)

 

Erwerbsbeteiligung von Müttern zwischen 2008 und 2018 bundesweit gestiegen

Wegen des stark eingeschränkten Schulbetriebs aufgrund der Corona-Pandemie müssen die meisten Eltern schulpflichtiger Kinder weiterhin einen Spagat zwischen Kinderbetreuung und Berufsalltag vollführen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Muttertag am 10. Mai 2020 mitteilt, ist der Anteil der Mütter, die in einer Partnerschaft und mindestens einem Kind ab 6 bis unter 18 Jahren zusammenleben und zugleich erwerbstätig sind, zwischen 2008 und 2018 von gut zwei Dritteln (69%) auf mehr als drei Viertel (78%) gestiegen.

Knapp ein Viertel (23%) der Mütter in Paarfamilien mit Kindern von 6 bis unter 18 Jahren waren im Jahr 2018 vollzeiterwerbstätig (2008: 18%). Die Tendenz zur höheren Erwerbsbeteiligung von Müttern in Paarfamilien ist nicht in allen Bundesländern gleich: In Sachsen-Anhalt arbeitet mittlerweile die Hälfte der Mütter in Vollzeit (2018: 50%, 2008: 40%), während der Anteil in Bremen bei 15% liegt. Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, in dem die Vollzeit-Erwerbsbeteiligung zwischen 2008 und 2018 gesunken ist (von 41% auf 39%), wenngleich der Anteil der vollzeiterwerbstätigen Mütter dort noch immer wesentlich höher ist als in den westdeutschen Bundesländern.

Erwerbstätige Mütter arbeiten überwiegend in Teilzeit

Mehr als die Hälfte (55%) der Mütter in Paarfamilien mit Kindern ab 6 bis unter 18 Jahren arbeitete 2018 allerdings in Teilzeit (2008: 51%). In Baden-Württemberg (62%), Bayern (61%) und Rheinland-Pfalz (59%) waren die Anteile der teilzeiterwerbstätigen Mütter am höchsten, während die Anteile in Sachsen-Anhalt (35%), Berlin (37%) und Brandenburg (39%) am geringsten ausfielen. Nur in Sachsen-Anhalt und Brandenburg lagen die Anteile der vollzeiterwerbstätigen Mütter höher als die Anteile der Mütter in Teilzeiterwerbstätigkeit.

Quelle: Pressemitteilung Nr. N 023 des Statistischen Bundesamtes vom 07.05.2020 (gekürzt, ohne Tabellen)

 

Fast 700.000 Alleinerziehende mit Kindern unter 13 Jahren im Jahr 2018 erwerbstätig

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, haben mittlerweile fast alle Bundesländer die Kitas und Schulen geschlossen. Viele Familien müssen nun kurzfristig die Kinderbetreuung organisieren. Für erwerbstätige Eltern und insbesondere für Alleinerziehende ist dies eine Herausforderung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren in Deutschland im Jahr 2018 rund 692.000 Alleinerziehende mit Kindern unter 13 Jahren erwerbstätig, davon 292.000 in Vollzeit und 400.000 in Teilzeit. 90% der erwerbstätigen Alleinerziehenden mit Kindern unter 13 Jahren waren Frauen (620.000).

Insgesamt lebten rund 1,3 Millionen Kinder unter 13 Jahren mit nur einem Elternteil zusammen. Doch auch auf Familien, in denen beide Elternteile erwerbstätig sind, können Betreuungsengpässe zukommen. Dies traf 2018 auf gut 3,5 Millionen beziehungsweise zwei Drittel (68%) der Paarfamilien mit Kindern unter 13 Jahren zu.

Zum Schuljahr 2019/2020 gab es in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen gut 2,9 Millionen Grundschulkinder. In Kindertageseinrichtungen wurden zum Stichtag 1. März 2019 deutschlandweit knapp 3,7 Millionen Kinder betreut.

Quelle: Pressemitteilung Nr. N 012 des Statistischen Bundesamtes vom 17.03.2020

 

In 35% der Paarfamilien mit Kind unter 3 Jahren arbeiteten 2018 beide Eltern. Aber: Bei 54% der Elternpaare war der Vater Alleinverdiener

In immer mehr Familien mit kleinem Kind arbeiten beide Elternteile: Im Jahr 2018 waren in 35% der Paarfamilien mit einem Kind unter 3 Jahren beide Eltern erwerbstätig. 2008 waren es noch 29% gewesen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hängt die Erwerbsbeteiligung der Eltern stark vom Alter des jüngsten Kindes ab. Mit einem Kind unter 1 Jahr arbeiteten 2018 in gut 7% der Fälle Vater und Mutter. War das Kind 2 Jahre alt, gingen bereits in 60% der Familien beide Elternteile einer Arbeit nach.

Mit einem jüngsten Kind dieses Alters ergeben sich im Zeitvergleich auch die stärksten Zuwachsraten: 2008 waren nur in gut 44% der Paarfamilien mit zweijährigem Kind beide Eltern erwerbstätig.

Bei zwei erwerbstätigen Eltern herrscht Modell „Vater in Vollzeit, Mutter in Teilzeit“ vor

Paarfamilien mit zwei erwerbstätigen Elternteilen wählten am häufigsten ein Modell, bei dem der Vater in Vollzeit und die Mutter in Teilzeit arbeiten. 24% der Paare mit einem Kind unter 3 Jahren entschieden sich 2018 dafür. Mit zunehmenden Alter des jüngsten Kindes gewinnt diese Erwerbsaufteilung an Bedeutung: Mit einem Kind unter 1 Jahr arbeiteten nur 4% der Paare nach der Aufteilung „Vater in Vollzeit, Mutter in Teilzeit“. Mit einem 2 Jahre alten Kind waren es bereits 42%. Dagegen waren in nur 9% der Paarfamilien mit einem Kind unter 3 Jahren beide Eltern vollzeiterwerbstätig (mit jüngstem Kind unter 1 Jahr: 3%; mit jüngstem Kind unter 2 Jahren: 6%).

In Ostdeutschland sind häufiger beide Eltern vollzeiterwerbstätig

Bei der Erwerbsbeteiligung der Elternteile gibt es nach wie vor große Unterschiede zwischen West und Ost. In den westdeutschen Bundesländern teilte sich 2018 jedes vierte Elternpaar (25%) mit einem Kind unter 3 Jahren die Erwerbsarbeit so auf, dass der Vater vollzeit-, die Mutter teilzeitbeschäftigt war. In Ostdeutschland wählte nur jedes fünfte Paar (20%) dieses Modell. Im Osten ist dagegen die Vollzeitbeschäftigung beider Eltern mit 19% erheblich verbreiteter als im Westen mit nur 7%.

Auch wenn es in den vergangenen zehn Jahren Zuwächse hinsichtlich der Erwerbstätigkeit beider Eltern mit einem Kind unter 3 Jahren gegeben hat, gab es in mehr als der Hälfte der Elternpaare einen männlichen Alleinverdiener (54%). Am häufigsten waren Väter in der Alleinverdiener-Rolle, wenn Kinder unter 1 Jahr in der Familie lebten (78%). Mit zunehmendem Alter des jüngsten Kindes nimmt auch die Erwerbstätigkeit beider Elternteile zu. Wenn das jüngste Kind ein Alter von 2 Jahren erreicht hat, war der Vater nur noch in 31% der Fälle der alleinige Erwerbstätige. In Westdeutschland war das Alleinverdiener-Modell in dieser Altersgruppe der Kinder allerdings wesentlich stärker verbreitet. Der Anteil in den Familien mit einem jüngsten Kind im Alter von 2 Jahren lag 2018 in Westdeutschland bei 34%, in Ostdeutschland bei 18%.

Die Ergebnisse basieren auf dem Mikrozensus, Personen werden im Alter von 15 bis 64 Jahren nach dem Konzept der realisierten Erwerbstätigkeit betrachtet, bei der Mütter und Väter in Mutterschutz beziehungsweise Elternzeit zu den Nichterwerbstätigen gezählt werden. Paare fassen grundsätzlich sowohl gemischtgeschlechtliche Ehepaare als auch gemischtgeschlechtliche Lebensgemeinschaften zusammen. In die vorliegenden Ergebnisse sind gleichgeschlechtliche Elternpaare nicht einbezogen.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 473 des Statistischen Bundesamtes vom 11.12.2019

 

Jede fünfte Frau zwischen 45 und 49 Jahren war 2018 kinderlos

Immer mehr Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind im vierten Lebensjahrzehnt. 2018 waren die Mütter von 48% der insgesamt 366.000 Erstgeborenen zwischen 30 und 39 Jahren alt. Bei 3% der ersten Kinder war die Mutter älter als 39 Jahre. Das Durchschnittsalter der Frauen bei der ersten Geburt betrug 30 Jahre. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus weiter mitteilt, bleibt etwa ein Fünftel aller Frauen eines Jahrgangs am Ende der als gebärfähige Phase geltenden Altersspanne zwischen 15 und 49 Jahren ohne leibliches Kind.

