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Zitiervorschlag

Rezension

Matthias Hammer: Liebe das Kind in dir … und entdecke, was dich stark macht. München: Verlag Gräfe und Unzer 2018, 160 Seiten; EUR: 14,99 – direkt bestellen durch Anklicken

 

Gerade Menschen, die alltäglich durch ihren Beruf mit anderen Personen – in diesem Fall mit Kindern, Kolleg/innen und Eltern – im Austauschkontakt sind, tragen durch ihre Art und Weise der Kommunikation entscheidend dazu bei, wie sie sich in ihrer Haut selbst wohl- oder überwiegend unwohl fühlen, wie (un)ausgeglichen sie sich im „Alltagsstress“ erleben und welche Wirkung sie auf ihre Interaktionspartner/innen ausüben. Deshalb ist eine Selbstreflexion – aus professioneller Sicht – von Zeit zu Zeit angebracht. Und genau hier setzt das Buch an.

Es geht darum, das automatisierte, innere Gefühls-, Denk- und Handlungsprogramm (das so genannte „innere Kind“), das durch bedeutende Kindheitserfahrungen entstanden ist, genauer kennenzulernen, selbstkritisch zu betrachten und ggf. durch bewusst gesetzte Handlungsschritte zu verändern. Bestimmte, persönlichkeitsprägende Erlebnisse, Ereignisse und Erfahrungen sorgen für Sichtweisen auf uns selbst und die Welt, die sich mit der Zeit zu aktuellen Glaubenssätzen ausgeprägt haben und unsere Innen- sowie Außensicht der Welt immerzu beeinflussen.

Dr. Peter Hammer, niedergelassener Psychotherapeut in Stuttgart, hat nach seinem erfolgreichen Buch „Der Feind in meinem Kopf“ eine neue, wiederum sehr lesenswerte und sicherlich auch notwendige Publikation für pädagogische Fachkräfte veröffentlicht, die sich diesem Themenkomplex konkret und differenziert zuwendet.

Alle vier Kapitel laden zu einer Reise ins Persönliche, Innere ein, wobei sich Kapitel eins zunächst dem „Kind in uns“ – dem traurigen, inneren Kind; dem ängstlichen inneren Kind, dem schuldigen und beschämten Kind, dem wütenden, inneren Kind sowie dem glücklichen, inneren Kind – zuwendet. Kapitel zwei stellt die Qualitäten eines Erwachsenen in den Mittelpunkt und Kapitel drei zeigt auf, wie die Vergangenheit noch in der Gegenwart verwandelt und eine mögliche Katastrophenorientierung gelockert werden kann. Das vierte Kapitel greift die fünf ‚inneren Kindheitsformen’ auf und benennt Wege, wie einerseits das traurige/ ängstliche/ beschämte und schuldige/ wütende innere Kind Heilung erfahren und den Weg zum glücklichen, inneren Kind finden kann.

Die vielen, praktischen Beispiele sowie Reflexionsimpulse aus der Achtsamkeitsforschung sowie der Verhaltenstherapie sind dabei behilflich, die theorieorientierten Inhalte nachvollziehbar zu begreifen und Handlungsschritte aufzunehmen, um den Schlüssel für einen Zuwachs an Lebensfreude, Lebendigkeit, entwicklungsförderlichen Beziehungen, Belastbarkeit, Wahrnehmungsoffenheit, eine authentische Empathie sowie Selbstkompetenz zu finden.

Dieses spannende Buch mit seinen persönlichkeits- und letztlich auch professionalitätsfördernden Gedanken und Hinweisen ist eine letztlich notwendige Publikation. Sie hilft dabei, eigenes Verhalten schemapädagogisch, biographisch und vor allem systemisch zu reflektieren, um aus automatisierten, unterbewusst wirksamen Mustern herauszufinden und um nicht durch Übertragungen und missverstandene Gegenübertragungen für Konfliktfelder zu sorgen, die eine beziehungsförderliche Arbeit erschweren, wenn nicht sogar verhindern. Diese Publikation ist sowohl für Studierende der Sozial- und Heilpädagogik als auch für praktisch tätige Kindheitspädagog/innen sehr zu empfehlen. 

Armin Krenz

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