Zitiervorschlag

Rezension

Sonja Danowski: Im Garten mit Flori. Zürich: NordSüd Verlag 2021, 56 Seiten, EUR 19,60 – direkt bestellen durch Anklicken

Sonja Danowski, eine Berliner Illustratorin und Bilderbuchautorin, gestaltete rund 20 Bücher, die inzwischen in mehreren Ländern erschienen sind. Sie erhielt für ihre Werke viele Auszeichnungen – und das ist nicht verwunderlich, wenn man ihre neuste Publikation betrachtet. Schon beim ersten Durchblättern des großformatigen Buches fallen die sich oft über eine Doppelseite erstreckenden zauberhaften Illustrationen auf, die in warmen, gedeckten Farben gehalten sind. Und dann möchte man sich in jedes dieser lebensnahen, aber zugleich verträumt wirkenden Bilder vertiefen, um all die vielen liebevoll gemalten Details zu entdecken...

Die in dem Bilderbuch für Kinder ab fünf Jahren erzählte Geschichte handelt von Linn, einem Mädchen im Grundschulalter. Am ersten Tag der Sommerferien klingelt das Telefon: Opa ist in seinem Garten gestolpert, hat sich einen Fuß gebrochen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Linn besucht ihn sofort, und Opa bittet sie, anschließend zu seinem Garten zu fahren, um die Süßlupinen zu gießen. Mit dem kleinen Hund Flori im Korb auf dem Gepäckträger radelt Linn zu Opas Garten, der ganz verwildert ist. So fühlen sich dort Insekten wie die abgebildeten Distelfalter wohl. Linn betritt das Gewächshaus, in dem Blumen und Gemüse gezüchtet werden. Während sie gießt, buddelt Flori unbemerkt einen kleinen Tunnel und entwischt nach draußen. Linn findet ihn bei ihrer Freundin Emi, die ihn gerade malt.

In der Nacht regnet es in Strömen. Als Linn am nächsten Tag ins Gewächshaus kommt, sind die Pflanzen voller Weinbergschnecken, die schon viel Schaden angerichtet haben. Linn sammelt sie ab und bringt sie in den Wald zu einem Bachlauf, wo sie sie aussetzt. Dann wollte sie eigentlich für Opa Fotos von den Blumen im Gewächshaus machen – aber nun weisen alle Pflanzen Fraßspuren auf! Da kommt Emi vorbei und schlägt vor, lieber die Blumen zu malen. So entstehen viele Bilder, mit denen Opa beglückt wird. Linn erfährt von ihm, dass er am kommenden Tag aus dem Krankenhaus entlassen wird. Am Abend ist sie bedrückt, weil sie Opa noch nicht von den Schnecken erzählt hat. Ihre Mutter tröstet sie und sagt ihr, sie solle dies gleich am nächsten Tag berichten.

Emi kann sich aber nicht überwinden, und so betritt sie am Morgen gemeinsam mit Opa das Gewächshaus. Dieser muss sich vor Schreck erst einmal hinsetzen. Währenddessen rennt Flori zu seinem Loch, und so wird entdeckt, wie die Schnecken in das Gewächshaus gekommen sind. Es können noch ein paar Bohnen für das Abendessen geerntet werden. Opa bejaht Floris Frage, dass sich viele Pflanzen wieder erholen werden, und kündigt an, dass er mit ihr am nächsten Tag neuen Salat pflanzen wird. Dann fordert er sie auf, in einem Buch über Weinbergschnecken nachzulesen. Das aufgeschlagene Buch wird auf der letzten Doppelseite des Buches abgebildet – hier finden sich interessante Informationen über die Gefleckte Weinbergschnecke.

Eltern und Großeltern wird es viel Spaß machen, dieses wunderschöne Bilderbuch mit ihren Kindern bzw. Enkeln zu betrachten. Sie werden sich in die stimmungsvollen Bilder vertiefen, auf immer neue Details stoßen und diese diskutieren, und vermutlich auch über die patchworkartige Kleidung von Linn und den anderen Familienmitgliedern schmunzeln. Sicherlich werden sie über naturnahe Gärten, Gewächshäuser und die Zucht von Blumen und Gemüse sprechen sowie erörtern, wie man mit „Schädlingen“ wie Schnecken umgehen sollte. Dementsprechend lässt sich das Bilderbuch auch in Kitas einsetzen, vor allem im Rahmen der naturwissenschaftlichen Bildung und Umwelterziehung.

Martin R. Textor



In: Martin R. Textor/Antje Bostelmann (Hrsg.): Das Kita-Handbuch.

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