Die sogenannte endgültige Kinderlosenquote (Anteil der kinderlosen Frauen an allen Frauen zwischen 45 und 49 Jahren) stieg zwischen 2008 und 2018 von 17% auf 21%. Die ersten Geburten der Frauen ab 50 Jahren – 2018 waren es 67 Babys – haben keinen Einfluss auf die endgültige Kinderlosenquote.

Beträchtliche regionale Unterschiede in der Kinderlosigkeit

In den ostdeutschen Flächenländern bleiben die Frauen immer noch deutlich seltener kinderlos als im Westen Deutschlands. Zwischen 2008 und 2018 hat sich allerdings die endgültige Kinderlosenquote in ostdeutschen Flächenländern von durchschnittlich 7% auf 15% mehr als verdoppelt. In den westlichen Flächenländern (2018: 22%) und in den Stadtstaaten (2018: 28%) nahm sie im gleichen Zeitraum um 4 Prozentpunkte zu. Damit haben sich die Unterschiede zwischen den Bundesländern zwar reduziert, sie sind aber immer noch beträchtlich.

Im Jahr 2018 variierte die Kinderlosenquote im Alter von 45 bis 49 Jahren zwischen 13% in Thüringen und 31% in Hamburg. In Berlin betrug sie 27% und in Bremen als drittem Stadtstaat 25%. In den westlichen Flächenländern war die Quote mit 21% bis 22% relativ homogen. Lediglich die Länder Rheinland-Pfalz (25%) und Saarland (19%) bildeten Ausnahmen. Bei den ostdeutschen Frauen war die Quote mit 16% in Brandenburg am höchsten.

Rückgang der Kinderlosenquote bei Akademikerinnen

Frauen mit akademischem Bildungsabschluss (Bachelor, Master, Diplom, Promotion) sind besonders oft kinderlos. Allerdings sank die endgültige Kinderlosenquote bei den Akademikerinnen zwischen 2008 und 2018 von etwa 28% auf 26%. Insbesondere in den Stadtstaaten war die Quote der 45- bis 49-jährigen Akademikerinnen ohne eigene Kinder im Jahr 2018 mit 33% geringer als bei den 45- bis 49-Jährigen des Jahres 2008 (38%). Auch bei den Frauen in den westlichen Flächenländern sank die Quote von 30% auf 26%.

Anders war die Entwicklung in den ostdeutschen Flächenländern. Die Kinderlosigkeit ist hier auch bei den Akademikerinnen deutlich geringer als im Westen Deutschlands. Die Quote nimmt aber kontinuierlich zu. Zwischen 2008 und 2018 stieg die endgültige Kinderlosenquote der ostdeutschen Akademikerinnen von etwa 12% auf 17%.

Bei den Frauen mit einem beruflichen nicht-akademischen Bildungsabschluss (zum Beispiel duale Ausbildung, Meisterin- oder Technikerin-Ausbildung) nahm in Deutschland die Kinderlosenquote zwischen 2008 und 2018 von 18% auf 21% zu. In den Stadtstaaten war sie 2018 mit 30% und in den ostdeutschen Flächenländern mit 15% etwas niedriger als bei den Akademikerinnen. In den westlichen Flächenländern betrug sie 22%.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 475 des Statistischen Bundesamtes vom 11.12.2019

 

Fakten über Paul und Marie, zwei von 10,5 Millionen Kindern in Deutschland

Ende 2018 lebten in Deutschland rund 10,5 Millionen Kinder unter 14 Jahren. Anlässlich des Weltkindertages am 20. September beleuchtet das Statistische Bundesamt (Destatis) das durchschnittliche Leben eines Kindes in Deutschland bis zum Schuleintritt.

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 787.500 Kinder geboren. Der beliebteste Name für neugeborene Jungen war Paul. Neugeborene Mädchen trugen im Jahr 2018 am häufigsten den Namen Marie (Quelle: Gesellschaft für Deutsche Sprache). Die beiden haben gute Chancen auf einen Geburtstag im Sommer. Nach Monaten betrachtet kamen sowohl die meisten Jungen als auch die meisten Mädchen im Juli zur Welt.

Unter den rund 10,5 Millionen Kindern unter 14 Jahren sind 5,4 Millionen potenzielle Spielgefährten und 5,1 Millionen mögliche Spielgefährtinnen  von Paul und Marie. Dies spiegelt das Verhältnis von Jungen zu Mädchen zum Zeitpunkt der Geburt wider: Von 100 neugeborenen Kindern sind statistisch gesehen etwa 51 Jungen und 49 Mädchen.

Paul und Marie leben wahrscheinlich in Nordrhein-Westfalen – und mit ihnen rund 1,2 Millionen Jungen und 1,1 Millionen Mädchen. Beide Kinder wachsen vermutlich bei ihren verheirateten Eltern im Haushalt auf, denn in rund 5,6 Millionen von 8,0 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern sind die Partnerinnen und Partner verheiratet; diese Gruppe stellt mit 70% den größten Anteil.

Bis zum Alter von zwei Jahren werden Paul und Marie vermutlich durch ihre Eltern betreut, wie insgesamt zwei Drittel aller Kinder dieses Alters. Vom dritten Lebensjahr an bis zum Schuleintritt sind die meisten Kinder in einer Kindertagesbetreuung: Die Betreuungsquote der Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren beträgt 93%.

Wenn sie sechs Jahre alt sind, wohnen Paul und Marie wahrscheinlich mit einem Bruder oder einer Schwester zusammen. Vier von fünf Kindern in diesem Alter leben mit mindestens einem Geschwisterkind in der Familie.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 363 des Statistischen Bundesamtes vom 18.09.2019

 

48% der Bevölkerung lebten 2017 in Familien

48% aller Personen in Deutschland lebten im Jahr 2017 in einer Familie, also in einer Eltern-Kind-Gemeinschaft im gemeinsamen Haushalt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tags der Familie mitteilt, lebten 84% in Familien mit zwei Elternteilen und 16% als Familienmitglieder in Alleinerziehenden-Familien.

Zwanzig Jahre zuvor, im Jahr 1997 lebten noch 56% aller Personen in Familien, davon 88% in Familien mit zwei und 12% in Familien mit nur einem Elternteil. Als Familien werden hier Eltern-Kind-Gemeinschaften gezählt, in denen Kinder ohne Altersbeschränkung leben. Es werden ausschließlich Personen in Privathaushalten betrachtet.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 20 des Statistischen Bundesamtes vom 14.05.2019

 

Geburtenziffer 2017 leicht gesunken

Die Zahl der geborenen Kinder war im Jahr 2017 mit rund 785.000 Babys um etwa 7.000 niedriger als im Jahr 2016. Dieser Rückgang geht auf die leicht gesunkene durchschnittliche Kinderzahl je Frau zurück. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, betrug im Jahr 2017 die zusammengefasste Geburtenziffer 1,57 Kinder je Frau. Im Jahr zuvor hatte sie den Wert von 1,59 erreicht.

Die zusammengefasste Geburtenziffer wird zur Beschreibung des aktuellen Geburtenverhaltens herangezogen. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr. Alle Angaben beziehen sich auf lebend geborene Kinder.

Bei den Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit lag 2017 die Geburtenziffer mit 1,45 Kindern je Frau nur leicht unter dem Niveau von 2016 (1,46 Kinder je Frau). Bei den Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sank sie von 2,28 auf 2,15 Kinder je Frau.

In den ostdeutschen Bundesländern (ohne Berlin) war 2017 die zusammengefasste Geburtenziffer mit 1,61 Kindern je Frau höher als im Westen Deutschlands (ohne Berlin) mit 1,58. Das Land mit der höchsten zusammengefassten Geburtenziffer von 1,64 Kindern je Frau war Brandenburg. Die niedrigste Geburtenziffer von 1,48 Kindern je Frau wies Berlin auf.

Das durchschnittliche Alter der Mütter bei Geburt des Kindes war 2017 mit 31 Jahren und 2 Monaten um zwei Monate höher als im Jahr 2016. Mütter waren beim ersten Kind 2017 durchschnittlich 29 Jahre und 10 Monate alt. Beim zweiten Kind waren die Mütter knapp 32 Jahre alt, beim dritten Kind knapp 33 Jahre. Nach wie vor sind die Mütter bei Geburt ihres Kindes in den ostdeutschen Bundesländern jünger als im Westen Deutschlands. Beim ersten Kind betrug der Altersunterschied 11 Monate (knapp 29 Jahre in Ostdeutschland gegenüber knapp 30 Jahre in Westdeutschland).

