Zitiervorschlag

Rezension

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Das NEINhorn und die Schlangeweile. 5. Aufl. Hamburg: Carlsen Verlag 2021, 54 Seiten, EUR 13,00 – direkt bestellen durch Anklicken

Das NEINhorn und die Schlangeweile Marc Uwe Kling

Ein wohl breit rezipierter Klassiker, wenn es um humoristisch gelungene Kinderbücher geht, ist das NEINhorn. Doch wie fängt man eine erheiternd fidele Geschichte an? „Dort, wo alle gliglaglücklich sind, wo man Seifenblasen pupst als Kind, wo die Schnecken Sirup schleimen, wo sich alle Sätze reimen, sagt ein Einhorn: „Nein!“ Das muss wohl das NEINhorn sein. Reime kann es gar nicht leiden, drum will ich sie ab jetzt, äh, nicht mehr machen.“

Mit diesem Einstieg gewinnen die Autoren neben den Lachern der Kinder sicherlich auch die Herzen der Eltern. Fernab der amüsanten Erzählweise dieses Buches stehen Emotionen sowie deren Bewältigung im Zentrum der Geschichte. „Das NEINhorn und die KönigsDOCHter, die hatten einen Streit. Es ging nicht darum, wer wohl am besten sänge, sondern … Also, ehrlich gesagt wusste das NEINhorn nicht mehr, weswegen sie stritten. Aber vielleicht war es etwas Wichtiges, wie zum Beispiel, ob die KönigsDOCHter weiter spucken konnte als das NEINhorn …“

Eine ähnliche Streitsituation kennen vermutlich auch Eltern, pädagogische Fachkräfte und Kinder. Manchmal entstehen Emotionen oder Gefühle und mit diesen umzugehen ist nicht immer einfach. Emotionale Grundfertigkeiten bei Kindern entwickeln sich und umfassen sowohl den Umgang mit eigenen Gefühlen sowie deren Regulation als auch die Erkennung der Gefühlsausdrücke anderer.

Wenn es, wie am oben genannten Beispiel des NEINhorns und der KönigsDOCHter, um ein Wechselbad der Gefühle geht und Trotzphasen deutlich werden, entfalten sich Emotionen in einem zunehmenden dynamischen Geflecht. Kinder ab dem zweiten Lebensjahr nehmen sich zunehmend als eigenständige Person war und erleben dabei immer wieder Grenzen – durch sich und andere. Im dritten Lebensjahr können Gefühlsäußerungen mitunter temperamentvoller und ungehemmter auftreten, in Form von Trotzphasen.

Anhand dieser kurzen Ausführung soll deutlich werden, dass Sie (als Elternteil oder pädagogische Fachkraft) mit dem Buch „Das NEINhorn und die SchLANGEWEILE“ Kinder bei der Entwicklung emotionaler Grundfertigkeiten unterstützen und durch die närrische Art der Charaktere eine Reflexion der Fremdwahrnehmung von Gefühlsausdrücken fördern können.

Weiterhin durchlaufen die unterschiedlichen Charaktere in der Geschichte Situationen, in denen ein kühler Kopf gefragt ist. „Da kam zum Glück der WASbär. Er war auf dem Hummelrummel gewesen und er hatte für das NEINhorn und die KöngisDOCHter Riesenlutscher mitgebracht. Einen blauen und einen pinken. Dem NAhUND hatte er keinen mitgebracht, denn der war auf Diät. „Ich will den pinken Riesenlutscher“, rief die KönigsDOCHter. „Nein!“, rief das NEINhorn. „Ich will den pinken!“ und so bauen sich die einzelnen Geschichten während der Reise durch „Das Land der Träume“ weiter auf, bis das NEINhorn auf die SchLANGEWEILE trifft. Eine weitere Besonderheit ist eine ausklappbare Seite, die eine über drei Seiten fantastische Landschaft zeigt.

Für gestandene Liebhaber:innen ist das Buch sicherlich ein Muss und für diejenigen die es zum ersten Mal lesen kann es schnell eins werden.

Reinhild Pieper



In: Martin R. Textor/Antje Bostelmann (Hrsg.): Das Kita-Handbuch.

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