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Zitiervorschlag

Rezension

Berenike Oppermann, Elisabeth Kihßl: Wir wollen doch nur spielen. Innsbruck, Wien: Tyrolia Verlag 2018, 26 Seiten, EUR 14,95 – direkt bestellen durch Anklicken

Bilder in kolorierter Grafik begleiten uns in diesem Buch. Es wurde mit dem Lesel-Nachwuchspreis ausgezeichnet, der von der St. Nikolausstiftung der Erzdiözese Wien an Newcomer/innen aus den Bereichen Text und Illustration vergeben wird.

Gerade beim Spiel gibt es oft Konflikte zwischen Kindern und Erwachsenen. Es liegt an den unterschiedlichen Zielen. Spiel bedeutet für Kinder Erprobung, Experiment, zweckfreie Arbeit. Für Erwachsene ist Spiel hingegen oft vergeudete Zeit, zumal wenn damit nicht ein konkretes Ziel verfolgt und erreicht wird. Außerdem verstehen Erwachsene oft nicht, was Kinder in ihrem Spiel lernen.

Jede Doppelseite stellt eine Spielszene dar, in der Erwachsene eingreifen und Verbote formulieren. Diese allein wecken aber nicht das nötige Verständnis beim Kind.

Beispielsweise buddelt ein Kind eine Wasserstraße, um die Kartoffeln zu bewässern. Der Großvater hingegen sieht nur, dass das Kind nass und schmutzig ist. Aber er lenkt ein: „Na, das kann man ja wieder sauber machen“.

In der U-Bahn wirbeln die Kinder herum. Müssen sie wirklich immer Rücksicht nehmen auf die Erwachsenen? Warum schimpfen Erwachsene, nur weil man Kind ist?

Da hat ein Kind gerade die Erfahrung gemacht, was passiert, wenn man Farben mischt. Warum dies nicht mit Spinat und einem Spiegelei versuchen?

Das Papier ist für ein Bild zu klein, und so malt das Kind auf den Tisch. Könnte die Oma – anstatt zu schimpfen – nicht mit dem Kind die Verlängerung des Papiers diskutieren und einfach ein Stück ankleben?

Das Buch für Kinder ab vier Jahren birgt unendlich viel Gesprächsstoff. Es ist kein Vorlesebuch, sondern eine Grundlage für Gespräche und zur Reflexion. Das Buch eignet sich auch für einen Elternabend. Es motiviert Erwachsene zum Beobachten und Zuhören, anstatt vorschnell einzugreifen.

Ingeborg Becker-Textor

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