Die Frage nach der Zahl der Kinder, die Frauen im Laufe ihres Lebens tatsächlich bekommen haben, kann für Frauenjahrgänge beantwortet werden, die das Ende des gebärfähigen Alters erreicht haben, das statistisch mit 49 Jahren angesetzt wird. Im Jahr 2017 haben die Frauen des Jahrgangs 1968 das Ende der gebärfähigen Phase erreicht. Dieser Jahrgang hat bisher mit durchschnittlich 1,49 Kindern je Frau die geringste bisher gemessene Kinderzahl zur Welt gebracht. Bei Frauen der folgenden jüngeren Jahrgänge bis voraussichtlich Ende der 1970er Jahre wird die endgültige durchschnittliche Kinderzahl höher als beim Jahrgang 1968 sein. Bei diesen Jahrgängen ist das Ende der gebärfähigen Phase noch nicht erreicht. Dennoch ist bei ihnen die bereits erreichte Kinderzahl je Frau zum Teil schon jetzt höher als beim Jahrgang 1968 beziehungsweise ist es aufgrund der bisherigen Entwicklung absehbar, dass sie höher ausfallen wird.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 420 des Statistischen Bundesamtes vom 31.10.2018 (ohne Tabelle)

 

Zum Tag der deutschen Einheit: Fakten zur Lebenssituation

In Deutschland lebten 2017 insgesamt rund 82,8 Millionen Menschen. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Tags der deutschen Einheit am 3. Oktober weiter mitteilt, wohnten davon 16,2 Millionen Personen (19,5%) in den neuen Ländern und Berlin, 66,6 Millionen Personen (80,5%) wohnten im früheren Bundesgebiet. 1990 hatte das vereinigte Deutschland mit 79,8 Millionen rund 3 Millionen weniger Einwohnerinnen und Einwohner. In Westdeutschland lebten 2017 rund 5 Millionen Menschen mehr als zur Zeit der Wende (+8,2%). Dagegen ist die Einwohnerzahl in Ostdeutschland und Berlin im Vergleich zu 1990 um rund 2 Millionen (-11,0%) zurückgegangen.

Die meisten Kinder in Ost und West wachsen mit verheirateten Eltern auf. Aber in fast jeder fünften Familie mit mindestens einem minderjährigen Kind (19%) war im Jahr 2017 die Mutter oder der Vater alleinerziehend. Im Osten lag der Anteil von Alleinerziehenden an allen Familien bei 24,9%, im Westen bei 17,5%. In Berlin war der Alleinerziehenden-Anteil mit 27,6% am höchsten, gefolgt von Sachsen-Anhalt (25,6%) und Mecklenburg-Vorpommern (25,5%). Am niedrigsten war er in Baden-Württemberg (15,3%), Bayern (16,2%) und Rheinland-Pfalz (16,8%).

Wenn es darum geht, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen, sind Angebote zur Kinderbetreuung von großer Bedeutung. Zum Stichtag 1.3.2017 wurde jedes dritte Kind unter 3 Jahren (33,1%) in einer Kindertageseinrichtung oder in Kindertagespflege betreut. Im früheren Bundesgebiet betrug die Betreuungsquote für diese Altersgruppe 28,8%, in den neuen Ländern und Berlin 51,3%. Auf Platz 1 lag Sachsen-Anhalt mit einer Betreuungsquote von 56,9%, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (56,0%) und Brandenburg (55,8%). Die niedrigsten Betreuungsquoten hatten Nordrhein-Westfalen (26,3%), Bremen (26,4%) und Bayern (27,4%). Kaum regionale Unterschiede gab es hingegen bei der Betreuungsquote der 3- bis 5-Jährigen: Diese lag im früheren Bundesgebiet bei 93,0%, in den neuen Ländern und Berlin bei 94,8%.

Zur Lebenssituation der Menschen in Deutschland gehört auch, wie viel Geld sie für ihr alltägliches Leben aufwenden. Die durchschnittlichen Konsumausgaben der privaten Haushalte im Osten (2.078 Euro) lagen 2016 bei rund 80% des Westniveaus (2.587 Euro). Dies sind Ergebnisse der Laufenden Wirtschaftsrechnungen. Trotz der Niveauunterschiede sind die Konsummuster in den beiden Landesteilen nahezu identisch: Für die Grundbedürfnisse wie Wohnen, Essen und Bekleidung verwendeten die privaten Haushalte durchschnittlich etwa die Hälfte ihrer gesamten Konsumausgaben (53,6% in West, 53,3% in Ost).

Quelle: Pressemitteilung Nr. 376 des Statistischen Bundesamtes vom 01.10.2018

 

Mehr als die Hälfte der nicht-erwerbstätigen alleinerziehenden Mütter wünscht sich Arbeit

27% der alleinerziehenden Mütter mit mindestens einem minderjährigen Kind waren 2017 ohne eine Beschäftigung. Mehr als die Hälfte (55%) dieser nicht-erwerbstätigen alleinerziehenden Mütter war allerdings an der Aufnahme einer Arbeit interessiert. Familiäre oder persönliche Gründe wurden von ihnen am häufigsten als Hinderungsgrund angegeben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) im Rahmen einer Pressekonferenz zu Alleinerziehenden in Deutschland weiter mitteilt, hatten im Vergleich dazu in einer Partnerschaft lebende nicht-erwerbstätige Mütter deutlich seltener den Wunsch, eine Arbeit aufzunehmen (29%).

Die finanzielle Situation von Alleinerziehenden ist immer wieder Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Dazu sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis): "Alleinerziehende und ihre Kinder sind überdurchschnittlich häufig armutsgefährdet. Finanziell stehen sie nach wie vor oftmals schlechter da als Menschen, die in anderen Familienformen leben. Für sie sind deshalb familienpolitische Maßnahmen eine besonders wichtige Unterstützung." Die Armutsgefährdungsquote für Personen in Alleinerziehenden-Haushalten lag 2016 bei 33% (Bevölkerungsdurchschnitt: 16%). Darüber hinaus hatten knapp zwei Drittel der Personen in Alleinerziehenden-Haushalten (63%) nicht die finanziellen Mittel, unerwartete Ausgaben von knapp 1.000 Euro zu bestreiten (Bevölkerungsdurchschnitt: 30%).

Im Jahr 2017 gab es insgesamt 8,2 Millionen Familien, in denen mindestens ein minderjähriges Kind lebte. Das waren 1,2 Millionen Familien weniger als noch vor 20 Jahren. Dagegen stieg die Zahl der Alleinerziehenden in diesem Zeitraum um 200.000 auf gut 1,5 Millionen Familien. Damit hatte knapp jede fünfte Familie mit mindestens einem minderjährigen Kind (19%) im Jahr 2017 eine alleinerziehende Mutter oder einen alleinerziehenden Vater. Mit einem Anteil von 70% bestand die große Mehrheit der Familien jedoch nach wie vor aus Ehepaaren mit Kindern.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 285 des Statistischen Bundesamtes vom 02.08.2018

 

12% der Familien haben drei und mehr Kinder

In 12% der Familien in Deutschland lebten im Jahr 2016 mindestens drei Kinder. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tags der Familie auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mit. Ehepaare lebten mit 14% etwa doppelt so oft mit drei und mehr Kindern im gemeinsamen Haushalt wie Lebensgemeinschaften (8%) und Alleinerziehende (7%).

Sehr große Familien sind in Deutschland selten anzutreffen. Im Jahr 2016 wurden 9.000 Familien mit sieben und mehr Kindern gezählt, das entspricht einem Anteil von weniger als 0,1% an allen Familien mit Kindern.

Zu Kindern zählen hier auch volljährige ledige Personen ohne Partner, die mit ihren Eltern im gemeinsamen Haushalt leben.

Quelle: Zahl der Woche des Statistischen Bundesamtes vom 15.05.2018

 

2,4% der Erstgeborenen im Jahr 2016 hatten eine Mutter ab 40 Jahren - Anteil lag im EU-Durchschnitt bei 3,2%

In Deutschland hatten im Jahr 2016 rund 2,4% der Erstgeborenen eine Mutter, die zum Zeitpunkt der Geburt mindestens 40 Jahre alt war. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Muttertages weiter mitteilt, ist der Anteil gegenüber 2010 (2,5%) relativ stabil. Die Zahl der erstgeborenen Kinder mit einer Mutter ab 40 Jahren erhöhte sich zwischen 2010 und 2016 von rund 8.500 auf rund 9.200.

