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Zitiervorschlag

Rezension

Mila Sternberg: Emily Pferdeflüsterin. Eine Freundschaft mit Eselsohren. Hamburg: Dressler Verlag 2020, 176 Seiten, EUR 13,00 – direkt bestellen durch Anklicken

Emily wächst bei ihrem Vater Paulus auf; ihre Mutter Evalynne ist gestorben, als sie fünf Jahre alt war. Das Mädchen möchte gerne ein Pferd haben, aber ein so großes Tier kann in der Stadt nicht untergebracht werden – und ihr Vater verdient als Fotograf zu wenig, als dass er ein Landhaus mit Stall und Wiesen kaufen könnte. Deshalb nimmt Emily, die eine besondere mathematische Begabung hat, an einer Talentshow teil und gewinnt genug Geld, um ihre Träume wahr werden zu lassen. Und so besucht sie einige Zeit später einen Pferdehof, um dort ein Pferd zu kaufen. Wider Erwarten wählt sie einen Araber-Isländer-Mischling namens Runa aus – eine kleine Stute, die unberechenbar ist, oft buckelt und somit für Kinderreiten ungeeignet ist.

Da Pferde Herdetiere sind, lässt Emily Runa auf dem Pferdehof. Zunächst beobachtet sie die Stute nur vom obersten Querbalken des Koppelzauns aus und merkt, dass Runa sich von den anderen Pferden fernhält und irgendwie traurig wirkt. Da Emily auch die anderen Pferde beobachtet, lernt sie mit der Zeit die „Pferdesprache“. Aber auch Hunde kann sie intuitiv verstehen. Als Emily eines Tages Runa auf dem Gras liegend vorfindet, im ersten Moment glaubt, sie wäre tot, und sich dann an die schlafende Stute kuschelt, erkennt sie in einem Traum, weshalb Runa so traurig ist...

Mila Sternberg hat eine spannende Geschichte geschrieben, die junge und ältere Leser/innen begeistern wird. Wie sie ausgeht, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Aber es kann zumindest noch erwähnt werden, dass auch der zweite Handlungsstrang sehr interessant ist: wie Emily in ihrer neuen Schulklasse aufgrund ihres sonderbaren Verhaltens zunächst isoliert wird (sie leidet unter dem Asperger-Syndrom), wie sie in Lea eine sensible, verständnisvolle Freundin findet und wie sich schließlich auch Ben mit ihr anfreundet, der sie zuerst nur gemobbt hat – und der den entscheidenden Hinweis gibt, wie Runa wieder glücklich werden kann. So weckt Mila Sternberg Verständnis für Gleichaltrige, die „etwas anders“ sind.

Das empfehlenswerte Buch, das für Kinder ab acht Jahren geeignet ist (laut Verlagsangabe; ich würde ein höheres Alter empfehlen), wurde von Verena Körting mit grafischen schwarz-weiß Zeichnungen mit pointierter roter Kolorierung naturnah illustriert.

Martin R. Textor

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