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Zitiervorschlag

Rezension

Heidemarie Lex-Nalis, Katharina Rösler: Geschichte der Elementarpädagogik in Österreich. Weinheim, Basel: Beltz Juventa 2019, 224 Seiten, EUR 29,95 – direkt bestellen durch Anklicken

                                         

Heidemarie Lex-Nalis und Katharina Rösler gelingt es in diesem Buch erstmalig unter der Mitarbeit von zehn studentischen Forscherinnen die gesamte Geschichte der österreichischen Elementarpädagogik darzulegen – von der ersten „Bewahranstalt“ für „Proletarierkinder“ im Jahre 1830 bis zur aktuellen Bildungs- und Forschungssituation.

Das Buch beleuchtet in einem chronologischen Überblick die Entwicklung der Profession inklusive der Ausbildung, den Wandel des Berufsbildes, die Entstehung und den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen sowie die verschiedenen pädagogischen Ansätze und politischen Zeitströmungen, die damals wie heute Einfluss auf die institutionelle Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern nehmen. So ist das Buch in die folgenden Hauptabschnitte gegliedert:

  • Zurück zu den Wurzeln – Von der Frühen Neuzeit zum bürgerlichen Zeitalter
  • Die Entwicklung der österreichischen Kinderbetreuungseinrichtungen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
  • Neue Perspektiven in der Elementarpädagogik bis zum Anschluss 1938
  • Kindergarten und Kindheit im Nationalsozialismus
  • Aspekte der elementarpädagogischen Arbeit vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die 1970er Jahre
  • Wandel des Berufsbilds – Von der „Tante“ zur Pädagogin bzw. zum Pädagogen
  • Entdeckung und Wiederentdeckung alternativer pädagogischer Strömungen und Ansätze
  • Die Ausbildung von KindergartenpädagogInnen in der Zweiten Republik
  • Zwischen Aufbruch und Stillstand – Entwicklungen des elementarpädagogischen Bereichs von 1995 bis 2018

Dabei merken die Autorinnen an, dass es sich nicht um einen lückenlosen Bericht sondern „nur um einen kompakten Überblick und einzelne detaillierte Darstellungen eines spezifischen österreichischen Weges handeln kann“ (S. 19). Dennoch schließt das Werk eine wesentliche Lücke in der österreichischen Kindheitsforschung, denn „[f]ür eine wissenschaftliche Disziplin ist es zentral, sich sowohl mit aktuellen Forschungsansätzen als auch mit den eigenen historischen Wurzeln auseinander zu setzen“ (S. 19).

Besonders hervorzuheben ist die Verknüpfung des Buchprojektes mit dem Studiengang Sozialmanagement in der Elementarpädagogik der Fachhochschule Campus Wien. Die Nachforschungen der Studentinnen ergänzen die Erkenntnisse und Perspektiven der beiden Autorinnen sehr gewinnbringend.

Das Werk ist geeignet für angehende Kindheitspädagog/innen und Lehrende, vor allem im hochschulischen Bereich. Es eignet sich aber auch für pädagogische Fachkräfte in österreichischen Kindertageseinrichtungen, die sich mit ihrer eigenen Profession im historischen Kontext auseinandersetzen möchten, für Bildungspolitiker/innen, Verantwortliche im Trägerbereich sowie für alle Pädagog/innen, „die in ihrem Arbeitsalltag mit dem Kindergartenwesen konfrontiert sind“ (S. 9).

Kassandra Ribeiro

 

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