In elf EU-Staaten war der Anteil der Erstgeborenen von Müttern im höheren gebärfähigen Alter größer als in Deutschland. Nach Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat hatten 2016 in Italien bereits 7,2% der Erstgeborenen eine Mutter ab 40 Jahren. In Spanien waren es 6,6% und in Griechenland 5,3%. Am geringsten war der Anteil in Litauen mit 1,0%. Der EU-Durchschnitt lag bei 3,2%. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 165 des Statistischen Bundesamtes vom 11.05.2018

 

Die Mehrheit der Kinder wächst mit Geschwistern auf

Im Jahr 2016 lebten 81% der zehnjährigen Kinder in Deutschland mit Geschwistern zusammen in einem Haushalt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Tages der Geschwister am 10. April 2018 mitteilt, wächst damit ein Großteil der Kinder mit mindestens einer Schwester oder einem Bruder auf.

In einem Vergleich gegenüber 2006 blieb der Wert nahezu unverändert. Vor zehn Jahren lebten 82% der zehnjährigen Kinder mit Geschwistern zusammen.

Unterschiede zeigen sind hingegen zwischen Ost- und Westdeutschland. Während 2016 im Osten nur 75% der zehnjährigen Kinder mit Bruder oder Schwester zusammenlebten, betrug der Anteil der Kinder dieses Alters mit Geschwistern im Westen 82%.

Unterschiede gibt es auch zwischen großen und kleinen Gemeinden. Während in kleinen Gemeinden bis 5.000 Einwohner 83% der zehnjährigen Kinder mit Geschwistern lebten, lag dieser Wert in Gemeinden ab 500.000 Einwohnern bei 78%.

Die Ergebnisse basieren auf dem Mikrozensus, für den jährlich 1% der Haushalte befragt wird. Hierbei werden ausschließlich in einem gemeinsamen Haushalt lebende Personen befragt, über den Haushalt hinaus bestehende familiäre Verbindungen werden dabei nicht betrachtet. Über das Aufwachsen mit Geschwistern liefern die Lebensumstände von zehnjährigen Kindern daher gute Hinweise, weil jüngere Geschwister in der Regel bereits geboren sind und auch ältere überwiegend noch im elterlichen Haushalt leben.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 128 des Statistischen Bundesamtes vom 09.04.2018

 

52% der Erwachsenen leben in einer Ehe

52% der volljährigen Personen in Deutschland lebten im Jahr 2016 mit ihrem Ehepartner oder ihrer Ehepartnerin in einem gemeinsamen Haushalt. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Valentinstages auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mit. Männer ab 18 Jahren lebten zu 53% in einer Ehe, Frauen zu 51%.

Je nach Alter ergeben sich dabei zum Teil deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. In der Altersgruppe von 18 bis unter 35 Jahren waren Frauen bereits häufiger verheiratet: 26% der Frauen gegenüber 16% der Männer lebten mit Ehepartner oder -partnerin zusammen. Im Alter von 35 bis unter 65 Jahren galt dies für 62% der Männer und 64% der Frauen. In dieser Altersspanne gab es also kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Anders bei Personen im höheren Alter: Ab dem 65. Lebensjahr lebten 47% der Frauen in einer Ehe, auf Männer trifft dies für 74% zu. Der wichtigste Grund hierfür ist die höhere Lebenserwartung der Frauen.

Quelle: Zahl der Woche des Statistischen Bundesamtes vom 13.02.2018

 

Viele Familien ärmer als bislang gedacht

Die Einkommenssituation von vielen Familien und insbesondere Alleinerziehenden ist schlechter als bislang gedacht. In einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum jetzt erstmals für Deutschland ermittelt, welche zusätzlichen Kosten durch Kinder je nach Familientyp und Einkommensniveau entstehen. Dabei wird klar: je geringer das Familieneinkommen ist, desto schwerer wiegt die finanzielle Belastung durch jedes weitere Haushaltsmitglied.

Um die Einkommenssituation von verschiedenen Familientypen vergleichen zu können, wurden bisher die zusätzlichen Ausgaben für Kinder gemäß der OECD-Skala pauschal mit sogenannten Äquivalenzgewichten geschätzt. Bezugsgröße dabei sind die Ausgaben für einen alleinlebenden Erwachsenen. Ein zusätzliches Kind unter 14 Jahren erhält ein Gewicht von 0,3, eine zusätzliche Person über 14 Jahren von 0,5. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse machen jedoch deutlich, dass starre Skalen nicht angemessen sind. In der Studie wurden deswegen einkommensabhängige Äquivalenzgewichte berechnet, die einen realistischeren Blick auf die Einkommenssituation von Familien ermöglichen. Sie zeigen, dass die Anwendung der OECD-Skala die Einkommen armer Haushalte systematisch über- und jene reicher Haushalte unterschätzt. Denn für ärmere Familien ist die finanzielle Belastung durch Kinder im Verhältnis größer als für wohlhabende Familien. Für Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, ist deshalb klar: "Wir können Armut nur erfolgreich bekämpfen, wenn wir sie realistisch betrachten können."

Kinderlose sind im Durchschnitt besser gestellt als Familien

Die Untersuchung zeigt ebenfalls, dass von 1992 bis 2015 Paare mit Kindern oder Alleinerziehende im Durchschnitt finanziell stets schlechter gestellt waren als kinderlose Paare. "Mit jedem zusätzlichen Kind wird die finanzielle Lage von Familien schwieriger. Kinder sind leider ein Armutsrisiko in Deutschland", so Dräger. Zudem ist die Einkommensschere zwischen wohlhabenden und armen Familien in diesem Zeitraum weiter aufgegangen. Seit den 90er Jahren ist es nur jenen Familien gelungen, ihre Einkommenssituation zu halten oder zu verbessern, die ihren Erwerbsumfang ausweiten konnten - in der Regel durch eine umfänglichere Erwerbstätigkeit von Frauen. Entscheidend hierfür war der Ausbau der Kindertagesbetreuung. Kindergelderhöhungen hingegen haben die Einkommenssituation von Familien mit Kindern nicht nachhaltig verbessert. Diese Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, allerdings sind die Effekte - gemessen mit der neuen Methode - stärker als bislang gedacht. Darüber hinaus ergeben sich im Detail relevante Unterschiede.

Familien stärker von Armut betroffen als gedacht

So zeigt sich, dass die Armutsrisikoquote von Paarfamilien nach der neuen Berechnung knapp drei Prozentpunkte über den bisher ermittelten Werten liegt: nach neuer Berechnung sind 13 Prozent der Paare mit einem Kind armutsgefährdet, 16 Prozent jener mit zwei und 18 Prozent solcher mit drei Kindern. Besonders drastisch ist die Situation für Alleinerziehende. Lag deren Armutsrisikoquote nach früheren Berechnungen bei 46 Prozent - und damit schon sehr hoch -, sind es auf Basis der neuen Methode 68 Prozent. Gerade bei Alleinerziehenden führt die Anwendung der starren, einkommensunabhängigen OECD-Skala dazu, dass die zusätzlichen Ausgaben für ein Kind im Haushalt deutlich unterschätzt werden. Während beispielsweise ein Haushalt mit zwei Erwachsenen mit einem Schlaf- und einem Wohnzimmer auskommen kann, brauchen Alleinerziehende zusätzlich ein Kinderzimmer. Zudem fallen bei niedrigeren Einkommen die kinderspezifischen Ausgaben (etwa für Windeln, Schulsachen, neue und passende Kleidung) besonders ins Gewicht. Gleichzeitig ist es für Alleinerziehende aufgrund der aufwändigeren Betreuung und Fürsorge für die Kinder besonders schwer, ihren Erwerbsumfang zu vergrößern. Vergleichbar ist die Situation für kinderreiche Familien. Dräger fasst zusammen: "Von Armut sind vor allem die Familien betroffen, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund besonders großer Betreuungsverantwortung nicht steigern konnten." ...

Quelle: Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung vom 07.02.2018

 

Kein Abschied von der Elternschaft trotz immer späterer Familiengründung

Männer und Frauen werden in Deutschland tendenziell immer später Eltern. Dies bedeutet jedoch keinen generell abnehmenden Trend zur Familiengründung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand eines Vergleichs von zusammengefassten Geburtsjahrgängen mitteilt, ist es bei Frauen zu Beginn des fünften Lebensjahrzehnts nach wie vor die Regel, als Mutter in einer Familie zu leben. Der Anteil der 40-jährigen Frauen der zusammengefassten Geburtsjahrgänge 1970 - 1974, welche als Mutter in einer Familie leben, ist mit 75% ähnlich hoch wie rund 15 Jahre zuvor. Damals hatte der Wert bei 78% (Geburtsjahrgänge 1955 - 1959) gelegen.

