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Zitiervorschlag

Schrebergartennutzung des Kindergartens Am Sommerkeller in Mering

Christine Hintersberger

 

So begann unsere Schrebergartenzeit: 2011 kam Günter Bernreiter, damals Vorstand des Kleingartenvereins auf Fr. Hintersberger (Leitung des Kindergartens am Sommerkeller) zu und fragte, ob unser Kindergarten Interesse an einem Schrebergarten hätte. Wir wurden uns schnell einig, dass dieses Angebot ein großer Gewinn für unseren Kindergarten wäre. Auch unser Bürgermeister stimmte zu und übernahm zugleich die Pachtkosten für den Garten.

Das Kindergartenpersonal bat jedoch um Hilfe seitens des Kleingartenvereins bei der Bearbeitung und Pflege des Gartens, da einige Teammitglieder wenig bis gar keine Erfahrung mit Pflanzen- bzw. Gemüseanbau hatten. Diese wurde uns auch zugesichert.

Im Frühjahr 2012 wurde mit allen Kindern und vielen Eltern der neue Garten eingeweiht, den Günter Bernreiter mit seinen Helfern soweit hergerichtet hatte, dass Beete, eine kleine Rasenfläche und Wege vorhanden waren sowie eine Hütte für Gartengeräte, Tische und Bänke. Im Juni 2012 konnten wir die ersten selbst angesäten Radieschen ernten.

Rückblickend würde ich sagen, der Schrebergarten ist für unsere Einrichtung ein großer Gewinn: Jede unserer vier Gruppen hat einen festen Schrebergartentag. In der Regel geht immer eine Erzieherin mit einer Kleingruppe in den nur etwa 100 m entfernten Schrebergarten. Die Kinder erfahren und erleben dabei den ganzen Jahreslauf beim Wachsen der Pflanzen und sind viel an der frischen Luft. Sie entwickeln ein gesundes Naturbewusstsein, haben Erfolgserlebnisse beim Ernten und erlernen eine gewisse Selbständigkeit.

Im Frühjahr legen wir Kartoffel in die vorbereitete Erde: Kartoffel – kleiner Stecken als Abstandshalter – Kartoffel, danach wird ein kleiner Hügel darüber angehäuft. Nebenbei finden wir immer Würmer und Käfer, die oftmals noch interessanter sind, weil sie Naturerfahrungen vermitteln, wo Tiere leben, wie sie sich ernähren usw.

Zu Beginn des Frühjahrs säen die Kinder im Kindergarten schon Kerne und Samen in kleine Töpfe. Wir beobachten die Pflänzchen und besprechen, was sie zum Wachsen brauchen: Erde – Sonne –Wasser. Später pflanzen wir sie in die Beete, wo wir sie weiter beobachten, gießen, pflegen und eventuell essen. So lernen die Kinder mit allen Sinnen neue Pflanzen kennen, beobachten das Wachstum und lernen den sorgsamen Umgang mit ihnen.

Den meisten Spaß und Freude haben die Kinder im Sommer beim Gießen, Ernten und Essen. Das Grundstück nützen wir aber auch für Kleingruppen, um in Ruhe mal ein Buch zu lesen, zu singen oder zum Unkrautjäten.

Im Sommer feiert jede Gruppe mit Herrn Bernreiter und einigen Helfern ein Grillfest. Sie grillen für uns; die Kinder essen natürlich auch selbst geerntetes Gemüse, Salat und Beeren. Zum Dank singen die Kinder ein Lied. Sie erleben dabei, wie schön es ist, gemeinsam im Freien zu speisen.

Wir pflanzen auch immer wieder ungewöhnliche Sorten, z.B. lila Kartoffeln, um Neues kennen zu lernen. Daraufhin erzählte uns eine Mama, dass ihr Kind zum ersten Mal Kartoffeln gegessen hat, weil Lila ihre Lieblingsfarbe ist. Mitglieder des Kleingartenvereins haben für jedes unserer über hundert Kinder ein Säckchen genäht, damit die Kinder die Kartoffeln auch zu Hause mit ihren Eltern essen können.

Ein paar Mal im Jahr treffen sich auch einige Eltern mit ihren Kindern nachmittags oder am Wochenende, um Unkraut zu jäten, umzugraben und gemeinsam zu essen. Dies fördert natürlich den Zusammenhalt und erleichtert Neubürgern das Kennenlernen anderer Eltern und das Knüpfen von Freundschaften.

Zum Spielen und Bewegen nutzen wir den Garten kaum, da wir das Glück haben, einen großen Garten mit viel Schatten und Hügeln in der Nähe eines Waldes zu haben, der uns diesbezüglich vielfältige Möglichkeiten bietet. Trotzdem sehen wir unseren Schrebergarten als großen Gewinn und sind sehr dankbar, dass wir ihn haben.

Autorin

Christine Hintersberger ist Leiterin des Kindergartens „Am Sommerkeller“ in Mering.