Die Ergebnisse basieren auf dem Mikrozensus, welcher ausschließlich Personen als Eltern erfasst, die im gemeinsamen Haushalt mit ihren ledigen Kindern leben. Verlässt ein Elternteil (in der Regel der Vater) nach einer Trennung den gemeinsamen Haushalt, wird er nicht länger als Elternteil erfasst. Dies führt dazu, dass es bei den Männern eine andere Entwicklung gibt als bei den Frauen: 66% der 40-jährigen Männer der zusammengefassten Geburtsjahrgänge 1955 - 1959 hatten als Väter in einer Familie gelebt. Mit dem gestiegenen Anteil der alleinerziehenden Mütter ist dieser Wert in den vergangenen Jahren auf 55% gesunken (Geburtsjahrgänge 1970 - 1974). ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 009 des Statistischen Bundesamtes vom 10.01.2018

 

Die Kinderlosigkeit in Deutschland ist nicht weiter gestiegen

Die endgültige Kinderlosenquote in Deutschland ist in den letzten Jahren nicht weiter angestiegen. Zuvor hatte sie kontinuierlich zugenommen und sich von 11% bei den 1937 geborenen Frauen bis auf 21% beim Jahrgang 1967 nahezu verdoppelt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Pressekonferenz "Kinderlosigkeit, Geburten und Familien" am 26. Juli in Berlin weiter mitteilt, hat sich die Kinderlosigkeit bei den in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahrgängen nunmehr stabilisiert. Die Stabilisierung der Kinderlosenquote ist nicht nur eine Folge der Zuwanderung, sie zeigt sich auch bei den in Deutschland geborenen Frauen.

Dr. Georg Thiel, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes, wies auf eine besondere Entwicklung hin: "Der langjährige Trend zur höheren Kinderlosigkeit ist offenbar gestoppt. Bei den akademisch gebildeten Frauen ist die Kinderlosigkeit in den letzten Jahren sogar zurückgegangen". Unter den 40- bis 44-jährigen Akademikerinnen war 2016 der Anteil der Kinderlosen mit 25% um drei Prozentpunkte geringer als 2012 (28%).

Zu dieser Entwicklung hat nicht zuletzt die Verbesserung der Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor allem durch den Ausbau der Kinderbetreuung beigetragen. Dafür spricht auch, dass die Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern in den vergangenen acht Jahren zugenommen hat. Mit Kindern im Alter von einem Jahr sind heute 44% der Mütter erwerbstätig, 2008 waren es nur 36% gewesen. Ist das jüngste Kind zwei Jahre alt, geht mit einem Anteil von 58% bereits mehr als die Hälfte der Mütter (wieder) einer Erwerbsarbeit nach (2008: 46%). Als erwerbstätig zählen dabei ausschließlich Personen, die nicht in Mutterschutz oder Elternzeit sind.

Akademisch gebildete Frauen kehren schneller in den Beruf zurück und arbeiten häufiger Vollzeit als noch vor acht Jahren. So arbeiteten 2016 mit 58% deutlich über die Hälfte der Akademikerinnen (wieder), wenn das jüngste Kind ein Jahr alt war (2008: 54%). 19% der Akademikerinnen mit einem jüngsten Kind von einem Jahr waren im Jahr 2016 in Vollzeit tätig. 2008 hatte der Anteil bei 16% gelegen.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 254 des Statistischen Bundesamtes vom 26.07.2017

 

0,6 % weniger Ehescheidungen im Jahr 2016

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 162.397 Ehen geschieden, das waren knapp 1.000 oder 0,6 % weniger als im Vorjahr. Den Scheidungen ging in den meisten Fällen eine vorherige Trennungszeit der Partner von einem Jahr voraus (82,6%). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stellten die Ehefrauen 51,3% der Scheidungsanträge, die Ehemänner 40,9% und die übrigen wurden von beiden gemeinsam gestellt.

Gut die Hälfte der geschiedenen Ehepaare (50,5%) hatte minderjährige Kinder und von diesen wiederum 52,4% nur ein minderjähriges Kind. Insgesamt waren von der Scheidung ihrer Eltern im Jahr 2016 knapp 132.000 Kinder unter 18 Jahren betroffen.

Die Trends zur längeren durchschnittlichen Ehedauer wie auch zum höheren Durchschnittsalter der Geschiedenen setzten sich 2016 weiter fort. Die Ehen hatten im Durchschnitt 15 Jahre bis zur Scheidung bestanden, wobei etwa jede sechste Scheidung (15,6%) sogar erst nach mehr als 25 gemeinsamen Jahren erfolgte. Durchschnittlich waren die Männer 2016 bei ihrer Scheidung 46 Jahre und 7 Monate alt und die Frauen 3 Jahre jünger (43 Jahre und 7 Monate). ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 237 des Statistischen Bundesamtes vom 11.07.2017

 

Mehr als 4 Millionen Kinder unter 6 Jahren

Im Jahr 2015 lebten in Deutschland fast 4,2 Millionen Kinder im Alter unter 6 Jahren. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis des Mikrozensus mitteilt, lebten nahezu drei Viertel der Kinder dieser Altersgruppe bei verheirateten Eltern (72%). Rund 14% wohnten jeweils bei alleinerziehenden Elternteilen oder bei Eltern in Lebensgemeinschaften.

In Ostdeutschland lebte 2015 lediglich die Hälfte (50%) der unter 6-Jährigen bei Ehepaaren (Westdeutschland: 78%), 29% bei Lebensgemeinschaften (Westdeutschland: 11%) und 21% bei Alleinerziehenden (Westdeutschland: 12%).

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 06.12.2016

 

2 von 10 der 2015 geborenen Babys hatten eine Mutter mit ausländischer Staatsangehörigkeit

Von den insgesamt 738.000 im Jahr 2015 geborenen Kindern hatten 590.000 eine deutsche Mutter und 148.000 eine Mutter mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg damit der Beitrag ausländischer Frauen zu allen Geburten in Deutschland auf 20%. Zwischen 1996 und 2014 hatte ihr Anteil stabil 17% bis 18% betragen.

Die Zahl der Geborenen stieg im Vergleich zum Jahr 2014 insgesamt um 22.650. Dazu trugen vor allem Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bei (+ 17.280). Die Zunahme der Geborenen von deutschen Frauen fiel dagegen mit + 5.370 Kindern eher gering aus. Der Geburtenanstieg des Jahres 2015 unterscheidet sich damit deutlich von dem des Jahres 2014. Im Jahr 2014 wurden rund 33.000 Kinder mehr als im Vorjahr geboren. Zu dieser Geburtenzunahme hatten mit 22.000 Babys in erster Linie Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit beigetragen. Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit hatten 11.000 Kinder mehr als im Jahr zuvor zur Welt gebracht.

Mehr als die Hälfte der 148.000 Geborenen ausländischer Mütter entfiel auf 10 Staatsangehörigkeiten. Aus dieser Gruppe kamen 2015 nur von Türkinnen und von Russinnen weniger Kinder zur Welt als im Vorjahr (jeweils - 2%). Bei den Geborenen von Frauen mit anderen ausländischen Staatsangehörigkeiten gab es gegenüber 2014 einen stärkeren Anstieg als bei den deutschen Frauen, so zum Beispiel bei Geborenen von Rumäninnen (+ 47% auf 8.150), Kosovarinnen (+ 18% auf 7.150), Serbinnen (+ 13% auf 5.600) und Bulgarinnen (+ 34% auf 4.200). Besonders stark war aber der Anstieg der Babys von Syrerinnen, deren Geburtenzahl hat sich von 2.300 auf 4.800 mehr als verdoppelt. Zwischen 2000 und 2011 war die Zahl der Geborenen von syrischen Müttern relativ stabil und ist offenbar mit zunehmender Zuwanderung in den Jahren 2012 bis 2014 zuerst allmählich angestiegen, bevor es zur stärkeren Zunahme 2015 kam. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 332 des Statistischen Bundesamtes vom 21.09.2016

 

Ehescheidungen nahmen 2015 um 1,7% ab

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 163.335 Ehen geschieden, das waren 1,7% weniger als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ging den Scheidungen in der Regel eine vorherige Trennungszeit der Ehepaare von einem Jahr (82,9%) oder von drei Jahren (15,8%) voraus.

51% der Scheidungsanträge stellten die Ehefrauen, 41% die Männer. Die übrigen Anträge wurden von beiden gemeinsam gestellt. Diese Anteile variieren mit dem Vorhandensein minderjähriger Kinder: Bei den gut 81.000 Trennungen von Paaren ohne minderjährige Kinder reichten die Frauen 50% der Anträge ein, bei Scheidungen mit vier oder mehr betroffenen Kindern waren es dagegen 60%. 2015 waren von der Scheidung ihrer Eltern insgesamt rund 132.000 minderjährige Kinder betroffen.

Die Trends zur längeren durchschnittlichen Ehedauer wie auch zum höheren Durchschnittsalter der Geschiedenen setzen sich weiter fort. Die 2015 geschiedenen Ehen hatten im Durchschnitt etwa 15 Ehejahre bestanden. Für die 1990 Geschiedenen war die durchschnittliche Ehedauer noch dreieinhalb Jahre kürzer gewesen (11,5 Jahre). Seit 1990 ist der Altersdurchschnitt der Geschiedenen - auch als Folge des späteren Heiratens - um fast acht Jahre angestiegen (für Männer auf gut 46 Jahre und für Frauen auf gut 43 Jahre).

Der endgültige Anteil an Scheidungen für einen Eheschließungsjahrgang kann erst nach Ablauf einer längeren Zeitspanne bestimmt werden. So beträgt die Scheidungsrate nach 25 Jahren für die im Jahr 1990 geschlossenen Ehen 393,2 Scheidungen je 1.000 Ehen. Da auch in den folgenden Jahren voraussichtlich noch Ehen dieser Kohorte geschieden werden, wird der Anteil der durch Scheidungen beendeten Ehen nach 30 oder 40 Jahren noch höher liegen.

Dagegen beschreibt die sogenannte zusammengefasste ehedauerspezifische Scheidungsziffer die aktuellen Scheidungsverhältnisse. Dabei werden die Ehen einbezogen, die in den letzten 25 Jahren geschlossen und im aktuellen Jahr geschieden wurden. Nur wenn das Scheidungsverhalten über 25 Jahre hinweg genauso gewesen wäre wie im betrachteten Jahr, würde nach 25 Jahren ein entsprechender Anteil an Ehen geschieden sein. 1990 hatte diese Ziffer 273,8 Scheidungen je 1.000 Ehen mit einer Dauer von 0 bis 25 Jahren betragen. 2015 lag sie bei 347,1.

Bei allen Berechnungen, die sich auf Eheschließungsjahrgänge oder geschlossene Ehen beziehen, ist zu berücksichtigen, dass sich Anzahl und Zusammensetzung dieser Ehepaare auch durch Wanderungen und Tod eines Partners verändern. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 249 des Statistischen Bundesamtes vom 15.07.2016

 

Väterbeteiligung beim Elterngeld steigt weiter an

Für mehr als jedes dritte Kind (34,2%), das 2014 in Deutschland geboren wurde, bezog nicht allein die Mutter, sondern auch der Vater Elterngeld. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich die sogenannte Väterbeteiligung beim Elterngeld damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozentpunkte erhöht. Die Beteiligung der Väter steigt seit Einführung dieser Leistung kontinuierlich an: Beim Geburtsjahrgang 2008 war es noch jedes fünfte Kind (20,8%) gewesen, für das der Vater Elterngeld in Anspruch nahm, beim Geburtsjahrgang 2010 bereits jedes vierte Kind (25,3%). Dem gegenüber lag die Mütterbeteiligung 2014 bei 96%. Insgesamt haben 933.000 Mütter und Väter für ihre im Jahr 2014 geborenen Kinder Elterngeld bezogen.

Sachsen war mit inzwischen 44,2% schon das dritte Jahr in Folge Spitzenreiter bei der Väterbeteiligung, gefolgt von Bayern mit 41,7%. Doch auch das Saarland, das in den letzten Jahren durchweg die geringste Väterbeteiligung beim Elterngeld aufwies, holt auf: Dort hat sich die Väterbeteiligung seit dem Geburtsjahrgang 2008 von 12,0% auf 23,0% nahezu verdoppelt.

Das im Jahr 2015 neu eingeführte Elterngeld Plus konnte für Kinder des Geburtsjahrgangs 2014 noch nicht in Anspruch genommen werden. Die maximale Bezugsdauer betrug noch zwölf Monate für ein Elternteil beziehungsweise 14 Monate bei Alleinerziehenden oder bei geteilter Inanspruchnahme von beiden Eltern, wobei jeder Elternteil mindestens zwei Monate lang Elterngeld beziehen musste. Ebenso wie in den Vorjahren entschieden sich vier von fünf Vätern (79%) für die Mindestbezugsdauer von zwei Monaten, während die überwiegende Mehrheit der Mütter (87%) die maximale Bezugsdauer von zwölf Monaten ausschöpfte. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 212 des Statistischen Bundesamtes vom 21.06.2016

 

Knapp ¼ der Betreuungszeit begleiten Eltern ihre Kinder zu Terminen

24% der Betreuungszeit verbrachten Eltern im Jahr 2012/2013 durchschnittlich mit der Begleitung ihrer Kinder zu Terminen. Das waren rund 2 Stunden 13 Minuten pro Woche. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai weiter mitteilt, waren Mütter mit 25% hier etwas stärker eingebunden als Väter (22%). Zur Begleitung der Kinder gehören sowohl die Wegezeiten zu Terminen als auch die Anwesenheit während dieser Termine wie zum Beispiel während des Arztbesuchs oder des Fußballtrainings.

Der Umfang der Begleitung variiert mit dem Alter der Kinder: Bei Kindern unter 6 Jahren machte die Begleitung 19% der Betreuungszeit aus. Hier war der Zeitanteil für Beaufsichtigung, Körperpflege, Spielen und Sport mit 73% deutlich höher. Bei Kindern von 6 bis 18 Jahren investierten die Eltern 35% in die Begleitung ihrer Kinder. Der Zeitanteil für Beaufsichtigung, Körperpflege, Spielen und Sport lag ebenfalls bei 35%.

Insgesamt verbrachten Väter und Mütter im Jahr 2012/2013 täglich 1 Stunde 20 Minuten mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren als Hauptaktivität. Mütter leisteten mit 1 Stunde 45 Minuten etwa doppelt so viel wie Väter (51 Minuten). ...

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 10.05.2016

 

Armutsbericht 2016

Ein Verharren der Armutsquote in Deutschland auf hohem Niveau beklagt der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem aktuellen Armutsbericht, der erstmals in erweiterter Form und unter Mitwirkung weiterer Verbände und Fachorganisationen erscheint. Während in neun Bundesländern die Armutsquoten 2014 gesunken seien, belegt der Bericht einen Anstieg der Armut in den bevölkerungsreichen Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen. Hauptrisikogruppen seien Alleinerziehende und Erwerbslose sowie Rentnerinnen und Rentner, deren Armutsquote rasant gestiegen sei und erstmals über dem Durchschnitt liege. Die Herausgeber sehen daher auch keinerlei Anlass zur Entwarnung und fordern von der Bundesregierung einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel, um dringend notwendige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung auf den Weg zu bringen.

Das gute Wirtschaftsjahr 2014 habe zu keinem nennenswerten Rückgang der Armutsquote in Deutschland geführt. Die Armut verharre mit 15,4 Prozent auf hohem Niveau, so der Bericht. Die Armutsquote sei zwar von 2013 auf 2014 um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Ob der Negativtrend seit 2006, als die Armutsquote noch 14 Prozent betrug, damit gestoppt sei, sei jedoch offen. Während es insbesondere in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern signifikante Rückgänge der Armutsquoten gegeben habe, setze sich der Negativtrend in Nordrhein-Westfalen ungebrochen fort. Das Ruhrgebiet bleibe mit Blick auf Bevölkerungsdichte und Trend die armutspolitische Problemregion Nummer Eins in Deutschland. Seit 2006 sei die Armutsquote im Ruhrgebiet um 27 Prozent angestiegen auf einen neuen Höchststand von 20 Prozent. Die am stärksten von Armut betroffenen Gruppen sind nach dem Bericht Erwerbslose (58%). Auch die Kinderarmutsquote (19%) liegt nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt, wobei die Hälfte der armen Kinder in Haushalten Alleinerziehender lebt. Die Armutsquote Alleinerziehender liegt bei sogar 42%, was u.a. an systematischen familien- und sozialpolitischen Unterlassungen liegt. Alarmierend sei die Entwicklung insbesondere bei Rentnerhaushalten. Erstmalig seien sie mit 15,6 Prozent überdurchschnittlich von Armut betroffen. Die Quote der altersarmen Rentnerinnen und Rentner sei seit 2005 um 46 Prozent und damit so stark angewachsen wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe. Ergänzend zu den empirischen Befunden beleuchten die Experten in dem Bericht auch umfassend die Lebenslagen einzelner nach der Statistik überdurchschnittlich von Armut betroffener Personengruppen wie bspw. Kinder oder Migrantinnen und Migranten, sowie derjenigen, die bisher gar nicht von der Statistik erfasst werden, wie Obdachlose oder Flüchtlinge. ...

Quelle: Pressemeldung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands - Gesamtverband e.V. vom 23.02.2016

 

In 20% der Familien leben Kinder nur mit Mutter oder Vater

Im Jahr 2014 waren 20% der 8,1 Millionen in Deutschland lebenden Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind Familien von Alleinerziehenden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage des Mikrozensus weiter mitteilt, ist dieser Anteil seit 1996 um 6 Prozentpunkte gestiegen. Damals hatte er 14% betragen.

Die Zahl der Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern hat sich zwischen 1996 und 2014 von 1,3 Millionen auf gut 1,6 Millionen erhöht (+ 335.000). Dabei hat sich der Anteil der alleinerziehenden Mütter an allen Alleinerziehenden nur geringfügig verändert. 1996 hatte er bei 87% gelegen. Im Jahr 2014 waren es 89%.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 23.02.2016

 

Jedes vierte minder­jährige Kind ist ein Einzelkind

Im Jahr 2014 lebten 26% der 13,0 Millionen minderjährigen Kinder in Deutschland ohne Geschwister in einem Haushalt. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltkindertags am 20. September auf Basis der Ergebnisse des Mikrozensus mit, der größten Haushaltsbefragung in Deutschland. Knapp die Hälfte der minderjährigen Kinder (47%) wuchs mit einem weiteren minder- oder volljährigen Geschwisterkind im Haushalt auf. 26% hatten zwei oder mehr Geschwister.

Insgesamt lebten 2014 in den neuen Ländern 2,3 Millionen minderjährige Kinder, in den alten Ländern waren es 10,7 Millionen. Zu den Kindern zählen leibliche, Stief-, Pflege- und Adoptivkinder.

In Ostdeutschland lebten minderjährige Kinder deutlich häufiger als einziges Kind im Haushalt der Eltern. 2014 waren dort 34% Einzelkinder, in Westdeutschland waren es hingegen 25%. 45% der ostdeutschen Minderjährigen (Westdeutschland: 48%) wurden mit einem Geschwisterkind groß. Bei 21% (Westdeutschland: 28%) waren es zwei oder mehr Geschwister.

In den deutschen Großstädten waren Einzelkinder weiter verbreitet als in kleineren Städten oder Gemeinden. 30% der minderjährigen Kinder, die in einer Stadt mit mehr als 500 000 Einwohnern lebten, wuchsen 2014 als Einzelkinder auf. In Gemeinden mit weniger als 5 000 Einwohnern waren 24% der Minderjährigen Einzelkinder.

Im Vergleich zu 1996 erhöhte sich der Anteil der Einzelkinder leicht um zwei Prozentpunkte. In Ostdeutschland (+ 5 Prozentpunkte) war die Zunahme dabei höher als in Westdeutschland (+ 2 Prozentpunkte).

Quelle: Pressemitteilung Nr. 343 des Statistischen Bundesamtes vom 18.09.2015

 

Mütter wenden etwa doppelt so viel Zeit für die Kinderbetreuung auf wie Väter

Im Durchschnitt verbringen Väter und Mütter 1 Stunde 20 Minuten pro Tag mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren als Hauptaktivität, Mütter mit 1 Stunde und 45 Minuten etwa doppelt so viel wie Väter (51 Minuten).

Am meisten Zeit investieren Eltern für die Körperpflege und die Beaufsichtigung der Kinder, aber auch für Fahrten zur Schule und das Begleiten zu Freizeitaktivitäten wie dem Fußballtraining. Darüber hinaus machen auch Spiel und Sport mit Kindern einen großen Teil des Zeitaufwands für Kinderbetreuung aus.

Betrachtet man Väter sowie erwerbstätige und nicht erwerbstätige Mütter als drei getrennte Gruppen, so zeigt sich, dass alle Eltern mehr als ein Drittel ihrer Zeit für Kinderbetreuung mit Beaufsichtigung und Pflege verbringen. Daneben entfällt bei allen Eltern etwa ein Viertel der Kinderbetreuungszeit auf das Begleiten, auf Fahrdienste und Termine im Zusammenhang mit dem Kind. Spielen und sportliche Aktivitäten stehen bei Vätern aber noch stärker im Fokus, denn diese Tätigkeiten machen ein Drittel ihrer Zeit aus.

Nicht erwerbstätige Mütter verbringen knapp doppelt so viel Zeit mit der Kinderbetreuung wie Mütter, die bezahlte Arbeit leisten. Bei der Beaufsichtigung ist der Unterschied besonders groß: Erwerbstätige beschäftigen sich damit 28 Minuten pro Tag, nicht erwerbstätige Mütter 1 Stunde 14 Minuten. ...

Tabelle 4: Zeitaufwand für Kinderbetreuung in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten 2012/2013 in Stunden je Tag

 

Insgesamt

Väter

Mütter

insgesamt

nicht erwerbstätig

erwerbstätig

Kinderbetreuung insgesamt

01:20

00:51

01:45

02:35

01:21

Beaufsichtigung und Körperpflege

00:31

00:17

00:43

01:14

00:28

Hausaufgabenbetreuung

00:05

00:02

00:07

00:09

00:06

Spielen und Sport

00:18

00:16

00:19

00:28

00:15

Gespräche und Vorlesen

00:06

00:03

00:08

00:09

00:08

Begleiten und Wege

00:19

00:11

00:26

00:33

00:22

Sonstiges

00:01

(00:01)

00:02

(00:02)

(00:02)

Abweichungen in den Summen sind rundungsbedingt.

Die Betreuung variiert natürlich in ihrer Intensität mit dem Alter des Kindes und hat unterschiedliche Schwerpunkte. Eltern, die ein Kind unter 6 Jahren haben, verwenden dreimal so viel Zeit auf Kinderbetreuung wie Eltern, deren jüngstes Kind zwischen 6 und 17 Jahren alt ist. Dies gilt für Väter und Mütter (sowohl für erwerbstätige als auch für nicht erwerbstätige Mütter). Sobald das jüngste Kind im schulpflichtigen Alter ist, reduzieren sich Betreuungsaufgaben wie Beaufsichtigung, Körperpflege und Spielen. Entsprechend nehmen Begleiten und Wegezeiten, Unterstützung bei den Hausaufgaben und Gespräche mehr Raum ein. ...

Im Vergleich zu 2001/2002 beschäftigen sich Eltern 2012/2013 täglich etwa 10 Minuten mehr mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren. Dies gilt sowohl für Väter als auch für Mütter. In Haushalten mit Kindern unter 6 Jahren engagieren sich Väter heute mehr bei der Beaufsichtigung und Körperpflege. Mütter verwenden etwas mehr Zeit auf das Spielen mit ihren Kindern als 11 Jahre zuvor. Der Zeitaufwand für Begleiten, Fahrdienste und ähnliches hat bei beiden Geschlechtern zugenommen.

Tabelle 5: Zeitaufwand für Kinderbetreuung in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten 2001/2002 und 2012/2013 in Stunden je Tag

 

Insgesamt

Väter

Mütter

2012/ 2013

2001/ 2002

2012/ 2013

2001/ 2002

2012/ 2013

2001/ 2002

Jüngstes Kind unter 6 Jahren

 

Kinderbetreuung insgesamt

02:13

02:01

01:22

01:10

02:59

02:46

darunter:

 

Beaufsichtigung und Körperpflege

01:01

00:59

00:32

00:27

01:26

01:28

Spielen und Sport

00:36

00:32

00:31

00:28

00:40

00:35

Begleiten und Wege

00:25

00:19

00:12

00:09

00:36

00:29

Jüngstes Kind 6 bis unter 18 Jahre

 

Kinderbetreuung insgesamt

00:43

00:34

00:28

00:20

00:55

00:47

darunter:

 

Beaufsichtigung und Körperpflege

00:10

00:08

00:07

00:04

00:13

00:12

Spielen und Sport

00:05

00:04

00:05

00:04

00:05

00:04

Begleiten und Wege

00:15

00:12

00:10

00:07

00:19

00:16

Abweichungen in den Summen sind rundungsbedingt.

Kinderbetreuung läuft oft nebenbei, etwa während der Hausarbeit oder bei Mahlzeiten

Natürlich muss man bedenken, dass Kinderbetreuung auch oft nebenbei läuft, etwa während der Hausarbeit oder beim Essen. Typische Beispiele dafür sind die Beaufsichtigung von Kindern oder Gespräche. Berücksichtigt man diese zusätzlichen Zeiten, so erhöht sich der durchschnittliche Zeitaufwand für die Kinderbetreuung um 45 Minuten auf 2 Stunden und 5 Minuten. Bei Müttern steigt der Aufwand dabei um 1 Stunde, bei Vätern um eine halbe Stunde.

Eine weitere Differenzierung nach Haushaltstypen ergibt, dass alleinerziehende Müttern einen deutlich größeren Anteil ihrer Betreuungsaufgaben "nebenher" laufen lassen. Nur gut die Hälfte der gesamten Betreuungszeit erledigen sie als Hauptaktivität, und zwar unabhängig davon, ob sie erwerbstätig sind oder nicht. Bei Müttern in Paarhaushalten und Vätern sind es dagegen zwei Drittel. ...

Bei einer getrennten Betrachtung von Wochentagen zeigen sich zusätzliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Väter verbringen an Wochenenden und Feiertagen 20 Minuten mehr mit der Betreuung ihrer Kinder als unter der Woche, während es bei Müttern 26 Minuten weniger sind. Damit ist der Unterschied zwischen dem Zeitaufwand von Vätern und Müttern am Wochenende deutlich geringer als werktags. Zu berücksichtigen ist aber, dass am Wochenende wohl mehr Tätigkeiten ausgeübt werden, bei denen es sich zwar nicht explizit um Kinderbetreuung handelt, die Kinder aber mit einbezogen werden, etwa gemeinsame Ausflüge. ...

Quelle: Statistisches Bundesamt: Wie die Zeit vergeht. Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013. Auszug aus einer Broschüre, die anlässlich der Pressekonferenz am 26.08.2015 veröffentlicht wurde.

 

Jeder dritte Vater wünscht sich mehr Zeit für seine Kinder

32% der Väter sowie 19% der Mütter in Deutschland waren 2012/2013 der Meinung, nicht ausreichend Zeit für ihre Kinder zu haben. "Das bedeutet: Jeder dritte Vater und jede fünfte Mutter wünschte sich mehr Zeit für die Kinder", sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis), ... auf der Pressekonferenz "Wie die Zeit vergeht - Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013". Für Erwerbsarbeit wünschten sich 7% der erwerbstätigen Väter und 28% der erwerbstätigen Mütter mehr Zeit. Dagegen würde jeder zweite erwerbstätige Vater und jede vierte erwerbstätige Mutter lieber weniger Zeit mit dem Job verbringen.

Darüber hinaus stellte Roderich Egeler weitere Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland vor:

  • Väter und Mütter leisten pro Woche knapp 10 Stunden mehr bezahlte und unbezahlte Arbeit als Personen ohne Kinder. Dies ist vor allem auf ein höheres Pensum an unbezahlter Arbeit zurückzuführen.
  • Mütter wenden mit 1 Stunde 45 Minuten pro Tag etwa doppelt so viel Zeit für die reine Kinderbetreuung auf wie Väter (51 Minuten).
  • 40% der Bevölkerung ab 10 Jahre sind ehrenamtlich oder freiwillig engagiert. Männer sind am häufigsten beim Sport aktiv, Frauen dagegen im religiösen Bereich.
  • Fast drei Viertel der Schulkinder unter 10 Jahren nehmen Betreuungsangebote in der Schule oder im Hort in Anspruch (wie beispielsweise Mittagessen oder Hausaufgabenbetreuung).
  • Menschen in Deutschland verbringen 6 Stunden am Tag mit Freizeit. Die zeitlich bedeutendsten kulturellen Aktivitäten sind Fernsehen und Lesen. Seniorinnen und Senioren sind hier Spitzenreiter.
  • Die Zeitverwendung für Mediennutzung ist in den letzten 11 Jahren gestiegen. Mit sozialen Kontakten wird dagegen etwas weniger Zeit verbracht. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 309 des Statistischen Bundesamtes vom 26.08.2015

 

Arbeitszeit von Frauen: ein Drittel Erwerbsarbeit, zwei Drittel unbezahlte Arbeit

Erwachsene verbrachten 2012/2013 durchschnittlich rund 24,5 Stunden je Woche mit unbezahlter Arbeit und rund 20,5 Stunden mit Erwerbsarbeit. Nach ersten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) aus der Zeitverwendungserhebung 2012/2013 arbeiteten Frauen mit rund 45,5 Stunden insgesamt 1 Stunde mehr als Männer. Dabei leisteten Frauen zwei Drittel ihrer Arbeit unbezahlt, Männer weniger als die Hälfte.

Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung 2001/2002 ist der Anteil der unbezahlten Arbeit bei beiden Geschlechtern gesunken. Zu den unbezahlten Arbeiten zählen neben der Haushaltsführung und Betreuung von Haushaltsmitgliedern auch die Unterstützung von Personen in anderen Haushalten sowie ehrenamtliches und freiwilliges Engagement. Frauen verbrachten 2012/2013 beispielsweise jede Woche über 2,5 Stunden weniger mit der Zubereitung von Mahlzeiten, der Reinigung der Wohnung oder der Textilpflege als elf Jahre zuvor. Männer verwendeten 2012/2013 wöchentlich 1 Stunde weniger auf Gartenarbeit, Tierpflege, Bauen und handwerkliche Tätigkeiten als 2001/2002.

Der Zeitaufwand für Arbeit unterscheidet sich deutlich zwischen Haushalten mit und ohne Kind. Eltern zwischen 18 und 64 Jahren in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten arbeiteten im Durchschnitt gut 58 Stunden je Woche. Das waren über 9,5 Stunden mehr als bei Paaren ohne Kind und Alleinlebenden derselben Altersgruppe (48,5 Stunden). Die Differenz ergibt sich vorrangig durch 10,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit, die etwa bei der Kinderbetreuung oder der Haushaltsführung anfällt. Mütter verbrachten je Woche durchschnittlich 7 Stunden weniger mit Erwerbsarbeit und 15 Stunden mehr mit unbezahlter Arbeit als Frauen, die allein oder in einer Partnerschaft ohne Kind lebten. Väter hingegen leisteten sowohl mehr bezahlte Arbeit (+ 7 Stunden) als auch mehr unbezahlte Arbeit (+ 4 Stunden) als Männer ohne Kind. Insgesamt wandten Väter gut 2 Stunden mehr Zeit für Arbeit auf als Mütter. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 179 des Statistischen Bundesamtes vom 18.05.2015

 

Bei 13% der Paare ist die Frau die Hauptverdienerin

Im Jahr 2013 verdiente bei 13% der Paare in Deutschland die Frau mehr als ihr Ehe- oder Lebenspartner. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2015 mit. Bei 10% der Paare hatten die Partner ein ähnlich hohes Einkommen. Ganz überwiegend (77%) erzielte jedoch der Mann das höchste Einkommen im Haushalt. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Im Jahr 2003 hatte bei 11% der Paare die Frau das höhere Einkommen bezogen.

Unter den nichtehelichen Lebensgemeinschaften war mit 24% der Anteil der Frauen, die ein höheres Einkommen als ihre Partner erzielten, deutlich höher als bei Ehepaaren (12%). Mit 21% war in Ostdeutschland der Anteil der Paare, bei denen die Frau mehr verdiente als ihr Partner, höher als in Westdeutschland. Hier lag dieser Anteil nur bei 11%. Bei Paaren mit Kindern waren mit 11% Frauen seltener die Haupternährerin in der Familie als bei Paaren, in deren Haushalt keine Kinder (mehr) lebten (15%). ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 077 des Statistischen Bundesamtes vom 05.03.2015

 

In Deutschland leben 2,5 Millionen Familien mit Migrationshintergrund

Im Jahr 2013 gab es in Deutschland 8,1 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern. Davon hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gut 2,5 Millionen Familien einen Migrationshintergrund. Das heißt, mindestens ein im Haushalt lebender Elternteil besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit, hat die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten oder ist Spätaussiedler. Somit hatte fast jede dritte Familie (31%) ausländische Wurzeln. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland.

Im Vergleich zu 2005 - hier wurde erstmals der Migrationsstatus im Mikrozensus abgefragt - hat sich die Zahl der Familien mit Migrationshintergrund um 131.000 erhöht (2005: rund 2,4 Millionen). Der Anteil der Familien mit Migrationshintergrund an allen Familien betrug damals 27%. Die Gesamtzahl der Familien mit minderjährigen Kindern ist im Vergleich zu 2005 hingegen gesunken, und zwar um 837.000. Damals gab es noch 8,9 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern in Deutschland.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 03.02.2015

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